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Aindling

12.12.2020

VG Aindling gibt zwei Drittel ihrer Gelder für die Verwaltung aus

Die Verwaltung der Gemeinde Aindling, Todtenweis und Petersdorf kostet viel Geld.
Bild: Erich Echter (Archivbild)

Plus Die Verwaltungsgemeinschaft Aindling kalkuliert 2021 mit höheren Betriebskosten. Die Verantwortlichen überlegen: Wie lassen sich die Ausgaben dem Bürger vermitteln?

Die Verwaltungsgemeinschaft (VG) Aindling muss im kommenden Jahr höhere Betriebskosten als 2020 ausgeben. Das war das wichtigste Thema im öffentlichen Teil der Gemeinschaftsversammlung am Donnerstag. Josef Gamperl merkte dazu an: "Diese Entwicklung macht mich nachdenklich." Der Dritte Bürgermeister der Marktgemeinde Aindling staunte etwa darüber, dass zwei Drittel der Ausgaben in die Verwaltung fließen. Aindlings Bürgermeisterin Gertrud Hitzler, die als VG-Vorsitzende fungiert, erwähnte in dem Zusammenhang zwei Aspekte: Für das Beantragen von Fördermitteln sei ein gewisser Aufwand erforderlich und außerdem müsse man Geld und Zeit in die Dokumentation investieren.

Doch wie kann man die ständig steigenden Kosten den Bürgern vermitteln? Diese Frage stellte Stephan End, Zweiter Bürgermeister der Gemeinde Petersdorf. "Wir müssen den Bürgern vermitteln, wie die Aufgaben ablaufen", antwortete Konrad Carl, Bürgermeister der Gemeinde Todtenweis.

Die gute Nachricht: Die Verwaltungsgemeinschaft Aindling hat keine Schulden

Andreas Grägel von der Finanzverwaltung hatte den Haushalt 2021 in den wichtigsten Punkten erläutert. Demnach umfasst der Verwaltungshaushalt der VG 1,6 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt 50.000 Euro. Damit sinkt das Gesamtvolumen um gut ein Prozent. Die Betriebskostenumlage verzeichnet ein Plus von gut 14 Prozent, sodass je Einwohner nicht mehr 145,59 Euro zu entrichten sind, sondern 163,72 Euro. Die Marktgemeinde Aindling muss daher bei 4520 Einwohnern 740.000 Euro zahlen, die Gemeinde Petersdorf bei 1704 Einwohnern 279.000 Euro und die Gemeinde Todtenweis bei 1450 Einwohnern 237.000 Euro. Die Verwaltungsgemeinschaft hat keine Schulden und nimmt keine Kredite auf.

Doch nicht nur die Finanzen waren ein Thema der Versammlung:

Antrag auf Rente Das korrekte Ausfüllen eines Rentenantrags stellt viele Menschen vor Probleme. Josef Gamperl machte sich dafür stark, dass die angehenden Rentenbezieher Hilfe bei der kommunalen Verwaltung finden: "Hier ist das Rathaus in der Pflicht als Bürgerservice." Dort sollten die Leute beim Rentenantrag kompetente Ansprechpartner vorfinden: "Es geht nicht um die Rentenberatung." Die sollte in den Händen von Profis liegen, verlangte Gertrud Hitzler und fasste die Debatte mit diesem Satz zusammen: "Wir sind bei der Vermittlung gerne behilflich." Der Satz geht in Richtung von zwei Frauen, die in Aindling und in Petersdorf leben. Bei ihnen wird eine kostenlose Beratung angeboten, einschließlich Antragstellung und Rentenvorausberechnung.

Schutz der Daten Aus der Datenschutzgrundverordnung ergeben sich viele konkrete Folgen. Dazu gehört die Pflicht für die "bayerischen kreisangehörigen Gemeinden und die Verwaltungsgemeinschaften", einen Beauftragten für den Datenschutz und die Sicherheit der Informationen zu benennen. Weil damals die Zeit drängte, übernahm Walter Krenz im Juli 2018 in Aindling diese Aufgabe. Die ist aber mit seiner Tätigkeit als Leiter der Verwaltung nicht zu vereinbaren, weil er sich damit quasi selber kontrollieren müsste. Darum hält die VG nun Ausschau nach einer geeigneten Person. Im ersten Jahr, also 2021, sind dafür rund 26.000 Euro einzuplanen, danach circa die Hälfte. Für den externen Dienstleister rechnet man mit einem Wochenpensum von fünf Stunden. Nun wird die Suche nach einer geeigneten Person intensiviert. Der Auftrag schließt alle Mitgliedsgemeinden und die kommunalen Verbände in der VG mit ein.

Digitalisierung in Aindling

Digitalisierung der Verwaltung Die Entwicklung in puncto Digitalisierung ist keineswegs abgeschlossen. Das kam im Sachstandsbericht von Walter Krenz deutlich zum Ausdruck. Zusammenfassend sagte er: "Der Zug ist voll angelaufen. Wir werden mit Hochdruck daran arbeiten." Derzeit erfolgt die Ladung für den öffentlichen Teil der Sitzung noch auf anderem Weg als bei der nicht öffentlichen. Es wird eine einheitliche Form angestrebt.

Örtliche Rechnungsprüfung Stephan End (Petersdorf), Ulrike Schmid (Aindling) und Richard Eberle (Todtenweis) hatten die örtliche Rechnungsprüfung der Verwaltungsgemeinschaft für das Jahr 2019 vorgenommen. Die Ergebnisse dieses Trios lösten ebenso wenig eine Debatte aus wie die überörtliche Rechnungsprüfung für die Jahre 2014 bis 2018.

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