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Dasing

20.07.2010

Tennen-Nachbarn wollen in Zukunft ihre Ruhe

Die renovierte Gemeindetenne sorgt bei den Nachbarn in Dasing für Ärger. Sie fordern, dass es im Jahr höchstens zehn Veranstaltungen geben darf. Foto: Stöbich
Bild: Stöbich

Von Firmenfeiern bis zu Kunstfesttagen, vom Neujahrsempfang bis zum Schnupfer-Treffen ist die Dasinger Gemeindetenne das ganze Jahr über ein beliebter Veranstaltungsort mitten im Dorf. Von Peter Stöbich

Dasing. Von Firmenfeiern bis zu Kunstfesttagen, vom Neujahrsempfang bis zum Schnupfer-Treffen ist die Dasinger Gemeindetenne das ganze Jahr über ein beliebter Veranstaltungsort mitten im Dorf. Diese zentrale Lage sorgt jetzt für massiven Ärger, denn zwei Dutzend Nachbarn haben sich bei Bürgermeister Erich Nagl und beim Landratsamt über den Lärm beschwert; sie befürchten, dass nach der Sanierung im ehemaligen Bauernhof erst recht viel los ist.

Das Haus befindet sich seit 1994 im Besitz der Gemeinde und wurde während der vergangenen Wochen auch brandschutztechnisch auf den neuesten Stand gebracht (wir berichteten). Während im Erdgeschoss der Gemeinderat tagt, gibt es im ersten Stock einen großen Saal, in dem vor einem Monat die Dasinger Kunstfesttage stattfanden. Doch im Gegensatz zur Kissinger Paartalhalle, die weitab jeglicher Wohnbebauung liegt, steht die Dasinger Tenne direkt im Ortszentrum; nur wenige Meter weiter gibt es viele Wohnhäuser wie das von Simone und Robert Friedl in der Kirchstraße. Sie hatten sich Anfang Juli an die Gemeinde gewandt und daran erinnert, dass bisher nicht mehr als eine Veranstaltung pro Monat in der Tenne zulässig war.

Der Beschwerdebrief wurde auch in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses am 13. Juli verlesen, was den Anliegern aber nicht genügt: In einem weiteren Schreiben, das 22 Anwohner unterzeichnet haben, legen die lärmgeplagten Dasinger jetzt nach und verlangen eine Debatte im Gemeinderat. Diese wird es laut Willi Rohrhirsch von der Verwaltung auch geben, allerdings wohl nicht nächste Woche, sondern erst nach der Sommerpause.

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Denn neben der neuen Versammlungsstättenverordnung macht man sich derzeit im Dasinger Rathaus auch Gedanken über die künftigen Gebühren für die Nutzung der Tenne. Theoretisch gibt es zwar Regelungen, die noch aus der Zeit des früheren Bürgermeisters Lorenz Arnold stammen; in der Praxis wurde die Vermietung jedoch recht locker gehandhabt, was dazu führte, dass die ohnehin klamme Gemeinde auch auf Einnahmen verzichtete.

Auf keinen Fall dürfe die Tenne uneingeschränkt als Veranstaltungsort verwendet werden, fordern die Anlieger in ihrem Brief. "Nach den Vorfällen beim Weinfest hat uns Bürgermeister Nagl vergangenen Herbst gesagt, er wäre sogar dafür, die Zahl der Veranstaltungen zu reduzieren", so Simone und Robert Friedl. "Mit Verwunderung müssen wir jetzt feststellen, dass er genau das Gegenteil anstrebt." Umso erstaunlicher sei auch, dass die Tenne sogar Firmen wie Ihle und Kunzmann für deren Betriebs- und Privatfeiern zur Verfügung gestellt werde.

Die Anlieger weisen auch auf das sogenannte Public Viewing mit Alkohol trinkenden Jugendlichen während der Fußballweltmeisterschaft hin und sind der Ansicht, der TSV Dasing hätte dafür andere Räumlichkeiten nutzen können, zum Beispiel das alte Sportheim am Bitzenhofer Weg oder die Sport- und Freizeitanlage. Auch könne man die alte Schulturnhalle für Ausstellungen, Musikveranstaltungen usw. verwenden.

Auch ohne Musik seien die Lautstärke und der Lärm unzumutbar, klagen die Nachbarn der Tenne. Denn im Sommer seien Fenster und Türen geöffnet, Raucher unterhielten sich im Freien, an- und abfahrende Autos ließen Schulkinder nicht in Ruhe schlafen. "Schallschutzfenster und -türen, ausreichende Parkplätze, getrennte Kühlanlagen für die unterschiedlichen Speisen sind nicht vorhanden", heißt es in dem Schreiben an Gemeinde und Landratsamt.

Die Anwohner bitten um eine verbindliche Regelung für die künftige Vergabe des Saales, wodurch die Zahl der Veranstaltungstage auf zehn pro Jahr begrenzt wird. "Oder soll die Vermietung der Tenne als neue Einnahmequelle der Gemeinde dienen?", fragt Robert Friedl. Von Peter Stöbich

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