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Prozess

30.01.2019

Trotz Alkoholfahrt: Bauer darf Traktor fahren

Ein 25-jähriger Landwirt hat seinen Führerschein wegen einer Alkoholfahrt mit dem Auto verloren. Das Aichacher Amtsgericht erlaubt ihm dennoch das Traktorfahren. Symbolbild
Bild: Ralf Lienert

Er saß mit zwei Promille am Steuer und verlor deshalb den Führerschein. Ein 25-jähriger Landwirt findet bei der Verhandlung in Aichach dennoch gute Argumente.

Ganz ohne Führerschein ist das Leben schwierig für einen 25-jährigen Landwirt. Vor allem die Versorgung der Tiere, die in einem Stall außerhalb seines Dorfes im nördlichen Landkreis untergebracht sind, wird zu Fuß zum Problem. Im Aichacher Amtsgericht hat der Mann deshalb jetzt versucht, wenigstens den Traktorführerschein zurückzubekommen.

Angefangen hatte sein Dilemma schon im September. Der 25-Jährige war im Aindlinger Ortsteil Pichl, als dort das Kicker-Turnier stattfand. Mit fast zwei Promille Alkohol im Blut setzte er sich am Abend noch hinter das Steuer. Eine Fehlentscheidung, wie er inzwischen weiß. Im Aichacher Gerichtssaal erklärt er Richter Walter Hell: „Ich bereue es jeden Tag.“ Erst jetzt merke er, was der Führerschein für ihn bedeutet.

Der Vater ist gesundheitlich eingeschränkt

Die Fahrerlaubnis des Landwirts wurde damals eingezogen, nachdem die Alkoholfahrt am Ortsausgang von Pichl geendet hatte. Hier hatte der Mann sein Auto gegen ein Brückengeländer gelenkt. Frühestens in zehn Monaten kann er seine Fahrerlaubnis erstmals wieder beantragen. Dabei wird der 25-Jährige gerade dringend auf dem elterlichen Hof gebraucht – und zwar mit einem Führerschein „T“ zum Traktor fahren, wie er im Gerichtssaal berichtet. Sein Vater sei im Moment gesundheitlich eingeschränkt. Fährt ihn die Mutter, fehle ihre Arbeitskraft an anderer Stelle.

Deshalb bittet der junge Landwirt das Gericht nun darum, die Rechtsfolgen seines Unfalls zu beschränken. Die fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs räumt er ein. Ein Seminar zum Umgang mit Alkohol hat er auch schon gemacht. Und auf den Autoführerschein wird der Landwirt jetzt erst einmal verzichten. Nur die Erlaubnis, einen Traktor zu fahren, die bräuchte er.

Weil auch die Staatsanwältin Katharina Stoll den Zweck der Maßregelung dadurch nicht gefährdet sieht, spricht ihm das Gericht schließlich den Traktorführerschein zu. Des Weiteren bleibt es bei einer Geldstrafe von insgesamt 3200 Euro.

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