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Aichach-Friedberg

04.06.2020

"Verrückte Männer-WG": Aichacher Band Skydrunk feiert Geburtstag

The Sensational Skydrunk Heartbeat Orchestra im Gründungsjahr 2005, vor dem Eingang zur „verrückten Männer-WG“.
Bild: Skydrunk

Plus Die Aichacher Band Skydrunk gibt es seit 15 Jahren. Ihr Sound ist weit über Bayern hinaus beliebt. Drei Gründungsmitglieder erinnern sich an die Anfänge.

Sie stehen für Partystimmung und gute Laune, ihre eingängigen Rhythmen gehen ins Blut. Bei ihren Konzerten wird gesungen und geschrien, getanzt und gerockt, geschrammelt und gescratcht, gequetscht und geblasen. Und sie besitzen einen der wohl längsten Bandnamen der Welt: The Sensational Skydrunk Heartbeat Orchestra.

Die weit über die Region hinaus bekannte Aichacher Formation feiert in diesem Jahr ihr 15-jähriges Bestehen. Ihr unverwechselbarer, bläserdominierter Sound ist geprägt von Elementen aus Ska, Rock, Pop, Hip-Hop, Funk, Polka und Reggae. Die meisten der selbst geschriebenen, oft tiefgründigen Liedertexte stammen von Sänger Josh Stadlmaier. Der charismatische Frontmann ist einer der neun Gründungsmitglieder. Aus den Anfangstagen sind neben ihm Andy Hager (Akkordeon) und Tom Gottschalk (Gitarre) in der aktuellen, achtköpfigen Besetzung vertreten.

Skydrunk: Aichacher Band entsteht aus einer "Bierlaune"

Matthias Lesti war im Gründungsjahr 2005 als Bassist dabei. Er erinnert sich: „Die Band ist eigentlich aus einer Bierlaune heraus entstanden.“ Im Haus seines Opas habe sich „eine verrückte Männer-WG“ formiert. Da wurde zusammen gewohnt, gefeiert – und musiziert. Mit Freunden habe man für einen Faschingsauftritt beim „Move it“ der Aichacher IG Rock Hits aus den 80ern eingeübt „und in Ska-Format gebracht“, ergänzt Stadlmaier.

Er erzählt, dass es danach rasant weitergegangen sei: Zunächst errang die Truppe beim Augsburger Band-des-Jahres-Wettbewerb 2005/2006 den zweiten Platz – knapp hinter sehr erfolgreichen Killerpilzen. Weil diese auf ihren Preis verzichteten, wurden die Skydrunks zu kostenlosen Studioaufnahmen eingeladen. Es entstand ihre erste EP „Having a pretty …“. Schon bald darauf nahm die Gruppe ihre Single „Don’t Worry, Be Happy“ auf. Mit dem 2009 erschienenen Album „Grown“ gelang der Durchbruch: Die Skydrunks bekamen Einladungen zum Bayerischen Rundfunk und lokalen Radiosendern. Lesti erinnert sich: „Ich sitz im Auto, schalt das Radio ein und denk, ich hör nicht recht: Da läuft unsere Single ,Feet They Hardly Touch The Ground‘ – auf Bayern 3.“

Skydrunk: Konzerte und Festivalauftritte in ganz Bayern

Es folgten zahlreiche Konzerte und Festivalauftritte in ganz Bayern. 2011 erschien das zweite Studioalbum „Hinterland“. Danach ging es auf eine erste Tournee durch Deutschland mit Stationen in Hannover, Köln, Potsdam, Dresden, Hamburg und Nürnberg. „In diesem Jahr spielten wir mehr als 40 Konzerte, unter anderem bei der Anti-AKW-Demo auf dem Münchner Odeonsplatz mit über 30000 Leuten. Der Wahnsinn“, blickt Stadlmaier begeistert zurück.

Zu den Konzerthöhepunkten zählt er das Passauer Pfingst-Open-Air 2009, das Taubertal-Festival ein Jahr darauf, das Rototom-Sunsplash-Reggae-Festival im italienischen Udine, die Auftritte beim Augsburger Modular und die drei Konzerte im Münchner Tollwood-Festival. Nicht zu vergessen die Stadtfestauftritte „dahoam“ und die drei Aichacher Festivals unter eigener Federführung: Stereowald (2014 und 2015 mit den Grubetfreunden) und zuletzt Stereostrand 2019. Das dritte Skydrunk-Album „King & Queen“ erschien 2017. In den vergangenen drei Jahren kamen laut Stadlmaier „neue kreative Köpfe“ hinzu: „Wir gingen in Klausur, verbrachten zusammen mehrere kreative Hütten-Wochenenden.“ Das Ergebnis ist auf dem aktuellen Album Colours zu hören.

Und so sehen die Skydrunks heute aus.
Bild: Skydrunk

Worin sehen die Musiker das Erfolgsgeheimnis der Band? Für Stadlmaier stehen an erster Stelle die Freundschaften: „Uns verbinden viele Gemeinsamkeiten. Daraus entstehen auch so viele Ideen.“ Diese seien in den mehr als 50 selbst geschriebenen Songs festgehalten. „Wir haben unseren Sound gefunden“, sagt Gründungsmitglied Gottschalk. „Dennoch probieren wir immer wieder was Neues aus.“ So sind im neuen Album vermehrt elektronische Elemente zu hören. „Das hätte man sich früher gar nicht vorstellen können“, sagt der Gitarrist.

Auch Andy Hager musste sich umstellen: „Am Anfang hab ich schon etwas gehadert, weil mein Akkordeon nicht mehr natürlich, sondern verzerrt (...) klang. Aber es bringt halt noch mehr Möglichkeiten, unsere Musik flexibler, moderner zu gestalten.“ Die Skydrunks wollen nie langweilig wirken. In ihren Auftritten spürt man die eigene Begeisterung. Der Funke springt schnell über – und spätestens beim ersten Einsatz der Bläser hüpft, tanzt, klatscht oder wippt fast jeder mit.

Bei der Gründung haben bei Skydrunk mehr als 30 Musiker mitgespielt

Laut Stadlmaier haben seit der Gründung mehr als 30 Musiker mitgespielt. Sie hätten sich zu einem Kollektiv entwickelt, sagt er. Und das sollte zum 15-Jährigen zu einem einmaligen „All Stars Concert“ zusammenkommen. Die meisten, so Stadlmaier, hätten bereits zugesagt und wären zum Canada nach Obermauerbach gekommen. Auf der Bühne sollte es „zugehen wie am Stachus“. Gründungsmitglied Arnold Fritscher habe dafür eigens mehrere Big-Band-Arrangements geschrieben, so Stadlmaier.

Als Support wollte die befreundete Dresdner Reggae/Ska Band Yellow Umbrella auftreten. Doch wegen der Corona-Krise musste die Geburtstagsparty auf den 24. Oktober verschoben werden. In der ursprünglichen Einladung versprach Josh Stadlmaier eine „Big Band Brass Explosion“. Wie sein Versprechen in Corona-Zeiten umzusetzen ist, bleibt abzuwarten. Fest steht schon jetzt: Die eingefleischten Skydrunk-Fans werden sich dieses Ereignis wohl nicht entgehen lassen.

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