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Sensation

05.12.2013

Ungarnschlacht: Enthüllung wird mit Spannung erwartet

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Dr. Hubert Raab, Altbürgermeister Josef Kodmeier und Prof. Rupert Gebhard (von links) mit dem Heimatbuch.
Bild: Heike John

Eine Delegation aus Todtenweis ist beim Pressetermin in München dabei. Jetzt müssen auch frühere Funde neu bewertet werden

Sehr gespannt machte sich am Mittwoch eine Delegation aus Todtenweis auf den Weg nach München. Dort wurde bei einem Pressetermin in der archäologischen Staatssammlung der Sensationsfund aus dem Todtenweiser Ortsteil Bach präsentiert. Wie berichtet, fand der Mühlhausener Robert Gans als Sondengänger den ersten archäologischen Nachweis der „Schlacht auf dem Lechfeld“ im Jahr 955. Wie die meisten Anwesenden sahen Altbürgermeister Josef Kodmeir und der amtierende Bürgermeister Konrad Carl das Pferdegeschirr gestern zum ersten Mal.

Als heimatgeschichtlich Interessierter geht Robert Gans jeden Sonntagvormittag seinem großen Hobby nach und ist mit einer Metallsonde unterwegs. Ehefrau Anna erinnert sich noch genau an den denkwürdigen Tag des großen Fundes im August 2011. „Ich war schon sauer, weil er um halb zwei immer noch nicht zu Hause war.“ Der immense Schatz im Kofferraum des Wagens rechtfertigte die Verspätung zum Sonntagsbraten. Der als technischer Leiter in einem metallverarbeitenden Betrieb tätige Gans arbeitet eng mit dem Landesamt für Denkmalpflege zusammen. Daher war es für ihn eine klare Sache, den Fund sofort zu melden. Geheim gehalten wurde er deshalb so lange, um keine „Schatzsucher“ auf den Plan zu rufen.August 2011 Ziemlich genau 1057 Jahre nach der berühmten „Schlacht im Lechfeld“ stößt Robert Gans mit einer Sonde auf Fragmente des äußerst prachtvollen ungarischen Pferdegeschirrs.

Einer hatte jedoch schon früh Kenntnis von dem Fund: Kreisheimatpfleger Dr. Hubert Raab. Er trug aus seinem Wissensschatz unter anderem auch die archivarische Überlieferung des Auwald-Sumpfes am Fundort bei. Die Objekte waren, bis Gans sie fand, von einer sehr dünnen Humusschicht überdeckt. Einem glücklichen Zufall ist es zuzuschreiben, dass die Fundparzelle als einziges Flurstück der weiteren Umgebung bisher nie mit dem Pflug umgebrochen worden ist. Hubert und Gabriele Raab schwiegen. Ein klitzekleiner Hinweis findet sich aber in ihrem kürzlich erschienenen Buch „Spurensuche im Wittelsbacher Land“. Offensichtlich sei aber noch niemand auf diese Textstelle gestoßen, folgert Hubert Raab.

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Genauso wenig bemerkte die Öffentlichkeit die Ausgrabungen im Sommer 2012. Gerade mal ein Kilometer Luftlinie vom Ort entfernt, umringt von Maisfeldern, wurde der Schatz geborgen. Auch die Familie des Finders war dabei. Die 14- und 17-jährigen Söhne waren fast enttäuscht, weil die Arbeiten kaum eine Woche in Anspruch nahmen.

So erfuhr Altbürgermeister Josef Kodmeir, der normalerweise jeden Stein in der 1300-Einwohner-Gemeinde kennt, ebenfalls nichts von dem Schatz. Den stellvertretenden Bürgermeister Konrad Carl traf die Fundnachricht ebenfalls völlig unvorbereitet. „Plötzlich erhielt ich letzte Woche per E-Mail die Einladung zum Pressegespräch nach München“, erzählt er. Am Dienstag besichtigte er die Fundstelle und wäre mit seinem Auto fast nicht mehr aus dem extrem lehmigen unwegsamen Gelände herausgekommen.

Die Auswirkungen des Fundes auf seine Gemeinde will er zunächst einmal abwarten. Auf jeden Fall passe das „ganz gut in die Theorie, die wir schon lange vertreten haben“, erklärte er und verwies auf das Todtenweiser Heimatbuch. Gans’ Entdeckung wirft auch ein neues Licht auf einige Funde aus den 1980er Jahren in Kiesgruben bei Sand, etwa 2,5 Kilometer südwestlich der Fundstelle des Pferdegeschirrs: eine ungarische Trense und zwei Flügellanzen.

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