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Krankenhaus Aichach

08.02.2019

Unabhängige: Gegen Klinikchef läuft eine Intrige

Krzysztof Kazmierczak, Geschäftsführer der Kliniken an der Paar.
Bild: Angela Kerle

Die Kreistagsfraktion stellt sich hinter den Geschäftsführer Krzysztof Kazmierczak. Von Außen werde gegen die Klinikleitung geschürt und das schade dem Krankenhaus massiv.

Die Kliniken an der Paar erleben derzeit stürmische Zeiten: Zumindest vorläufiges Aus für die Geburtenstation im nagelneuen Krankenhaus in Aichach statt Aufbruchstimmung durch den modernen Neubau und wieder stark anwachsende Millionen-Defizite für den Landkreis statt der angestrebten „schwarzen Null“. Der Grund für diese negativen Entwicklungen seien aber nicht Fehler in der Landkreispolitik, sondern die Gesundheitspolitik auf Landesebene, vor allem aber auf Bundesebene, so die Analyse der Kreistags-Fraktion der Unabhängigen. Aber auch vor Ort im Wittelsbacher Land werde dem Krankenhaus Schaden zugefügt, so Fraktionschef Sepp Bichler in einem Pressegespräch, und zwar indirekt: „Von außen laufen gezielte Intrigen gegen den Krankenhaus-Geschäftsführer.“ Schon vor zweieinhalb Jahren, als es um die Vertragsverlängerung von Krzysztof Kazmierczak ging, wurde gezielt Stimmung gegen den Geschäftsführer gemacht, unter anderem in anonymen Schreiben (wir berichteten). Er stand damals mitten in Verhandlungen über seinen eigenen Vertrag unter Druck, zum einen weil das Defizit höher ausfiel als erwartet, vor allem aber wegen seines Führungsstils. Konflikte, Verletzungen, Differenzen auch mit Mitarbeitern aus der Führungsebene sind offensichtlich die Quelle für Anfeindungen von heute Außenstehenden.

Interne Querschüsse gab es auch 2017

Anfang 2017 unterschrieb Kazmierczak einen neuen Fünf-Jahres-Vertrag – auf seinen Wunsch hin. Die Kreispolitiker boten ihm sogar eine Laufzeit von zehn Jahren an, auch um interne Querschüsse bei Vertragsende ins Leere laufen zu lassen. Seither sei es ruhig geworden, sagt Bichler, der seit vielen Jahren Mitglied im für die Krankenhäuser zuständigen Werkausschuss des Kreistags ist. Jetzt nach der Debatte um die Geburtenstation werde das Feuer gegen den Klinikchef wieder geschürt: „Zum Schaden der Krankenhäuser.“ Dass sich mittlerweile auch Kommunalpolitiker anschließen, findet Sepp Bichler nicht gut. Neben dem Aichacher Bürgermeister Klaus Habermann übten zuletzt auch andere Stadtpolitiker öffentliche Kritik an Kazmierczak, der seit 2007 im Amt ist. Die Unabhängigen stehen hinter dem Geschäftsführer, betonte die gesamte sechsköpfige Fraktion im Pressegespräch. Natürlich gebe es auch immer wieder Entscheidungen der Klinikleitung, mit denen man nicht einverstanden sei, aber er leiste eine gute Arbeit bei einer sehr schwierigen Aufgabe. Kreisrätin Eva Ziegler: „Ich glaube, dass es die kreiseigenen Krankenhäuser heute nicht mehr geben würde, wenn er nicht gekommen wäre.“

Für Bichler zeichnet sich klar ab, dass das Wittelsbacher Land auf Jahre hinaus hohe Defizite finanzieren müsse. Von dem Plan, dass sich der Neubau in Aichach durch bessere Wirtschaftlichkeit quasi selber finanziere, müsse sich die Kreispolitik verabschieden. Das liege an der Rahmenpolitik des Bundes, der kleine Häuser gegenüber Großkliniken klar benachteilige: „Die CSU- und SPD-Leute vor Ort sollten das mal nach Berlin bringen.“ Die Frage sei, wie lange das der Landkreis finanziell aushalten kann.

Speziell bei der Babystation in Aichach gebe es nicht nur ein Problem mit fehlenden Hebammen, es mangle ja auch an Gynäkologen, verweist Bichler. Damit wieder Kinder in Aichach zur Welt kommen, sieht er nur eine Chance: Zuerst die Friedberger Geburtshilfe stabilisieren und dann wieder in der Kreisstadt neu starten. Eins steht für Bichler fest: „Ganz schnell geht das nicht.“

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