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16.01.2008

Umstrittene Straßen in Kühbach werden geteert

Es wurde voll im Sitzungssaal des Kühbacher Rathauses am Dienstagabend. Grund für das große Interesse der Zuhörer: Der Marktgemeinderat stimmte erneut ab über die Asphaltierung der Straße von Stockensau nach Unterbernbach, des Feldweges von Kühbach zur Unterführung an der B 300 Richtung Gachenbach und des Weges von Radersdorf nach Reifersdorf.

Im Oktober hatte der Gemeinderat alle drei Projekte mit 8:8 Stimmen abgelehnt. Das sorgte im November für lautstarken Ärger bei der Bürgerversammlung in Kühbach. Die Stockensauer überreichten damals eine Liste mit 25 Unterschriften und beantragten, dass der Gemeinderat noch einmal über die drei Straßen abstimmt. Mit Erfolg. Am Dienstag stimmten zehn Gemeinderäte für die Asphaltierung der Straße von Stockensau nach Unterbernbach. Um alle Ortsteile gleich zu behandeln, winkten sie auch die beiden anderen Straßenprojekte durch. Sechs Gemeinderäte votierten erneut dagegen: Anton Sibinger, Franz Baumer, Engelbert Thumm, Peter Mayr, Martin Augustin und Michael Richter.

Franz Heggenstaller und Hans Hörmann, die im Oktober noch gegen die drei Straßenprojekte argumentiert hatten, befürworteten sie dieses Mal. Vor allem Hörmann war bei der Bürgerversammlung in Kühbach unter Beschuss geraten. Er hatte bei der ersten Abstimmung berichtet, dass in seinen Telefonaten mit sieben Stockensauern nur einer ausdrücklich die Asphaltierung der Straße zwischen Stockensau und Unterbernbach gefordert habe.

Das hatte in Stockensau für einen Sturm der Entrüstung gesorgt. "Man kann nicht nur sieben Bauern befragen und die anderen Bürger nicht. Das ist eine Sauerei", empörte sich unter anderen Wilhelm Kistler auf der Bürgerversammlung. "Ich räume ein, dass ich die Wünsche der Stockensauer damals falsch eingeschätzt habe", sagte Hörmann nun.

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Auch der stellvertretende Bürgermeister Hans Krammer bezeichnete die Asphaltierung aller drei Straßen als "sehr notwendig". Er argumentierte mit der Chance auf eine günstige Ausschreibung und wurde von Bürgermeister Hans Lotterschmid bestätigt, der sich erneut für die Straßen einsetzte: "Die Straßenbauunternehmen betteln um Arbeit. Die haben gerade eine Tiefpreisphase." Der dritte Bürgermeister Karl-Heinz-Kerscher plädierte ebenfalls dafür: "Den Antrag haben wir schon vor 20 Jahren behandelt. Jetzt können wir es uns leisten."

Michael Richter blieb bei seinem Nein: "Ich sehe keinen echten Bedarf, auch wenn 25 Leute unterschrieben haben. Wahrscheinlich benutzen nur diese 25 die Straße regelmäßig." Auch Engelbert Thumm votierte erneut dagegen: "Wie viele Wege müssen wir noch zuteeren, wenn wir das anfangen?"

Richters Forderung nach einer Verkehrszählung lehnte Bürgermeister Hans Lotterschmid ab. Dafür sei der Verkehr dort zu unregelmäßig. Einer ersten Schätzung zufolge kostet die Teerung der drei Straßen auf dem bestehenden Untergrund rund 160.000 Euro. Franz Baumer bezweifelte, dass eine einfache Asphaltdecke den schweren Fahrzeugen auf Dauer standhält, konnte sich damit aber nicht durchsetzen. Die Gemeinderäte waren sich einig, dass ein frostsicherer Untergrund zu teuer wäre.

Einstimmig lehnte der Gemeinderat den Bau eines Rückhaltebeckens in Oberschönbach ab. Ingenieur Rupert Mayr hatte die Kosten dafür auf rund 130.000 Euro geschätzt - den Grunderwerb noch nicht eingeschlossen. Oberschönbacher Bürger hatten das Rückhaltebecken im Westen ihres Ortsteiles angeregt, nachdem sie beim Hochwasser vor zwei Jahren und auch nach den starken Niederschlägen im vergangenen Jahr Wasser im Haus beziehungsweise auf den Höfen gehabt hatten.

Mayr riet zu einem verstärkten "Objektschutz statt einem kostenaufwendigen Rückhaltebecken". Das sei "im Ergebnis nicht viel schlechter". Lotterschmid ergänzte: "Wasser ist für jeden Betroffenen schlimm. Aber nur ein Haus hatte Wasser im Keller. Der Besitzer muss in Sachen Objektschutz etwas unternehmen."

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