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Prozess

16.09.2018

Urteil nach Schlägerei vor Diskothek in Pöttmes

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Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Bei der Auseinandersetzung tragen beide Parteien Verletzungen davon. Was für die Richterin ausschlaggebend war.

Eine gebrochene Nase, ein blaues Auge, Prellungen und eine Gehirnerschütterung waren das Ergebnis einer Auseinandersetzung mit vier Beteiligten. Sie waren in der Halloweennacht 2017 vor einer Diskothek in Pöttmes aneinandergeraten. Alle vier trugen Verletzungen davon. Richterin Eva-Maria Kraus musste am Amtsgericht Aichach die Frage klären, ob die beiden 26 und 25 Jahre alten Angeklagten aus dem Landkreis Donauwörth zugeschlagen hatten oder selber verprügelt worden waren. Vor allem ein Punkt zählte für sie bei ihrem Urteil.

Auslöser der Auseinandersetzung war die Ex-Freundin des 25-Jährigen. Sie hatte sich hilfesuchend an ihn gewandt, weil sie vor der Tür der Diskothek begrapscht worden war. Von einem 24-Jährigen aus dem nördlichen Landkreis Aichach-Friedberg, wie sich später herausstellte.

Angeklagte bestreiten Vorwürfe

Ihn wollte der 25-Jährige daraufhin zur Rede stellen. Es habe zuerst eine verbale Auseinandersetzung gegeben, sagte er aus. Als der junge Mann aus dem Wittelsbacher Land wegging, sei er ihm nachgegangen und habe auf der Straße von hinten einen Schlag auf den Kopf bekommen, so der Angeklagte. „Ich lag am Boden und habe nur noch Tritte im Gesicht gespürt.“ Seine geschwollene Nase, Prellungen im Gesicht und das blaue Auge dokumentierte er mit seiner Handykamera. Seiner Meinung nach war es ein Freund des jungen Mannes aus dem Landkreis Aichach-Friedberg, der ihn so zugerichtet hatte.

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Eben dieser Freund soll bei der Auseinandersetzung auch dem 26-jährigen Mitangeklagten, der dem 25-Jährigen helfen wollte, mit der Faust mehrfach auf die Nase geschlagen haben. Laut Attest war sie gebrochen, der 26-Jährige musste sogar operiert werden.

Wie die Verletzungen der beiden Angeklagten zustande gekommen waren, konnten sich weder der 24-Jährige aus dem Landkreis Aichach-Friedberg noch sein Freund erklären. Sie hätten nicht zugeschlagen, versicherten beide vor Gericht. Der 24-Jährige sagte aus, dass er von dem 25-Jährigen geschubst worden sei. Wer ihn dann aber kurz darauf von hinten so schubste, dass er auf den Boden fiel, bewusstlos war und sich eine Gehirnerschütterung zuzog, konnte er nicht sagen.

Massive Widersprüche

Sein Freund kam laut eigener Aussage erst dazu, als der 24-Jährige schon am Boden lag. „Als ich ihm helfen wollte, wurde ich weggeschubst und bekam eine auf die Nase.“ Danach sollen die beiden Angeklagten auf ihn eingetreten haben. Verletzungen will er bei ihnen nicht gesehen haben. Er selbst zog sich nur ein paar blaue Flecken zu. Nur noch vage erinnerten sich zwei weitere Zeugen an die Vorgänge. Sie sahen, wie zwei auf den 24-Jährigen, der am Boden lag, eintraten. Beide sagten aus, den 26-jährigen Angeklagten zu erkennen.

Staatsanwältin Stefanie Dylla sah durch die Zeugen die Geschichte der beiden Angeklagten widerlegt. Sie plädierte jeweils für eine achtmonatige Bewährungsstrafe sowie die Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 300 Euro.

Verteidiger Rüdiger Prestel wies auf die teilweise massiven Widersprüche in den Aussagen der Zeugen bei der Polizei und vor Gericht hin. Vor allem die Frage, woher die Verletzungen der beiden Angeklagten kommen, war für ihn nach wie vor nicht beantwortet. „Ich sehe viele Varianten, die teilweise nicht stimmig meinander passen.“ Er plädierte deshalb für Freispruch.

Dem schloss sich die Richterin an. Für sie war dabei ein ausschlaggebender Punkt, dass es der 26-jährige Angeklagte gewesen war, der mit einer Anzeige bei der Polizei alles ins Rollen gebracht hatte. „Ich mache keine Anzeige, wenn ich der Hauptaggressor bin“, sagte Kraus. Sie war von der Schuld der beiden Angeklagten nicht überzeugt und sprach sie deshalb frei. (drx)

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