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Prozess

30.11.2017

Tor geht nicht auf: 75-Jähriger fährt mehrfach dagegen

Weil sich in der Autowaschanlage das Tor nicht geöffnet hat, fuhr ein 75-Jähriger mehrfach dagegen – und landete vor Gericht. 

Mann aus dem nördlichen Landkreis beschädigt Tor einer Waschstraße. Amtsgericht verhandelt wegen Fahrerflucht.

Für die meisten Autofahrer ist es Routine: Antenne wegschrauben, Fenster schließen und ab durch die Waschstraße mit dem dreckigen Wagen. Doch was tun, wenn am anderen Ende der Anlage das Tor nicht wieder auf geht? Vor diesem Problem stand ein 75-jähriger Mann im Sommer in einem Waschpark im nördlichen Landkreis. Weil er sich in diesem Moment für eine eher unkonventionelle Lösung des Problems entschied, hat der 75-Jährige gestern auf der Anklagebank im Aichacher Amtsgericht Platz nehmen dürfen.

Dort berichtet der 75-Jährige aus dem nördlichen Landkreis von dem Geschehen. Als er mit seinem Wagen am Ende der Waschstraße angelangt war, schaltete die Ampel auf grün. Er startete seinen Wagen und fuhr langsam Richtung Tor. Das blieb aber zu. Er habe erwartet, dass das Tor durch das Passieren einer Lichtschranke aktiviert werden würde und sei deshalb mehrmals vorgefahren, berichtet der 75-Jährige im Gerichtssaal.

Die Videoaufnahmen aus der Waschstraße, die Richter Walter Hell bei der Verhandlung zeigt, bestätigen das. Mindestens drei Mal fährt der Mann mit seinem Wagen gegen das Tor, das hinterher freilich verbogen ist. Der Film dokumentiert zudem, dass ein Mitarbeiter der Waschstraße ihn sofort auf den entstandenen Schaden hinwies und das Tor von Hand öffnete.

Dieser Mitarbeiter wollte auch die Personalien des 75-Jährigen aufnehmen, der verweigerte das jedoch. Ihm sei nicht aufgefallen, dass er einen Schaden verursacht habe und was der Mitarbeiter in der Waschstraße zu ihm gesagt hatte, habe er nicht verstanden. Das Radio in seinem Wagen sei schließlich gelaufen. „Ich glaube nicht, dass ich Kontakt mit dem Tor hatte“, sagt er noch. Dass er Fahrerflucht begangen haben könnte, streitet er ab.

Der 75-Jährige erzählt auch, dass er schon öfter in dieser Waschstraße gewesen sei und dass das Tor sonst immer hochgeschnellt wäre. Kurze Zeit später erzählte ihm eine Bekannte, dass sie mit dem Tor auch schon Probleme gehabt hätte. „Ich musste rückwärts wieder rausfahren“, so die 60-Jährige im Gericht.

Der Betreiber der Waschanlage ist sich aber ziemlich sicher: „Das Tor war definitiv in gutem Zustand.“ Nachdem der Mann mit seinem Auto dagegen gefahren war, sei es verbogen gewesen und nicht mehr aufgegangen, auch weil die Sicherung rausgesprungen sei. Mittlerweile sei das Tor für etwa 2500 Euro repariert worden und der finanzielle Schaden beglichen.

Die Lebensgefährtin, die damals in der Waschstraße auf dem Beifahrersitz saß, hat das Video im Gerichtssaal nicht sehen können. Ob sie tatsächliche Erinnerungslücken hat, bleibt vor Gericht unklar. Als sie dem Richter vorträgt, dass es kein Gespräch mit dem Mitarbeiter der Waschstraße gegeben habe und das Paar auch keinen Schaden erkannt habe, bittet die Verteidigerin des 75-Jährigen, Natascha Fischbach, um eine Unterbrechung der Verhandlung.

Richter Walter Hell gibt den Dreien auf dem Weg aus dem Gerichtssaal noch zu bedenken, dass ein Fahrverbot im Raum stehe. Nur wenige Minuten dauert es, bis die Drei zurückkehren und die Verteidigerin erklärt: „Wir ziehen den Einspruch zurück.“

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