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Rat I

13.09.2019

Todtenweis nimmt für Geschichtspfad Geld in die Hand

Noch im Grundzustand und nur aneinandergelegt sind die ausgestellten Fragmente des Pferdegeschirrs, die zu einem späteren Zeitpunkt aufwendig restauriert werden sollen.

Gut 17000 Euro werden für Gedenken an die Schlacht auf dem Lechfeld eingeplant

Dass die Schlacht auf dem Lechfeld im Jahr 955 stattfand, das steht außer Frage. Die Meinungen gehen aber auseinander bei der Frage, wo genau die Magyaren, ein Reitervolk aus der pannonischen Tiefebene, das Europa mit Raub- und Kriegszügen in Angst und Schrecken versetzte, entscheidend geschlagen wurde. Und viele Jahre gingen auch ins Land, in denen darüber debattiert wurde, in welcher Weise an dieses historische Datum erinnert werden soll. Der Gemeinderat von Todtenweis beschloss in seiner Sitzung am Mittwoch, dass er für die Beteiligung an einem Geschichtspfad 17750 Euro brutto ausgeben wird. Die Gesamtkosten in dieser Gemeinde belaufen sich auf knapp 50000 Euro, der Großteil entfällt auf Zuschüsse.

Ausführlich informierte Archivar Franz Riß über die Entwicklung dieser Maßnahme, er prangerte wiederholt die Regio Augsburg an, die seiner Ansicht nach in puncto Kommunikation Defizite zu verantworten hat. Das habe auch dazu geführt, dass sich die Marktgemeinde Pöttmes – wie berichtet – nicht an diesem Projekt beteiligt. Der Geschichtspfad in Todtenweis weist drei markante Stationen auf: die Bildsäule Ulrichsmarterl in der Kapellenstraße in Sand, weiter nördlich davon die Wallanlage Pferdeschanze und den Fundort eines Pferdegeschirrs mit Reiterfigur. Rund um die Schanze ist ein Weg vorgesehen. „Ich bin mit Leib und Seele dabei bei diesem Geschichtspfad“, versicherte Riß und appellierte an den Rat, zuzustimmen, wenngleich 6000 Euro mehr an Kosten anfallen als früher angedeutet.

Dennoch wurden einige kritische Stimmen laut. So meinte Peter Haberl: „Wir sind eine kleine Gemeinde, wir sind keine Touristenhochburg.“ Er fragte sich daher, warum man diesen Aufwand betreiben sollte. Ihm widersprach Bürgermeister Konrad Carl, er erinnerte an die Vergangenheit: „Ich sehe das als eine Verpflichtung. Das ist ein gewisses Selbstbewusstsein, das Todtenweis an den Tag legt.“ Franz Färber meinte: „Ich will mich dem Peter anschließen.“ Er argumentierte mit der finanziellen Lage der Kommune und sprach davon, dass jetzt „kein guter Zeitpunkt“ sei. „Man muss gewisse Dinge am Schopf packen“, forderte Carl. Thomas Eberle plädierte für eine Zustimmung: „Wir sollten uns das schon antun. Wir haben einen sehr geschichtsträchtigen Boden.“

Bei den folgenden Abstimmungen sagten jeweils Richard Eberle, Peter Haberl und Franz Färber Nein. 2021, so Franz Riß, muss die Maßnahme abgeschlossen sein.

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