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Banken

23.02.2015

„Uns kostet ein Konto auch Geld“

Ein Großteil unseres heutigen Geldverkehrs erfolgt heute bargeldlos – per Überweisung. Jetzt drehen viele Banken an der Gebührenschraube.
Bild: Peter von Neubeck

Die Postbank nimmt künftig 99 Cent pro handgeschriebener Überweisung. Auch im Wittelsbacher Land ist nicht jede Leistung kostenlos. Wie die Geldinstitute das erklären.

Die Miete, der Lohn, die Kosten fürs Handy. Ein Großteil unseres Geldverkehrs läuft heute bargeldlos. Girokonto und Bankkarte sind feste Bestandteile unseres Lebens. Nun drehen einige Banken an der Preisschraube. Die Postbank etwa nimmt ab April 99 Cent pro handgeschriebener Überweisung. Bei anderen Geldinstituten ist das zum Teil schon der Fall – auch im Wittelsbacher Land.

Wer bei der Sparkasse Aichach-Schrobenhausen eine Überweisung tätigt, einen Dauerauftrag einrichtet oder einen Scheck ausstellt, zahlt nichts. Vorausgesetzt, er tut das online. Bringt ein Kunde hingegen eine handgeschriebene Überweisung oder kommt mit einem Dauerauftrag oder einem Scheck in eine Filiale, werden schon seit einiger Zeit 1,50 Euro fällig.

Warum das so ist, erklärt Rainer Wörz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, mit dem höheren Aufwand. Bei handgeschriebenen Überweisungen sei noch ein Mitarbeiter zwischengeschaltet, der die Aufträge erfasst. „Die Personal- und Ausbildungskosten, die dabei entstehen, müssen wir irgendwie wieder hereinholen“, sagt Wörz. Online hingegen gebe der Kunde seine Daten selbst ein. Man habe das Angebot folglich bewusst danach strukturiert, ob Service gewünscht sei oder nicht.

"Jede Bank muss diese Frage für sich beantworten"

Damit die Kosten im Rahmen bleiben, bietet die Sparkasse für serviceorientierte Kunden oder Kunden, die ihre Bankgeschäfte nicht online abwickeln können, eine eigene Kontovariante an, so Wörz. Bei dieser sind für monatlich 6,90 Euro alle Dienstleistungen enthalten. „Uns kostet ein Konto auch Geld“, betont Wörz, etwa für die Technik im Hintergrund. Im Zusammenhang mit den aktuell niedrigen Zinsen und der immer kleiner werdenden Zinsspanne müsse man die angebotenen Modelle daher immer wieder durchrechnen.

Christian Baumeister, Vorstand der Raiffeisenbank Rehling, bestätigt das. Er könne angesichts der aktuellen Zinslage nachvollziehen, wenn Institute ihre Angebote überprüfen. „Ich würde da keiner Bank einen Vorwurf machen“, sagt er. „Jede Bank muss diese Frage für sich beantworten.“ Es gehe um die Frage, ob die Höhe einer Gebühr angemessen sei – was Bank für Bank unterschiedlich zu beantworten sei.

Die Raiffeisenbank Rehling selbst versteht sich Baumeister zufolge als sogenannte Hausbank: „Wir wollen für Kunden in der Region da sein.“ Im konkreten Fall heißt das, dass Kunden nur für Bankkarte und Abhebungen an Geldautomaten außerhalb von Rehling und Hollenbach zahlen – vorausgesetzt, sie wohnen in der Nähe und nutzen die Raiffeisenbank Rehling auch bei ihren anderen Geldgeschäften. Überweisungen kosten für diese Kunden nichts – unabhängig davon, ob sie die Überweisungen per Hand oder am Computer ausfüllen. Andere zahlen dafür pauschal vier Euro im Monat. Auch Baumeister betont: „Die Mitarbeiter, die Technik und die Leistung vor Ort kosten uns was.“ Er ist aber ebenso überzeugt: Kunden seien bereit, zu zahlen – wenn man ihnen nur transparent den Mehrwert der jeweiligen Leistung erkläre.

Änderungen sind nicht geplant

Ralf Horak, Sprecher der HypoVereinsbank, die auch in Aichach eine Filiale unterhält, sieht das ähnlich. „Unsere Kontomodelle haben sich bewährt“, sagt er. Bei der HypoVereinsbank kostet eine Überweisung per Beleg, also handgeschrieben, je nach Kontomodell zwischen 90 Cent und 2,50 Euro. Wer Online- oder Mobile-Banking oder einen der Selbstbedienungsautomaten nutzt, zahlt keine Gebühr. Horak erklärt diesen Umstand ebenfalls mit dem „wesentlich höheren Kostenaufwand“. Man habe sich dem Kundenverhalten angepasst, sagt der Sprecher: „Papier-Überweisungen spielen seit zehn Jahren praktisch kaum noch eine Rolle.“ Nur einer von sechs Kunden greife noch auf diese zurück. Änderungen bei den Gebühren seien momentan nicht geplant.

Das steht auch bei Sparkasse und Raiffeisenbank nicht an. „Wir planen nicht, an unseren Gebühren etwas zu ändern“, sagt Rainer Wörz von der Sparkasse Aichach-Schrobenhausen. Auch bei der Raiffeisenbank Rehling ist das laut Christian Baumeister aktuell nicht geplant.

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