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Geburtshilfe

08.12.2018

Tausende unterschreiben für Geburtsstation in Aichach

Tausende haben bislang für den Erhalt der Geburtshilfe am Aichacher Krankenhaus unterschrieben.
Bild: Christoph Lotter

Fast 5200 Unterschriften aus der gesamten Region sind es bereits. Für Kundgebung am Samstag in Aichach tun sich mehrere Organisationen zusammen.

Das Echo ist riesig. Immer mehr Unterschriftenlisten zum Erhalt der Geburtenstation am neuen Aichacher Krankenhaus füllen sich. 5180 Unterschriften liegen im Aichacher Rathaus laut Ordnungsamtsleiter Manfred Listl mittlerweile vor. Darin enthalten sind unter anderem 1288 Unterschriften derer, die im Rathaus unterzeichnet haben, als auch 910 Unterschriften von jenen, die ins Verwaltungsgebäude kamen. Hinzu kommen viele weitere, die in Arztpraxen, Apotheken, umliegenden Gemeinden, Gaststätten, Geschäften, Lebenshilfe, Kindergärten, Schulen, anderen Einrichtungen und in der Justizvollzugsanstalt gesammelt wurden.

Listl sagte am Freitag: „Es kommen ständig neue Listen rein.“ Die Stadtverwaltung will die Listen auch nächste Woche noch auslegen, falls weitere Bürger unterschreiben wollen. Sie bittet jedoch darum, dass außerhalb des Aichacher Rathauses kursierende Listen – auch aus den umliegenden Gemeinden – nun schnellstmöglich zurückgebracht werden, damit alles zusammengezählt werden kann.

Kundgebung am Tandlmarkt geplant

Am Samstag ab 16 Uhr ist am Tandlmarkt in Aichach darüber hinaus eine Kundgebung unter dem Motto „Gegen die Schließung der Geburtsstation im Aichacher Krankenhaus“ geplant. Zu den Veranstaltern gehören neben der SPD samt Stadtratsfraktion, Jusos und Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) auch die CSU, die ÖDP, die Grünen sowie die Arbeiterwohlfahrt und der Deutsche Hebammenverband.

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Neben kurzen Wortbeiträgen der Organisatoren haben Bürger die Möglichkeit, mit Postkarten „ihre Meinung zu sagen“. Diese werden dann symbolisch an einen Weihnachtsbaum gehängt. Der Baum wird entweder dem Landrat oder der Gesundheitsministerin Melanie Huml übergeben, die am Montagvormittag mit Ministeriumsvertretern zu einer internen Gesprächsrunde mit Landrat Klaus Metzger, Klinik-Geschäftsführer Dr.Krzysztof Kazmierczak nach Aichach kommt.

Was Kristina Kolb-Djoka, ASF-Vorsitzende und SPD-Stadträtin, besonders freut, ist, dass die bei der heutigen Kundgebung beteiligten Organisationen auf sie zukamen. „Die Geburtenstation ist uns in Aichach und dem Umland wichtig“, so Kolb-Djoka.

Die ASF organisierte schon verschiedene Aktionen, um gegen die Schließung der Station zu kämpfen: zum Beispiel eine Diskussionsrunde am vergangenen Wochenende im Café Koch in Aichach, an der unter anderem Landrat Klaus Metzger, Landtagsabgeordnete, Bürgermeister Klaus Habermann, Personal aus dem medizinischen Bereich und Hebammen teilnahmen. Am Samstag fanden vor allem fachlich geprägte Gespräche statt. „Mit einigen aufschlussreichen Details und Hintergründen“, auf die sie jedoch nicht näher eingehen wolle, sagt die ASF-Vorsitzende.

Listen mussten kopiert werden, weil sie ausgegangen waren

Überwältigt ist Kolb-Dojka, mit welchem Engagement sich die Bürger für den Erhalt der Geburtenstation einsetzen. An den Infoständen, die die SPD in Kühbach, Inchenhofen und Pöttmes hatten, warteten die Leute teilweise schon, um auf den Listen unterschreiben zu können. Die ASF-Vorsitzende erzählt: „Handwerker haben extra gehalten und sind aus dem Wagen gesprungen, um unterschreiben zu können.“ Teilweise mussten die Listen vor Ort kopiert werden, weil sie ausgegangen waren.

In Kühbach kamen etwa 200 Unterschriften zusammen, in Inchenhofen waren es rund 120 und in Pöttmes an die 190. Weitere 350 Unterschriften sammelten die ASF-Frauen, SPD-Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Schindler und viele Stadtratsmitglieder an zwei Tagen vor dem Café Koch. „Innerhalb von jeweils zwei Stunden“, sagt Kolb-Djoka, um deutlich zu machen, wie schnell sich die Listen füllten.

Die Schließung der Aichacher Geburtshilfe müsse nicht endgültig sein, sagt Kolb-Djoka. Sie nennt als Beispiele die Geburtshilfe am Dillinger Kreiskrankenhaus und im Klinikum Landkreis Erding. Beide sind nach einer vorübergehenden Schließung wieder geöffnet. „Weil Landkreis und Landrat sich massiv dafür eingesetzt haben.“

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