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12.10.2017

Tetrafunk: Jetzt informiert die Behörde

Der Lechrainhügel von Süden her gesehen: oben Schloss Scherneck, darunter die Häuser von Sägmühl. Oberhalb am Lechrainhügel soll ein rund 45 Meter hoher Funkmast für den behördlichen Digitalfunk (Tetrafunk) gebaut werden.
Bild: Archivbild/Josef Abt

Veranstaltung Am Montag legt das Landeskriminalamt in der Halle des TSV Rehling dar, warum der geplante Mast am südlichen Ortsrand auf Lechrain-Leite wichtig ist. Das Gutachten der Kommune liefert wenig Argumente gegen Standort

Rehling Zwei Infoveranstaltungen zum geplanten Funkmast in Rehling fanden bereits statt. Dabei wurde die Bevölkerung von Gegnern dieser Technik darüber informiert, welche Gefahren möglicherweise Menschen sowie auch Tieren und Pflanzen von Strahlen durch den Tetrafunk drohen könnten. Am Montag, 16. Oktober, kommt in der TSV-Halle die andere Seite zu Wort: Das Bayerische Landeskriminalamt wird ab 19 Uhr darlegen, welche Bedeutung der Standort für die Behörden hat. Der Mast soll dazu dienen, die Kommunikation unter verschiedenen Einrichtungen wie Polizei, Feuerwehr, Rotem Kreuz und Technischem Hilfswerk zu verbessern.

Außerdem wird an diesem Abend über ein funktechnisches Gutachten gesprochen, das von Diplom-Ingenieur (FH) Hans Ulrich aus München im Auftrag der Gemeinde erarbeitet wurde und das seit einigen Wochen vorliegt. Es kann von der Homepage der Gemeinde Rehling heruntergeladen werden. Die Datenmenge liegt über 6 Megabyte, die Druckversion umfasst 37 Seiten. Ein nicht gerade kleiner Teil davon entfällt auf Kartenausschnitte. Eine Reihe von Standortvarianten bis hinaus zum Lech wurde untersucht.

Der über 40 Meter hohe Mast soll unweit des Eschenwegs am südlichen Ortsrand an der Lechrain-Leite errichtet werden – also auf einem erhöhten Standort an der Hangkante über dem Lechfeld. Seit Ende 2016 ist der Funkmast ein Aufregerthema in der Gemeinde. Ein erster Standort zerschlug sich, weil der Eigentümer zurückzog. Das Bauamt fand dann aber ein anderes – aus seiner Sicht geeignetes – Grundstück. Hintergrund ist eine Lücke im Netz für den Funk von Rettungs- und Sicherheitsbehörden. Polizei und Feuerwehr funken bereits komplett digital, der Rettungsdienst folgt noch. Nach der Einführung hat sich herausgestellt, dass in verschiedenen Regionen mit Masten nachgerüstet werden muss. Eine Schwachstelle gibt es an der Staatsstraße 2381 im Gemeindegebiet Rehling. Bei Unfällen dort könnte das Probleme bereiten, so das für die Errichtung zuständige Staatliche Bauamt in Augsburg. Konkret gibt es in Rehling Bereiche, in denen es beim Funk häufig zu sogenannten Zellwechseln kommt. Das heißt: Der Funk wechselt zwischen zwei Masten. Das führt zu Störungen. Das Bauamt weist aber auch auf einen „Vorteil“ des neuen Mastes für Rehling hin. Die Funkzellen zweier Telefonnetzanbieter, die sich derzeit auf einem Gebäude in der Raiffeisenstraße befinden, könnten an den neuen Standort verlegt werden. Damit würden sich die Strahlenbelastung und Immissionswerte im Ort deutlich verringern.

Im Gutachten für die Kommune ist eingangs davon die Rede, dass verschiedene Forschungsergebnisse auf mögliche Auswirkungen von Funkstrahlungen unterhalb des gesetzlichen Grenzwerts hinweisen. Das Bundesverwaltungsgericht hat 2012 festgestellt, dass Gemeinden keine niedrigeren Grenzwerte festsetzen dürfen. Die Telekom teilte der Gemeinde mit, dass sie den bisherigen Mobilfunkstandort in der Raiffeisenstraße als nicht zukunftsfähig erachte und daher seit knapp zwei Jahren einen neuen Standort suche. Vodafone und Telekom erklärten, dass sie den neuen Standort nördlich von Sägmühl als geeignet ansehen. Im Gutachten wird diese Stelle als A01 bezeichnet; dort heißt es: „A01 stellt für eine Versorgung von Rehling sowohl mit dem digitalen Behördenfunk wie auch für den kommerziellen Mobilfunk eine vergleichsweise immissionsgünstige Lösung dar.“ Unter den Schlussbemerkungen schreibt Ulrich, die Untersuchung liefere keine Hinweise darauf, dass der gültige Grenzwert überschritten wird, beziehungsweise überschritten werden könnte. Konkrete Aussagen zur Einhaltung des Grenzwertes seien mit der Untersuchung jedoch nicht verbunden, sondern könnten den Standortbescheinigungen der Bundesnetzagentur entnommen werden.

Ende September hatte Ulrich Weiner die Rehlinger in seinem Referat dazu aufgerufen, alles zu unternehmen, um den Mast zu verhindern. Sollten diese Bemühungen ohne Erfolg bleiben, so befürchtet er, dass daraus ein „ganz großer Verteilerturm“ wird, der zehn Funknetzen dienen soll. Ausgesprochen kritisch äußerte sich Weiner auch zu den Grenzwerten. Er sprach von einem „Riesenlügengebäude“. Im Mai hatte sich eine Bürgerinitiative gegen den Funkmast gegründet. 1000 Unterschriften gegen den Standort wurden übergeben. Bei einer Sitzung des Gemeinderats im März stand das Thema auf der Tagesordnung: 250 Bürger waren im Rathaus – der Rat stimmte geschlossen gegen den Standort.

Gutachten in Internet unter

www.gemeinde-rehling.de

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