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Sitzung

17.01.2019

Verwaltungsgebäude wird saniert

Die ehemalige Obergriesbacher Schule beherbergt die Gemeindeverwaltung. Das Gesamtkonzept für die Sanierung des Verwaltungsgebäudes soll nun das Ingenieurbüro Schrammel erstellen.

Ein Kindergarten soll wieder im Untergeschoss des Verwaltungsgebäudes in Obergriesbach einziehen. Der Gemeinderat diskutiert lange darüber, welche Arbeiten am Gebäude bezahlbar und welche nötig sind

Das Gesamtkonzept für die Sanierung des Verwaltungsgebäudes soll das Ingenieurbüro Schrammel erstellen. So lautet der einstimmige Beschluss nach einer Diskussion der Obergriesbacher Gemeinderäte. Geprüft werden soll im Zuge der Konzeptionierung, inwiefern eine Dämmung Pflicht ist, um die gesetzlich vorgeschriebenen Werte der Energieeinsparverordnung (EnEV) zu erreichen. Zudem soll das Konzept so aufgesetzt werden, dass aus dem Plan für das Untergeschoss rasch ein Bauantrag werden kann.

Dort nämlich, wo einst der Kindergarten untergebracht war, sollen auch künftig wieder Kinder betreut werden – unter denselben Rahmenbedingungen wie im Neubau, der direkt ans Bestandsgebäude angeschlossen wird. Die oberen Stockwerke, dort wo sich der Sitzungssaal und das Büro des Bürgermeisters befinden, sollen zunächst außen vor sein. Hans Schrammel vom gleichnamigen Architektenbüro brachte die Diskussion vor der finalen Beschlussfassung auf einen einfachen Nenner: „Unten soll alles picobello sein; oben wird gemacht, was nötig ist.“

Dass die Entscheidung so einvernehmlich ausfallen würde, war mit Blick auf die Diskussion, die zuvor stattgefunden hatte, nicht abzusehen. Die Gemeinderäte waren sich in weiten Teilen einig: Sie wissen um die Notwendigkeit, weiteren Platz für die Kinderbetreuung zu schaffen; für die Sanierung des Bestandsgebäudes haben sie jedoch kein Geld.

Hans Willer beantragte, den Teil der Tagesordnung, bei dem es um die Sanierung des Bestandsgebäudes gehen soll, direkt von der Agenda zu nehmen und war überrascht, dass das Thema überhaupt ansteht – schließlich habe sich der Rat gegen die Sanierung ausgesprochen. Willer: „Wir müssen den Gürtel enger schnallen, dürfen keinen Stillstand erreichen, aber auch Projekte nicht mit aller Gewalt durchsetzen.“

Gerhard Kinzel erklärte, dass es mit Blick auf die anstehende Kanalsanierung in Zahling „grob fahrlässig und finanziell nicht machbar sei“, sich um die Sanierung des Bestandsgebäudes zu kümmern. Lorenz Mahl wollte die Bürger Obergriesbachs nicht mit „Schulden in Höhe von fünf Millionen Euro“ konfrontieren. Stefan Asam: „Jeder hat Bauchweh. Wir sind noch nie mit Schulden umgegangen. Keiner will etwas blockieren, wir sollten es nur langsamer angehen.“ Hans Greppmeier sprach sich dafür aus, zu prüfen, was nötig ist, um eine Baugenehmigung für das Untergeschoss zu erhalten. In seinen Augen könne es kein Problem sein, nur die technische Modernisierung umzusetzen. Jürgen Hörmann wünschte sich, dass geprüft wird, ob eine Dämmung zwingend erforderlich ist. Hörmann: „Sie ist das Hauptproblem und bedingt weitere Maßnahmen.“ Peter Liebl sprach sich für ein Konzept aus, das die Sanierung peu à peu ermögliche. Liebl: „Von einer Komplettsanierung war nie die Rede.“ Berthold Schmitt vertrat dieselbe Meinung. Eine Gesamtplanung sei sinnvoll, höchste Priorität haben dabei die Unterlagen, die für den Bauantrag des Untergeschosses nötig sind. Die Kostenfaktoren der oberen Stockwerke sollten idealerweise gesplittet dargestellt werden. Auf die Sorgen der Räte reagierten Hans Schrammel und Martin Geck vom Ingenieurbüro Schrammel mit deutlichen Worten. Schrammel: „Wir machen keine halben Sachen. Ein Gesamtkonzept muss her.“ Dies sei nötig, um sich im Zuge der Sanierung des Untergeschosses nichts zu verbauen. So müsse die Modernisierung der Elektro- und Sanitäranlagen sowie der Heizung mit Blick auf das ganze Gebäude ausgelegt werden. Geck erklärte, dass ein Sanierungskonzept aus dem Hause Schrammel immer nachhaltig sein müsse. Eine neue Heizung und eine bessere Dämmung seien neben Renovierungsmaßnahmen am Dach das Minimum, was nötig sei, um die Sanierungsmaßnahme überhaupt vertreten zu können. Einen Kindergartenaußenbereich zu planen, obwohl das 50 Jahre alte Dach in keinem guten Zustand ist, lehnte Geck vehement ab: „Das mach ich nicht.“

Geck plädierte dafür, ein Gesamtkonzept zu schnüren und anschließend über Bauabschnitte nachzudenken. Zwar sei die Sanierung in einem Zuge günstiger als in mehreren Teilabschnitten – Obergriesbachs Bürgermeister Josef Schwegler betonte, dass Projekte, die geschoben werden, meist teurer werden – allerdings zeigten die Vertreter des Ingenieurbüros durchaus Verständnis dafür, dass die Gemeinde nur das umsetzen will, was sie sich auch leisten kann. Die Umsetzung der Bauabschnitte könne dann mit Blick auf die Priorisierung und auf die Finanzen erfolgen. Mit eben diesem Auftrag in den Händen verließen die Planer die Sitzung des Gemeinderats am Dienstagabend in Obergriesbach.

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