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Pöttmes

21.07.2010

Vernetzung ist in Sachen Praktikum Trumpf

Seit zwei Wochen ist der 16-jährige Florian Briault aus La Haye-Pesnel ein halber Pöttmeser. Der aufgeschlossene junge Mann mit dem braunen Lockenkopf absolviert ein vierwöchiges Praktikum in Pöttmes. Von Victorine Jeanty

Pöttmes. Seit zwei Wochen ist der 16-jährige Florian Briault aus La Haye-Pesnel ein halber Pöttmeser. Der aufgeschlossene junge Mann mit dem braunen Lockenkopf absolviert ein vierwöchiges Praktikum in Pöttmes. Im August feiern die beiden Städte das 30-jährige Bestehen ihrer Partnerschaft. Dass diese eine Bereicherung ist, verdeutlicht das Beispiel des jungen Franzosen.

Florian hat sich bei seinem Praktikum in Deutschland ganz bewusst für den Schulbereich entschieden. Er hilft im Kindergarten und im Hort aus und ist bei der Nachmittagsbetreuung in der Schule mit dabei. Mit dem Berufsziel Lehrer für Deutsch und Französisch mit abwechselndem Einsatz in beiden Ländern ist er eine Art europäischer Prototyp, dessen berufliche Flexibilität und sprachliche Kompetenzen wichtige Voraussetzungen für einen gelungenen Start innerhalb Europas sein dürften. Denn neben Französisch und Deutsch spricht Florian Englisch und lernt seit drei Jahren Chinesisch, alles Fächer, die er als Optionen auch nächstes Jahr im Abitur einbringen wird.

Sein hervorragendes Deutsch hat er nicht primär in den zwei Wochenstunden im Collège in Granville gelernt: Vor drei Jahren war er mit einem Austauschprogramm drei Monate im schwäbischen Gaindorf und letztes Jahr sechs Monate Gastschüler in Hannover. Seine ersten deutschen Worte hat er allerdings auf dem elterlichen Bauernhof in der Nähe von La Haye-Pesnel gehört und gelernt, wo er mit drei Geschwistern lebt. Hier verbringen seit Jahren Jugendliche einen Teil ihrer Ferien, darunter oft Deutsche, deren Sprache er sozusagen spielend mitbekommen hat.

Vernetzung ist in Sachen Praktikum Trumpf

Das Praktikum als wichtiger Schritt in Richtung Doppeldiplom

Jetzt träumt der 16-Jährige davon, an einer deutschen Universität das Doppeldiplom als Lehrer zu erlangen und betrachtet sein Praktikum in Pöttmes als einen wichtigen Schritt dorthin. Möglich macht dies alles ein Aushilfsvertrag seitens der Gemeinde, für den es auch einen richtigen Lohn gibt. "Seit Jahren nehmen junge Franzosen aus der Partnergemeinde dieses Angebot an", freut sich Angela Mayer, Vorsitzende des Partnerschaftskomitees, die Florian als besonders engagierten jungen Mann schätzt.

Und was hält Florian von der seit 30 Jahren bestehenden Partnerschaft zwischen Pöttmes und seinem Heimatort, die im August gefeiert wird? "Ich finde, dass sich Franzosen und Deutsche sehr für diese Partnerschaft engagieren, sodass alles prima klappt." Für ihn persönlich habe das nur Vorteile, da er viele Kontakte in Pöttmes knüpfen konnte. "Vor vier Jahren war ich das erste Mal mit unserer Fußballmannschaft hier, jetzt kenne ich auch das Marktfest und den Mandlachsee", erzählt er. In La Haye-Pesnel sei er bereits fest als Dolmetscher eingeplant, und zwar bei sportlichen Wettkämpfen und bei Ausflügen.

Zur Fußball-WM und dem wenig rühmlichen Auftritt der französischen Nationalmannschaft meint Florian schmunzelnd: "Die Franzosen haben ja kein Fußball gespielt, deshalb bin ich nach Deutschland gekommen!" Von Victorine Jeanty

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