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Ärger

16.11.2017

Verkehrssünder: Anwohner greifen zur Selbsthilfe

In Mühlhausen herrscht viel Verkehr. Um Wartezeiten an der Einmündung der Straße aus Richtung Rehling (Hintergrund links) zu umgehen, nutzen viele Autofahrer den gesperrten Anwaltinger Weg – zum Unmut der Anwohner.
Bild: Josef Abt

Denn Autofahrer nutzen gesperrten Anwaltinger Weg als Schleichweg. Was die Polizei zu der Initiative in Mühlhausen sagt.

Den Anwohnern des Anwaltinger Weges in Mühlhausen ist es zu bunt geworden: Sie wollen nicht mehr hinnehmen, dass die gesperrte Straße permanent vom Berufsverkehr aus Richtung Rehling missbraucht wird. Im Affinger Gemeinderat kündigte Zweiter Bürgermeister Gerhard Faltermeier am Dienstag an, die Autofahrer müssten mit Anzeigen rechnen. Anwohner notieren sich die Kennzeichen und leiten sie an die Polizei weiter.

Die ersten sind schon in der Inspektion in Aichach angekommen. Verkehrssachbearbeiter Thomas Schmid berichtete auf Anfrage unserer Zeitung, dass die Mühlhausener bereits eine Liste mit 40 Kennzeichen übermittelt haben. Anzeigen können damit aber noch lange nicht raus gehen. Natürlich muss die Polizei die Fälle bearbeiten. Doch: „Wir brauchen den Fahrer dazu.“ Der Halter genüge nicht, um eine Verwarnung auszustellen. Das ist nur im ruhenden Verkehr möglich. Im fließenden Verkehr muss laut Schmid der Fahrer bekannt sein. Diesen nachträglich festzustellen dürfte schwierig sein, sagt der Fachmann. Thomas Schmid spricht von einem „immensen Aufwand an Nachermittlungen“. Mit ungewissem Erfolg. Stelle die Polizei Verwarnungen an die Halter aus, würden diese vielleicht ein paar Ehrliche bezahlen. Der Rest gebe nicht zu, gefahren zu sein. Damit werde der Nachweis schwierig, wenn nicht gar unmöglich. „Da wird viel im Sand verlaufen“, ist Schmid überzeugt.

Der Verkehrssachbearbeiter kennt die Lage vor Ort. Das Problem sei, dass der Verkehr nicht abfließen könne. Wer aus Richtung Rehling kommt, hat zu den Stoßzeiten Mühe, in die Ortsdurchfahrt einbiegen zu können. Verkehrsteilnehmer sähen die gesperrte Route als einzigen Ausweg, um in die Arbeit zu kommen, sieht Schmid das Dilemma. Die Frage sei, wie man das Problem in den Griff kriege und eine Lösung finde. Eventuell könne man den Weg möglichst unattraktiv gestalten, überlegt er. Demnächst wolle er die Problematik auch bei einem Besuch im Staatlichen Bauamt ansprechen, erklärte er. Schmid kündigte außerdem an, die Polizei werde weiter sporadisch Kontrollen durchführen.

Bei einer derartigen Aktion vergangene Woche sprachen die Beamten 20 Verwarnungen aus. Die Betroffenen müssen je 20 Euro bezahlen. (jca)

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