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Prozess Aichach

19.07.2019

Tiermisshandlung: 46-Jährige geht nach Geldstrafe in Berufung

Plus Das Aichacher Amtsgericht hat eine Frau aus dem Raum Aichach zu einer Geldstrafe verurteilt. Jetzt liegt der Fall beim Landgericht.

Ein Fall von Tiermisshandlung sorgt derzeit für Aufsehen im Landkreis Aichach-Friedberg: Eine 46-jährige Frau aus dem Raum Aichach, die ihre Kühe nicht richtig gefüttert haben soll, war gerade erst vom Aichacher Amtsgericht zu einer Geldstrafe von insgesamt 2000 Euro verurteilt worden. Nachdem sie das Geld in 100 Tagessätzen bezahlen sollte, wäre sie damit vorbestraft. Jetzt geht die 46-Jährige aber in Berufung.

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Richter Walter Hell sah es als erwiesen an, dass die Frau ihre Tiere über Monate hinweg weder ausreichend noch ausgewogen gefüttert hatte. Der Amtstierarzt dokumentierte den Zustand der Tiere anhand von Fotos. Darauf waren die Rippen und Hüftknochen der Kühe deutlich erkennbar. Die mageren Tiere hätten zu wenig Äpfel bekommen, hieß es in der Verhandlung im Aichacher Amtsgericht. Stattdessen habe die Tierbesitzerin zu viel Stroh verfüttert. Der Veterinärmediziner berichtete, dass gerade ein halbes Kilo Futter im verschmutzten Trog gelegen habe, als er den Stall besichtigte. Kühe würden aber etwa 30 bis 40 Kilo pro Tag zu sich nehmen, sodass immer wieder Futter nachgeschoben werden müsse. Der Veterinärmediziner ging davon aus, dass die Tiere wegen der falschen und mangelnden Fütterung unter Schmerzen gelitten haben.

Aichacher Amtsgericht: Halsketten der Kühe sollen zu kurz gewesen sein

Außerdem bemängelte er, dass die Halsketten der Kühe zu kurz gewesen seien und die Tränken nicht richtig funktioniert hätten. Weitere Zeugen berichteten im Laufe des Prozesses davon, dass die Tiere mehrmals am Tag vor Hunger geschrien hätten. Dennoch hatte die Besitzerin der Kühe am ersten Verhandlungstag erläutert, dass sie sich mit Tierhaltung auskenne, da sie bei einem Milchviehbetrieb aufgewachsen sei. Ihr Verteidiger führte am zweiten Verhandlungstag Unwissenheit als mögliche Ursache für das Vergehen an. Das ließ Richter Walter Hell jedoch nicht gelten.

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Die 46-jährige Immobilienkauffrau arbeitet derzeit in einer Sicherheitsfirma. Gegen den Strafbefehl wegen Tiermisshandlung in Höhe von 60 Tagessätzen zu 50 Euro, also 3000 Euro, hatte sie Einspruch eingelegt. Deshalb wurde der Fall vor Gericht verhandelt. Nachdem ihr Verteidiger hier angesichts des Einkommens der Frau um eine niedrigere Geldstrafe gebeten hatte, erhöhte der Richter die Tagessätze. Dadurch ist die 46-Jährige nun vorbestraft, obwohl die Geldstrafe insgesamt nur noch 2000 Euro beträgt.

Prozess in Aichach: Kühe geschenkt bekommen

Die Kühe hatte sie vom Vorbesitzer geschenkt bekommen. Das Veterinäramt hatte ihm die Tierhaltung untersagt, weil es bei ihm Probleme mit den hygienischen Zuständen und der Wasserversorgung der Kühe gegeben hatte. Er hatte die 20 Kühe und drei Kälber schließlich der 46-Jährigen übergeben, um einem Zwangsgeld zu entgehen. Warum er später zwei Kälber wieder zurückholte, ist in der Verhandlung nicht geklärt worden. Mittlerweile sind alle Kühe geschlachtet.

Nachdem die Frau in Berufung gegangen ist, wird sich das Landgericht mit dem Fall beschäftigen. (kabe mit nsi, drx)

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