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Unberechtigte Corona-Impfungen schaden gesellschaftlichem Zusammenhalt

Kommentar Von Nicole Simüller
15.02.2021

Plus In der Region werden immer mehr Fälle von unberechtigten Corona-Impfungen bekannt. Sie sind geeignet, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu beschädigen.

Die Senioren- und Pflegeheime, Krankenhäuser, ambulanten Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste - sie alle haben mit den von ihnen Betreuten, den Mitarbeitern und Angehörigen ein fürchterliches, nervenaufreibendes, weit über die Grenzen der persönlichen Belastbarkeit hinausgehendes Jahr hinter sich. Corona hat ihnen alles abverlangt und tut es noch immer. Mit dem Impfstoff verbindet sich die Hoffnung auf eine Rückkehr in ein normaleres Leben mit offeneren Häusern und weniger Angst, sich oder andere anzustecken.

Doch solange er knapp ist, muss er – wie es die Ständige Impfkommission vorsieht – den vulnerabelsten Gruppen vorbehalten bleiben: Alten und Kranken. Sind sie geimpft, so die Hoffnung, verringert das die Zahl der schweren Verläufe, Todesfälle und Krankenhauseinweisungen. Die Priorisierung der Impfkommission mag ihre Schwächen haben – wie immer, wenn eine allgemeine Regel auf viele konkrete Fälle angewendet wird. Aber wenn Impfungen – sei es auch aus dem menschlich nachvollziehbaren Gedanken, Angehörige, Mitarbeiter oder Helfer zu schützen – nicht regelkonform vergeben werden, ist der Willkür Tür und Tor geöffnet.

Caritas ist um Offenheit und Wiedergutmachung bemüht

Der Caritas ist zugutezuhalten, dass sie nach den Ereignissen in Pöttmes um Offenheit und Wiedergutmachung bemüht ist. Ob es auch dazu gekommen wäre, wenn nichts über die unberechtigten Impfungen an die Öffentlichkeit gedrungen wäre? Die AWO begründet die fragwürdigen Impfungen unter anderem ihres Vorstandsvorsitzenden in einem Friedberger Heim im Januar am Montag unter anderem mit der Aufrechterhaltung des Heimbetriebes und der besonderen Sensibilität infolge der Corona-Todesfälle in ihren Heimen.

Nach den bekannt gewordenen, unterschiedlich gelagerten Fällen in der Region ist klar: Bei Sammelimpfungen muss genauer hingeschaut werden. Der Eindruck, dass hier nicht immer alles mit rechten Dingen zugeht, ist geeignet, dem gesellschaftlichen Zusammenhalt zu schaden. Wer geduldig gewartet hätte, bis er dran ist, tut das womöglich nicht mehr, wenn er das Gefühl hat, dass andere sich vordrängen oder bevorzugt werden. Das hat nichts mit einer Neiddebatte zu tun. Sondern damit, dass jeder darauf vertrauen können sollte, dass alle sich ehrlich und solidarisch an die gleichen Regeln halten.

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