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18.11.2007

Tiere helfen, verletzte Seelen von Kindern zu heilen

Seppi das Schwein spitzelt vorsichtig aus seiner Hütte. Ronja die Ziege knabbert an Schnürsenkeln und Bändern. Beim Tag der offenen Tür auf dem Paulihof am Samstag reagiert jedes Tier anders auf die Besucher. Neugierig sind aber beide: sowohl die Zwei- als auch die Vierbeiner.

Bei den Vierbeinern äußert sich das vor allem im neugierigen Beschnuppern der Besucher. Ronja, die sonst eher eine zurückhaltende Ziege ist, geht sogar gezielt auf die Suche nach Schnürsenkeln, Bändern und Reißverschlüssen, um dann an ihnen zu knabbern. Auf dem Paulihof finden sich alle möglichen Tiere: gefiederte Freunde wie Gänse oder Hühner, treue Vierbeiner wie Hunde, Schafe oder Schweine - und solche mit einem starken Rücken, wie Pferde oder Esel.

Oskar der Hase ist der Liebling der fünfjährigen Jolina Thomas aus Unterbernbach. Ihr Bruder Benedikt schwärmt für die Pferde. Deshalb haben die beiden mit ihren Eltern die Möglichkeit genutzt, die Tiere auf dem Hof besuchen und streicheln zu können. Denn diese Gelegenheit bietet sich Außenstehenden nur selten. Auf dem Paulihof geht es um heilende Pädagogik mit Tieren. Das heißt, die Tiere sind quasi Mitarbeiter, die helfen, die Seelen von traumatisierten oder vernachlässigten Kindern und Jugendlichen zu heilen.

Wie das Konzept des Hofes aussieht, können die Besucher sowohl bei einer der zahlreichen Führungen durch die Einrichtung als auch bei einem Vortrag von Ulrike Heigenmoser, der Leiterin des Paulihofes, erfahren. Die erzählt von Grundsätzen und Formen der Pädagogik mit Tieren sowie von der Entstehung des Hofes. Besonders aufmerksame Zuhörer: Besucher, die selbst therapeutisch arbeiten und sich für das heilpädagogische Konzept interessieren. Wie Margret Oberhammer, die in einer kinder- und jugendpsychiatrischen Therapieeinrichtung in Schrobenhausen arbeitet.

Tiere helfen, verletzte Seelen von Kindern zu heilen

Aus beruflichem Interesse ist auch das Ehepaar Frühwald aus München angereist. "Das Konzept und die Offenheit der Leute hat uns gut gefallen", ist ihr Resümee. Außerdem haben sie sogar für zwei Ziegen die Patenschaft übernommen. Seit Samstag haben auch Merlin und Pinchen, eine Ziege und ein Pferd, eine Patin. Lisa Asam aus Unterbernbach schwärmt schon länger für ihr Patenkind Pinchen, einem braunen Pferd mit einer auffälligen weißen Blässe. Lisa ist öfter auf dem Paulihof, besucht ihre Freundin (sie ist eine von den sechs Kindern, die in der heilpädagogischen Einrichtung stationär untergebracht sind) und kennt fast alle Tiere mit Namen.

So weit ist Claudia Jung noch nicht. Die Schlagersängerin aus Gerolsbach hat die Schirmherrschaft für den Paulihof übernommen. "Kinder schöpfen aus der tiergestützten Therapie neue Kraft und Selbstvertrauen. Ich bin überzeugt, dass diese Arbeit Kreise ziehen wird", begründet sie ihr Engagement. Töchterchen Anna unterstützt den Paulihof auf ihre Weise: sie verkauft aus Mutters Garten Zierkürbisse und finanziert damit ihre Patenschaft für Ivan, eine Ziege. Träger des in Schwaben einzigartigen Konzeptes ist der gemeinnützige Verein für Kinderschutz und Mutterschutz. Entgelte vom Jugendamt, Spenden, Sponsoren und Tierpatenschaften sind finanzielle Stützen.

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