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Todtenweis

13.02.2015

Todtenweis schließt Bauschuttdeponie - vorerst

Die Bauschuttdeponie Todtenweis steht vor einer ungewissen Zukunft.
Bild: Johann Eibl

Todtenweis schließt seine Bauschuttdeponie. Erst war von einer endgültigen Schließung die Rede. Nun soll es doch nur vorläufig sein.

Todtenweis Die Gemeinde Todtenweis steht bei ihrer Bauschuttdeponie unter Zugzwang. Seit der Bürgerversammlung vor gut einer Woche ist das Thema allgemein bekannt. Nun beschloss der Gemeinderat in seiner Sitzung am Mittwoch einstimmig: Die Recyclinganlage von Bauschutt wird in der jetzigen Form geschlossen.

Im ersten Quartal dieses Jahres soll ein letztes Mal Material gebrochen werden. Dabei kommt ein mobiler Brecher zum Einsatz. Es darf kein weiteres Material mehr angenommen werden, die Kompostierung des Grünguts wird eingestellt.

Zur Debatte stehen weiterhin geschlossene Container zur Abgabe von Kleinmengen von Bauschutt und Grüngut. Dazu sollen nun Angebote eingeholt werden. Außerdem ist vorgesehen, dass für das gesamte Gelände ein Konzept zur Rekultivierung erarbeitet wird.

In der Beschlussvorlage war zunächst ohne Einschränkung von der „Aufgabe der Bauschuttrecyclinganlage“ die Rede. Als erster wehrte sich Thomas Eberle gegen diese Formulierung, dann schloss sich die gesamte Runde an.

Bürgermeister Konrad Carl hatte die Lage erläutert. Demnach haben Mitarbeiter des Landratsamts bei einer unangemeldeten Kontrolle gravierende Mängel und Versäumnisse aufgedeckt (wir berichteten). So lagert zu viel Bauschutt auf einem Boden, der nicht befestigt ist. Außerdem ist keine Entwässerung vorhanden. Damit verstößt Todtenweis gleich in mehreren Punkten gegen die Vereinbarung von 2002.

Nun lag für bauliche Maßnahmen eine Kostenschätzung vor, die sich auf 150000 Euro beläuft. Über sie wurde noch nicht abgestimmt. Auf diese Weise könnte die Deponie ausgebaut werden. Vorgesehen wäre dabei eine Bodenplatte aus Stahlbeton, die eine Fläche von 615 Quadratmetern inklusive Entwässerung aufweist. Die Umfassungswände sollten aus Beton-Legosteinen bestehen; als Fassungsvermögen stehen rund 2000 Kubikmeter in Aussicht.

Gegen eine endgültige Schließung der Anlage auf die Schnelle wehrte sich Richard Eberle ganz entschieden. Zuvor möchte der stellvertretende Bürgermeister klare Zahlen darüber, wann sich eine umfangreiche Investition in die Anlage amortisieren würde.

Mehrere Male hieß es, wenn man Aindling mit ins Boot nehme, könnte sich die finanzielle Belastung für Todtenweis deutlich verkleinern. Unter den Zuhörern weilte auch Markus Winklhofer. Der derzeit amtierende Bürgermeister von Affing muss sich in seiner Kommune ebenfalls mit dem Thema Deponie befassen.

Wie berichtet, war die Genehmigung für die Anlage in Affing-Pfaffenzell zum Jahresende ausgelaufen. Seither sind die Pforten geschlossen. Widmann, Geschäftsführer der Affinger Bauschuttrecycling GmbH, aber möchte die Anlage weiterbetreiben, die auch von vielen Bürgern und Firmen der Umgebung häufig genutzt worden ist. Für eine Genehmigung fehlt allerdings laut Landratsamt die rechtliche Grundlage. Widmann kündigte an, eine Bürgerinitiative ins Leben rufen zu wollen.

Am Dienstag war das Thema im Affinger Gemeinderat überraschend vom öffentlichen in den nicht öffentlichen Teil verlegt worden (wir berichteten). Hinter verschlossenen Türen wurde beraten. Details gab Winklhofer danach nicht bekannt, da Belange Dritter betroffen seien. Widmann hatte zuvor mitgeteilt, dass sich beim Gespräch im Landratsamt vor einer Woche neue Fakten und eine neue Sichtweise ergeben hätten.

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