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20.07.2010

Verfolgungsjagd über das Feld endet im Graben

Aichach Eine Verfolgungsjagd mit der Polizei lieferte sich Ende Oktober 2009 ein 20-Jähriger aus dem nördlichen Landkreis Aichach-Friedberg. Weil er zwei Joints geraucht hatte, wollte er sich einer Verkehrskontrolle entziehen. Wegen fahrlässiger Trunkenheit und vorsätzlichem unerlaubtem Erwerb von Betäubungsmitteln verurteilte ihn gestern Jugendrichter Dieter Gockel zu einer Geldbuße in Höhe von 350 Euro und einer neunmonatigen Führerscheinsperre.

Haken geschlagen

Statt bei einer Verkehrskontrolle anzuhalten, hatte der 20-Jährige einfach Gas gegeben. Zuerst sei er ziemlich schnell auf einem Feldweg unterwegs gewesen, dann fuhr er über das Feld, sagte der Beamte aus, der den heute 21-Jährigen im Polizeiwagen verfolgt hatte. "Er schlug permanent Haken und schaltete die Beleuchtung aus." Weshalb ihn die Polizisten in der Dunkelheit sogar aus den Augen verloren. Was die Beamten im Dunkeln zuerst für eingepackte Heuballen hielten, entpuppte sich dann aber als das weiße Hinterteil des Autos, das in einem Graben hängengeblieben war. "Der Fahrer stand mit erhobenen Händen daneben", sagte der Polizist.

Wie sich herausstellte, hatte er im Laufe des Tages am Augsburger Hauptbahnhof zwei Joints gekauft. Eine Blutprobe hatte ergeben, dass er Cannabis und Amphetamine im Blut hatte.

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Hin und wieder habe er mal etwas geraucht, gab der geständige Angeklagte zu. Inzwischen habe er damit aber aufgehört. Als Beweis hatte er sogar einen Drogenscreen seines Hausarztes mitgebracht. Er sei gut damit klargekommen, aufzuhören, sagte der Angeklagte aus. Ein Eindruck, den auch Daniela Friedl von der Jugendgerichtshilfe hatte: "Er braucht keine Unterstützung."

"Das kriegen Sie hin"

Das sah auch Jugendrichter Gockel so. "Das kriegen Sie hin", war er sicher. Nachdem auch der soziale Hintergrund intakt ist, verurteilte er ihn zu einer Geldbuße in Höhe von 350 Euro, die er an die Aichacher Lebenshilfe zahlen muss. Damit folgte er dem Vorschlag von Staatsanwalt Franz Wörz. Der hatte außerdem dafür plädiert, dem 21-Jährigen den Führerschein für weitere neun Monate zu sperren. Die Verfolgungsfahrt zeige, dass der Angeklagte charakterlich ungeeignet zum Führen eines Fahrzeuges sei, sagte Wörz.

Der Angeklagte, der erst im April kommenden Jahres wieder einen Führerschein beantragen kann, nahm das Urteil an.

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