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Sitzung

18.01.2018

Vereine bekommen mehr Geld

Der Aindlinger Gemeinderat hat seine Vereinsförderung erhöht. Als einer der ersten Vereine bekommt der Schützenverein Eichenlaub Eisingersdorf Geld nach den neuen Richtlinien – für die geplante Modernisierung seiner Schießanlage.
Bild: Ulrike Eicher

150 statt 50 Euro gibt es für Aindlinger Vereine künftig pro Jahr. Auch Investitionen und Baumaßnahmen werden weiter gefördert.

Die Aindlinger Vereine dürfen sich freuen: Mehr Geld gibt es künftig von der Gemeinde. Die jährliche Fördersumme wurde von 50 auf 150 Euro erhöht. Das hat der Marktgemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag nach einer längeren Diskussion einstimmig beschlossen und die Vereinsförderrichtlinien komplett überarbeitet. „Die bisherigen 50 Euro im Jahr sind einfach nicht mehr angemessen in unserer heutigen Zeit“, sagte Bürgermeister Tomas Zinnecker.

Darüber waren sich auch alle Gemeinderäte einig. Wie eine Erhöhung im Detail aussehen könnte, darüber gab es allerdings verschiedene Ansichten und Vorschläge, die der zuständige Ausschuss bereits vorbereitet hatte. Im Gespräch war neben einer pauschalen Grundförderung auch eine Förderung gemessen an der Zahl der Vereinsmitglieder.

Josef Settele (Parteilose Wähler) hielt eine Pauschale nicht nur für gerechter, sie sei auch aus verwaltungstechnischen Gründen einfacher umzusetzen. Isidor Held von CSU/Freie Wählergemeinschaft stimmte ihm zu. Walter Pasker von der gleichen Gruppierung sah das anders: „Es ist doch am gerechtesten, wenn pro Mitglied bezahlt wird.“ Michael Balleis, ebenfalls CSU/Freie Wählergemeinschaft, stellte infrage, ob eine Grundförderung ohne konkreten Anlass überhaupt nötig sei. „Wichtiger ist es doch, bei bestimmten Baumaßnahmen oder Investitionen zu unterstützen“, fand er. Bernd Aichele (Bürgerwille ’76) hielt entgegen, dass diese Grundförderung auch eine Grundanerkennung dafür sei, dass es überhaupt Vereine gebe. „Die Vereinsarbeit ist ja heutzutage mit einem Riesenaufwand verbunden“, sagte er und forderte Zuschüsse nach Mitgliederzahlen – denn so habe die Gemeinde gleich einen Überblick darüber, wie sich die Vereine entwickeln.

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Es müssten dann aber alle Mitglieder zählen und nicht nur aktive, warf Bürgermeister Zinnecker ein: „Denn das ist eine schwierige Abgrenzung, die uns Arbeit ohne Ende machen würde.“ Er schlug eine Kombi-Lösung vor: eine relativ hohe Pauschale und einen niedrigeren Betrag, der nach der Anzahl der Mitglieder ausbezahlt werde.

Man könne auch eine Pauschale staffeln, so der Vorschlag von Peter Reich. Auch Gertrud Hitzler und Barbara Stransky (alle CSU/Freie Wählergemeinschaft) schlugen eine gestaffelte und nach oben hin gedeckelte Lösung vor. Konsensfähig war letztlich nur der Pauschalbetrag in Höhe von 150 Euro, für den alle Räte votierten.

Gewährt wird dieser Zuschuss jährlich an Vereine und Verbände, die bei Antragstellung seit mindestens drei Jahren existieren und „die sich um das sportliche, kulturelle, soziale und gesellschaftliche Leben in der Gemeinde verdient machen“, wie es in den Richtlinien heißt. Damit soll Missbrauch vorgebeugt werden, erklärte Zinnecker. Der Verein muss nicht eingetragen sein. Politische Parteien, Religionsgemeinschaften oder auch Vereine, die auf Gewinnerzielung aus sind, sind allerdings von der Förderung ausgeschlossen.

Zu diesem Grundbetrag kann – wie bisher auch – eine Jugendförderung für Vereine mit einer Jugendabteilung hinzukommen. Pro aktivem Jugendlichen sind das zehn Euro jährlich. Auch für Investitionen der Vereine können in bestimmten Fällen Zuschüsse gewährt werden, etwa bei Modernisierungs- oder Baumaßnahmen. Wie bisher fördert die Gemeinde diese mit maximal 15 Prozent der Kosten. Eigenleistungen für solche Aktionen können ebenfalls bezuschusst werden und werden künftig mit zehn Euro pro Stunde anerkannt. Bisher waren es rund 7,50 Euro. Auch Sonderzuschüsse werden gewährt – etwa für die Beschaffung von Sportgroßgeräten. Die Förderung, die die Gemeinde sich als freiwillige Leistung vorbehält, muss jährlich beantragt werden – spätestens bis Ende Oktober fürs Folgejahr oder zwei Monate vor Beginn einer Aktion.

Zuschüsse Zwei Vereine, die schon vorab Anträge gestellt hatten, bekamen in der Sitzung gleich Zuschüsse nach den neuen Richtlinien gewährt. Die Beschlüsse dazu fielen jeweils einstimmig. Der Schützenverein Eichenlaub Eisingersdorf will ab April seine Schießanlage mit zwölf Ständen auf den neuesten technischen Stand bringen. Die Kosten mit Eigenleistung schätzt der Verein auf rund 72000 Euro – die Fördersumme liegt demnach bei rund 11000 Euro. Der VdK-Ortsverband Aindling erhält die Grundförderung von 150 Euro.

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