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Konzert

25.11.2019

Travel bringt Bräustüberl zum Singen

„Travel sings“ – und alle im brechend vollen Canada-Bräustüberl sangen mit. Als unerwartete Verstärkung kam nach der Pause Bassist Dieter Kupka (rechts) dazu.
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„Travel sings“ – und alle im brechend vollen Canada-Bräustüberl sangen mit. Als unerwartete Verstärkung kam nach der Pause Bassist Dieter Kupka (rechts) dazu.

Andreas Reisewitz aus dem Altomünsterer Ortsteil Wollomoos stimmt im brechend vollen Canada in Obermauerbach seine Lieblingslieder an und alle Zuhörer singen mit. Nach der Pause bekommt die One-Man-Show unerwartete Verstärkung

Wer ist der bärtige Typ, der da vorne mit wehenden Haaren und Westerngitarre am Mikro steht? Er nennt sich Travel und sagt von sich selber, dass er weder besonders Gitarre spielen noch außergewöhnlich gut singen kann. Vor seinem Konzert mit dem eher banalen Titel „Travel sings“ verteilt er Songbooks zum Mitsingen. Und stimmt in der anschließenden One-Man-Show gut gelaunt seine Lieblingslieder an. Mit ihnen verbreitet er ab dem ersten Ton im brechend vollen Canada-Bräustüberl in Aichach-Obermauerbach beste Stimmung bei den Fans.

Travel ist gebürtiger Augsburger, wohnt im benachbarten Wollomoos (Altomünster) im Dachauer Land und heißt mit bürgerlichem Namen Andreas Reisewitz. Und weil er – immer mit Gitarre im Gepäck – tatsächlich schon die halbe Welt bereist hat, passt der Name Travel gleich doppelt gut zu dem lockeren, sympathischen Typen.

Ein Freund beschrieb ihn vor Kurzem als „die menschlichste aller Karaoke-Maschinen“. Manch einem Zuhörer kommen da wohl eher die Pfadfinderlager aus der Jugendzeit in den Sinn, samt Lagerfeuerromantik und Songbook „303“. Auch damals hatte immer einer die Gitarre dabei. Wenn Travel zu später Stunde auf besonderen Wunsch die „Country Roads“ anstimmt, dann ist es gerade so wie damals am Lagerfeuer: Alles singt mit, es wird laut und lauter und jeder hat seinen Spaß daran.

Bei „Sing along with Travel“ will von Anfang an jeder mitsingen. Schließlich hat man ja den richtigen Text zum Mitlesen vor sich liegen. Textsicher war man bei den englischen Songs eh nie. Doch wer will schon den ganzen Abend lesen? Drum bleibt’s bei den meisten doch wieder nur beim lautstarken Refrain-Gesang.

Travel hat Klassiker und Gassenhauer von Bob Marley, The Eagles, The Doors, Depeche Mode, Bruce Springsteen, Prince, CCR, Commodores oder Johnny Cash im Gepäck. Auch Hits aus der neueren Rock-epoche von Robbie Williams, George Ezra, Oasis oder Bloodhound Gang finden sich in seinem Songbook. Und sogar Weihnachts-Songs wie „Last Christmas“ von Wham und „Feliz Navidad“ von Jose Feliciano laden zum Mitsingen ein.

Zu den Höhepunkten vor der Pause entwickeln sich die Travel-Version von David Bowies „Heroes“ und „Sex on fire“ von Kings of Leon, als er Mädels und Jungs abwechselnd singen lässt. Zwischendurch erzählt er von seiner Reise durch Lateinamerika und besingt („Ich hoff’, es kann niemand Spanisch“) in der mitgebrachten Ballade „La Choraca“ eine besondere Mexikanerin. Noch ein zweites Mal bringt er seine Fans zum entspannten Zuhören: Wenn er seinen einzigen selbst geschriebenen Song „You’re beautiful“ erklingen lässt.

Nach der Pause bekommt die One-Man-Show mit Dieter Kupka am Bass unerwartete Verstärkung. Travel wagt – vielleicht dank dieser Rückendeckung – das eine oder andere Mal singend und spielend einen Ausflug durch die Reihen, wie etwa bei „Wonderwall“ von Oasis. Bei einer Nummer in Deutsch, oder besser gesagt in Austro-Deutsch – „Ham kummst“ von Seiler & Speer – hat er akustisch das komplette Stüberl hinter sich.

Je länger der Abend dauert, umso wohler scheint sich Travel in seiner Rolle als mitreißender Alleinunterhalter zu fühlen. Auch nach mehr als zwei Stunden Spielzeit lässt weder seine Energie noch sein scheinbar unerschöpfliches Repertoire nach. „Ich spiel’ so lang, bis jemand sagt: Aufhören!“, sagt er – und beginnt nach mehreren Zugaben und dem eigentlichen Konzertende noch ein „kleines Wunschkonzert“ mit Open-End.

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