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Pöttmes-Echsheim

02.07.2018

Tobias Seyfried feiert seine Primiz in Echsheim

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Weit über 1000 Gläubige erlebten denPrimizgottesdienst von Tobias Seyfried. Die Feier fand am Sportplatz statt.Auch zahlreiche Vereine wohnten der Zeremonie bei.
Bild: Vicky Jeanty

Gut 1000 Menschen erleben den Primizgottesdienst von Tobias Seyfried am Sportplatz im Pöttmeser Ortsteil Echsheim.

„Von guten Mächten wunderbar geborgen“ heißt es in einem Lied, das oft zur Kommunion in den Gottesdiensten gesungen wird. Auch am gestrigen Sonntag wurde dieses Jubellied auf die göttliche Schöpfung in Echsheim gesungen. Es hatten wohl „viele gute Mächte“ mitgewirkt, denn der Primizgottesdienst von Tobias Seyfried fand unter den allerbesten Bedingungen statt. Nicht nur das Wetter passte. Die überaus zahlreichen Gläubigen, die vielen Ministranten, Kommunionkinder, Festdamen, Ehrengäste, Fahnenabordnungen sowie die große Anzahl an kirchlichen Würdenträgern zeigten, welche Bedeutung sie alle diesem Ereignis beimaßen. Neupriester und Primiziant Tobias Seyfried dankte im Anschluss an den Gottesdienst den unzähligen Helfern, die mit großem Engagement die Feierlichkeiten mitorganisiert hatten.

Der Primizgottesdienst, der auf den Tag des Patrozinium Mariä Heimsuchung fiel, hatte zunächst etwas Familiäres. Viele Gläubige hatten Klappstühle mitgebracht und verfolgten das Geschehen unter den schattigen Bäumen am Rande des Sportplatzes. Mitglieder des Roten Kreuzes spendeten Wasser, viele Familien waren mit Kindern und Großeltern gekommen. Die allermeisten dürften Echsheimer gewesen sein, denn immer wieder gab es kleinen Zwischenapplaus für „ihren“ Tobias Seyfried.

Der Neupriester selbst gab sich vor und nach der Zeremonie locker und entspannt. Namentlich begrüßte er sämtliche geistlichen Würdenträger, offenbarte, dass er mit dem Pöttmeser Pfarrer Thomas Rein schon Schafkopf gespielt habe und dass der seit 26 Jahren in Echsheim wirkende Pfarrer Klemens Kiser, ihn, den 32-Jährigen, seit jeher kenne. Eigens in Portugiesisch hieß er die Padres aus dem brasilianischen Florianópolis willkommen, bei denen er während seiner priesterlichen Ausbildung ein halbes Jahr in den Favelas mitgearbeitet hatte. Er begrüßte seine Kameraden aus dem Sportverein und der Feuerwehr. Er dankte für die musikalische Begleitung der Blaskapelle Pukas, bei der er als junger Mann Tenorhorn gespielt hatte.

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Mit den Pukas-Musikern sorgte der Wiesenbacher Kirchenchor für die Umrahmung der gesamten Feier. Am festlich geschmückten Altar übernahm Thomas Schwartz die Primizpredigt. Er hatte Tobias Seyfried über mehrere Jahre als Praktikumspfarrer begleitet. Aufbauend auf dessen Primizspruch aus dem Johannes-Evangelium – „Er muss wachsen, ich aber muss klein werden“ – erläuterte Schwartz, welche Bedeutung dieses bewusst gewählte Lebensmotto im priesterlichen Leben des Primizianten habe. Entgegen der oberflächigen Annahme, dass derjenige, der sich „klein mache“, unwichtig werde, den feigen, bequemen Weg gehe, zeigte Schwartz das Gegenteil auf. Die Existenz des priesterlichen Berufes beruhe gerade darin, sich in vollem Bewusstsein und in Demut Gottes Wort zu beugen. Einer höheren Instanz Ja zu sagen, sich also selbst klein zu machen und seiner „Berufung“ Gehör zu schenken, impliziere, so Schwartz, sich für all die Kleinen, die Niedergedrückten und Herabgewürdigten, die Kranken klein zu machen und mit ihnen eins zu werden.

Priester Schwartz plädierte entsprechend, „runter vom hohen Ross zu gehen“ und als berufener Ja-Sager sein Leben in den Dienst Gottes und der Menschen zu stellen. Das sei auch im Sendungsbewusstsein des Priesters und in der bischöflichen Weihezeremonie mit enthalten. „Der Priester handelt in der Person Christi. Alles was er sagt, muss so beschaffen sein, dass durch ihn Christus hindurchtönt“, so Schwartz. Diese Botschaft sei heute mehr denn je notwendig.

Nach dem Gottesdienst führte der lange Festumzug zur Mayr-Halle. Wie sehr der Primiziant Tobias Seyfried in Echsheim verwurzelt ist, zeigten die vielen persönlichen Glückwünsche unterwegs und in der Festhalle. Aus der Fülle der Geschenke dürfte das von Pfarrer Klemens Kiser besonders herausstechen: Von seiner Pilgerreise ins Gelobte Land hatte er einen kleinen Stein aus Kalvaria mitgebracht . Die Ansprachen der Honoratioren, Landtagsabgeordneter Peter Tomaschko, Landrat Klaus Metzger und der zweiten Pöttmeser Bürgermeisterin Sisi Veit-Wiedemann, belegten, wie stolz das Wittelsbacher Land auf die lebendige christliche Tradition sei. Der Geehrte selbst muss sich, laut eigenen Aussagen, in Detailfragen noch in sein neues Amt einfinden: Er habe sich während des Gottesdienstes noch nicht immer zur rechten Zeit hingekniet. Auch sein Stoßgebet, die Echsheimer Kicker mögen aufsteigen, habe noch nicht gefruchtet. „So wie es war, war es wohl nicht möglich“, meinte Neupriester Tobias Seyfried.

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