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Gemeinderat

06.07.2018

Todtenweis will sich vor Schlamm schützen

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2 Bilder
Die Wiese oberhalb der Römerschanze hat sich bewährt. Beim Starkregen am 7. Juni blieb das Kiesbett trocken. (Archivbild)
Bild: Martin Golling

Beim Tornado vor drei Jahren geht in der Lechrain-Gemeinde ein Jahrhundertregen nieder. Er sorgt für verheerende Schäden. Das soll nicht wieder passieren

Als am 13. Mai 2015 der Tornado über Affing fegte, ging über Todtenweis ein Jahrhundertregen nieder, dessen Schlammmassen sich den Weg durch das frisch bebaute Areal „An der Römerschanze“ suchten. Mit verheerenden Folgen, die angesichts der Schäden in Affing aber in der Öffentlichkeit kaum Widerhall fanden. Doch seither ist der Gemeinderat auf der Suche nach einem Konzept, um die Bürger und deren Hab und Gut besser zu schützen.

Ein erster Schritt war, den Hang oberhalb der Römerschanze als Wiese festzuschreiben. Gegen entsprechenden Ausgleich an den Landwirt, versteht sich. Ein Erfolg, wie Bürgermeister Konrad Carl mit Bildern vom Starkregen am 7. Juni belegen konnte. „Ein Wahnsinnsergebnis“, schwärmte er und zeigte die Wasserrinne nördlich der Römerschanze: „Die ist total trocken.“

Längst hatte der Gemeinderat auch eine Überprüfung der Kanäle veranlasst, um nachzuprüfen, ob die Querschnitte den Vorgaben noch entsprechen. Das Ergebnis stellte Matthias Bauer vom Ingenieurbüro Mayr vor. „Wir haben das Kanalsystem dynamisch überrechnet. Es hält einem dreijährigen Starkregenereignis stand“, versicherte Bauer. Dies entspreche 14,5 Millimetern binnen 15 Minuten. Damit seien die Vorgaben erfüllt, die eine Gemeinde zu leisten habe, nahm der Ingenieur Todtenweis aus der Pflicht. Selbst ein Unwetter, das statistisch nur alle fünf Jahre vorkommt, könnten die Kanäle „An der Weinleite“, in der Kindergartenstraße, fassen, versicherte Bauer. Lediglich am Buchenhain könne es zu Rückstau in die Häuser kommen, sofern keine Stausicherung eingebaut sei.

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Michael Ostermair zweifelte an der Richtigkeit der Berechnung. Denn seit Römerschanze und Sonnenbichl bebaut sind, komme es nicht nur alle drei Jahre zum Rückstau. Die Berechnungen fußten auf topaktuellen, offiziellen Daten des Deutschen Wetterdienstes, versicherte Bauer auf die entsprechende Frage von Michael Hofberger.

Bei Bürgermeister Carl sorgte die positive Analyse des Ingenieurbüros für Erleichterung: „Klar, die Wassermengen sind mit der Bebauung und mit der zunehmenden Versiegelung gestiegen, aber wir sind immer noch im gültigen Bereich.“ Haberl blieb skeptisch: Die Gemeinde habe ihre Vorgaben erfüllt, doch die Ereignisse, die in Todtenweis belasteten, fingen erst bei 14,5 Millimeter Regen pro Viertelstunde an. Man könnte die Belastung des Kanalsystems reduzieren, wenn man mehr Oberflächenwasser in den Grundstücken speichern oder puffern würde, überlegte Carl. Fachmann Bauer erklärte, eine Kanalisation zu bauen, die Sicherheit für ein 100-jähriges Hochwasser schaffe, sei weder früher bezahlbar gewesen noch heute erschwinglich.

Das Ingenieurbüro Mayr hat indes nicht allein die nördliche Bebauung in Todtenweis als kritisch eingestuft. Auch im Bereich der Heerstraße, in der Schulstraße, aber auch in der Burgstraße befänden sich gefährdete Schwachstellen, an denen eventuell sogar noch Handlungsbedarf bestehe.

Dennoch gehen vor allem die Überlegungen weiter, wie im Gebiet um Römerschanze und Sonnenbichl der Schutz vor Starkregen weiter verbessert werden kann. Eine durchgehende Stahlbetonmauer oberhalb der Siedlung und einen vergitterten Einlaufschacht an der tiefsten Stelle brachte Bauer ebenso als Vorschläge in die Runde wie den Abbau der Randsteine südlich der Raiffeisenstraße, um einen hindernisfreien, oberflächigen Ablauf zum Kabisbach zu ermöglichen. Konrad Carl zog als Fazit, man habe aus den Fehlern An der Römerschanze gelernt und es am Sonnenbichl schon besser gemacht.

Nun stünden die Beratungen an, wie Todtenweis aus den vorhandenen Vorschlägen bezüglich Kosten und Nutzen den höchsten Schutz erreichen könne.

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