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Gmoafest

21.06.2013

Todtenweis bekommt sein eigenes Museum

Der Festausschuss: (von links) Konrad Carl, Franz Leopold, Michael Hofberger, Thomas Eberle, Petra Siegmund, Petra Wackerl und Simon Wackerl. Auf dem Bild fehlt Martin Brugger.
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Der Festausschuss: (von links) Konrad Carl, Franz Leopold, Michael Hofberger, Thomas Eberle, Petra Siegmund, Petra Wackerl und Simon Wackerl. Auf dem Bild fehlt Martin Brugger.

Am Wochenende öffnet das Heimatmuseum seine Pforten. Gebäude stammt nach Ansicht von Experten aus dem 18. Jahrhundert

Todtenweis Das Todtenweiser Heimatmuseum öffnet am Wochenende seine Pforten. In den vergangenen Jahren war das „Gruinhaus“ an der St.-Ulrich-Straße 18 leer gestanden und nach und nach verfallen. Im Jahr 2005 erwarb die Gemeinde das Gebäude. Mit der Sanierung und dem Umbau zum Museumshaus sollte nicht nur eines der letzten alten Kleinbauernhäuser im Dorf gerettet werden. Die Bürger sollten auch Einblicke in die Baugeschichte und die früheren Lebensumstände der Bewohner im Zusammenhang mit der Sozialgeschichte des Dorfes erhalten.

Ursprünglich wurde das Haus auf ein Alter von etwa 300 Jahren geschätzt. Doch anhand der etwa 20 Kalkanstriche übereinander gehen Experten nun davon aus, dass das Gebäude im 18. Jahrhundert entstand. In der Küche, einer ehemaligen Rauch- oder schwarzen Küche, ist die alte Deckenkonstruktion noch zu erkennen: Zwischen den Deckenbalken sind Holzstaken eingeschoben, die mit Stroh und Lehm umwickelt sind.

Kreisheimatpfleger Hubert Raab und seine Ehefrau Gabriele verfolgten bei Archivrecherchen die Bewohner auf dem Anwesen bis zum Jahr 1486 und damit bis in das späte Mittelalter zurück. Der häufige Besitzerwechsel beim Gruin-Anwesen steht beispielhaft für die meisten anderen Todtenweiser Anwesen in dieser Zeit. Der Hausname an der St.-Ulrich-Straße 18 geht auf die früheren Besitzer Leonhard Groll (mundartlich „Grui“) zurück, der von 1638 bis 1653 den Hof bewirtschaftete.

Ein Bewohner des Hauses, Anton Bitzl, wurde 1888 zum Bürgermeister von Todtenweis gewählt und blieb es zwölf Jahre lang. Die letzten Bewohner des Hauses waren Therese und Josef Steinherr mit ihrem Sohn und den beiden Töchtern. Nachdem die beiden Töchter weggezogen waren und der Sohn Josef starb, wohnte Therese Steinherr noch 20 Jahre allein in ihrem Wohnhaus. Aus gesundheitlichen Gründen zog sie 1999 zu ihrer Tochter Anni nach Allmannshofen (Landkreis Augsburg) und wurde von dieser gepflegt, bis sie im Jahr 2004 starb.

2005 kaufte die Gemeinde Todtenweis das Anwesen von Kreszenz Bissinger aus Meitingen (Landkreis Augsburg). Sie war die Witwe von Anton Bissinger, dem Sohn aus erster Ehe von Therese mit Franz Bissinger. Dieser hatte das Anwesen 1980 nach dem Tod von Josef Steinherr jun. geerbt.

Dem Gartenbauverein wurde das Wirtschaftsgebäude des Anwesens als Vereinsheim zur Verfügung gestellt. Nach langer Diskussion und einigen Unstimmigkeiten im Dorf wurde das alte Wohnhaus zum Heimatmuseum umdeklariert und saniert. Die Renovierung des Anwesens erfolgte ab dem Frühjahr 2011 bis zum Sommer 2012. Dabei hatten die Verantwortlichen bereits die weitere Nutzung als Baudenkmal und später als Heimatmuseum mit wechselnden Ausstellungen im Blick.

Bereits im vergangenen Jahr war das Todtenweiser Heimatmuseum in einem feierlichen Akt mit Landrat Christian Knauer offiziell seiner Bestimmung übergeben worden. Am Samstag wird es im Rahmen des „Doadaweisa Gmoafestes“ für die Bevölkerung geöffnet. Zum Fest wird es mit einer Ausstellung über das typische „Boarische Gwand“, das auch die letzte Bewohnerin getragen hat, bestückt sein. Darüber hinaus werden alte Handwerksgeräte ausgestellt.

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