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Todtenweis-Sand

10.08.2016

Ulrichsmarterl erinnert an die  Lechfeldschlacht

Das Ulrichsmarterl an der Kreuzung Thierhauptener- und Kapellenstraße im Todtenweiser Ortsteil Sand erinnert an die legendäre Lechfeldschlacht.
Bild: Sofia Brandmayr

Jahrelang hatten die Ungarn im Land geplündert und geraubt. Ein kleines Marterl in Todtenweis erzählt, wie König Otto sie in der Lechfeldschlacht besiegte.

Todtenweis Ottos Sieg auf dem Lechfeld gilt als einer der bedeutendsten in der deutschen Geschichte. Damit enden die Ungarneinfälle. Die Schlacht wurde wahrscheinlich am 10. August 955 im Dreieck zwischen Landsberg, Augsburg und Mering geschlagen. Der Legende nach soll Bischof Ulrich die Soldaten gesegnet haben, bevor sie in die Schlacht gezogen waren.

In Bayern ranken verschiedene Geschichten um diese Schlacht. Der Heilige Bischof Ulrich von Augsburg wurde so im Laufe der Zeit zu einem Teilnehmer der Schlacht. Historisch ist das wohl aber nicht haltbar.

Es ist jedoch überliefert, dass bei der vorherigen Belagerung der Stadt Augsburg durch die Ungarn die Verteidigung des Osttores, das am härtesten umkämpft war, von Bischof Ulrich persönlich überwacht worden sei und in der darauf folgenden Nacht habe er die Klosterfrauen in Prozessionen durch die Stadt ziehen lassen, um Fürbitten zur Mutter Gottes zu sprechen.

Ulrichsmarterl erinnert an die  Lechfeldschlacht

König Otto schnitt Ungarn den Rückweg ab

Am Ende der Feldschlacht, bei der vermutlich auch viele Einzelgefechte auf der östlichen Lechseite zwischen Thierhaupten und Mering stattfanden, befanden sich die Ungarn auf der Flucht. Sie wurden dabei noch auf etwa 20000 Mann geschätzt. Die Ungarn versuchten, auf die bayerische Uferseite des Lechs zu ihrem Lager zu gelangen. Doch gerade in der direkten Umgebung des Lechfeldes hatte König Otto im Vorfeld auf der östlichen Lechleite die Burgställe und Ungarnwälle, davon allein drei bei Todtenweis, bemannen lassen.

Den Magyaren war der Rückweg somit abgeschnitten. In die Enge getrieben, wurden die Ungarn zersplittert und niedergeschlagen. Den wenigen Kriegern, die diesen Massakern entkommen konnten, wurde im Hinterland an besetzten Fähren und Furten, zum Beispiel bei Langweid, aufgelauert. Sie wurden erschlagen oder ertränkt.

In Zusammenhang mit der Ungarnschlacht wurde in Todtenweis ein Ulrichsmarterl errichtet. Es stand zunächst an der Stelle, an der der heilige Ulrich den Segen erteilt haben soll. Bereits in der Kataster-Uraufnahme (zur Aufstellung des Grundsteuerkatasters wurde in den Jahren von 1808-1864 Bayern erstmals vermessen) von 1813 ist in der Nähe des heutigen Kieswerkstandortes im Todtenweiser Ortsteil Sand ein Marterl eingezeichnet.

Zur Tausendjahrfeier wurde eine Ulrichsäule errichtet

Im Jahr 1955, zur Tausendjahrfeier der Ungarnschlacht, wurde eine Ulrichsäule an der Straße von Todtenweis nach Sand, östlich des Kieswerks Seemüller errichtet. Damals verlief die Straße noch weiter südlich. Im Laufe der Zeit wurde sie jedoch immer weiter nach Norden verlegt und führte schließlich direkt am Marterl vorbei. Das Grundstück gehörte früher zur Unteren Mühle in Sand und damit zum Kloster St. Ulrich und Afra Augsburg und fiel dann nach dem Verkauf des Anwesens an die Obermühle von Sand. Von den Todtenweisern wurde das Marterl als „Sanderweg-Seila“ (Säule am Sanderweg) bezeichnet.

Im Jahr 1993, im sogenannten Ulrichsjahr, wurde ein neues Ulrichsmarterl errichtet. Damals sollte jeder Todtenweiser Ortsverein eine Aufgabe zum Gelingen des Jubiläumsjahres übernehmen. Die Freiwillige Feuerwehr übernahm die Aufgabe, das alte Ulrichsmarterl auf einen neuen Platz an der Kreuzung Thierhauptener- und Kapellenstraße in Sand, nahe der Kapelle, umzusetzen. Die Planung für den neuen Standort übernahm Maurermeister Xaver Helfer. Doch schon bei den Ausgrabungsarbeiten zerbrach das alte Martel in seine Einzelteile. Damit war an eine Umsetzung an den neuen Standort nicht mehr zu denken. Es wurde beschlossen, ein neues Marterl zu planen und zu bauen.

Den Neubau übernahm der damalige Vorsitzende der Feuerwehr, Johann Menzinger. Zwischen Friedberg und Wulfertshausen fand Menzinger ein Marterl, das ihm gefiel und nach diesem Vorbild baute er das neue Todtenweiser Ulrichsmarterl. Menzinger nahm Maß und zeichnete sich eine Skizze.

1993 wurde neues Marterl eingeweiht

Sämtliche Beton- und Maurerarbeiten wurden von ihm und seinem Gehilfen, Georg Riß ausgeführt. Etwa 80 Stunden arbeiteten beide ehrenamtlich am neuen Gedenkmarterl. Das Baumaterial wurde von der Gemeinde übernommen. Weitere ehrenamtliche Hilfe kam von den Firmen Seemüller, Helfer, Hartl, Mießl aus Aindling, und von Johann Eichenseher und Familie Wagner aus Sand. Grafiker Bruno Ullmann übernahm die malerische Gestaltung.

Am 21. Mai 1993 begann der Bau. Am 2. Juli fand die Einweihung statt. Diese wurde im Rahmen einer Lichterprozession mit Prälat Spoden vom Domkapitel Augsburg vorgenommen. Das neue Ulrichsmarterl steht auf Gemeindegrund und ist somit Eigentum der Gemeinde Todtenweis.

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