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Aichach-Friedberg

14.01.2019

Vhs: So hat sich die Volkshochschule bei uns entwickelt

Die Künstlerin Maria Breuer war 30 Jahre lang Dozentin bei der Volkshochschule Aichach-Friedberg. Archivbild
Bild: Manfred Zeiselmair

Plus Mitarbeiter, Hörer und Dozenten der ersten Stunde erzählen, was sie mit der Einrichtung verbindet. In 40 Jahren hat sich viel verändert.

Insekten essen ist nicht unbedingt einer der gängigen Kurse bei der Volkshochschule (Vhs) im Landkreis. Es ist ein aktuelles Kursangebot, mit dem die Vhs zeigt, dass sie auf die Strömungen der Zeit reagiert. Diese Einrichtung für Erwachsenenbildung, die heuer 100 Jahre alt wird, gibt es seit 40 Jahren auch im Landkreis. (Die moderne Aufgabe der Volkshochschule in Aichach-Friedberg) Wie sehr sie geschätzt wird, zeigen Geschichten wie die von Rosi Pöltl, die vom ersten Tag an als Mitarbeiterin dabei war, oder Christa Grimm, die Kurse der Vhs schon besuchte, als sie noch Vhs Aichach hieß.

Vor kurzem ging es in den Schlachthof

Zusammen mit ihren Eltern besuchte Christa Grimm als Teenager Französisch-Kurse, wie sie erzählt. Seitdem ist die heute 70-Jährige der Vhs treu geblieben und hat unzählige Kurse besucht. Jahrelang ging sie zum Beispiel in Englisch- und Französischkurse. „Im Großen und Ganzen waren es immer die gleichen Teilnehmer“, erinnert sich die Aichacherin. Teilweise entstanden daraus Freundschaften, die bis heute halten. Grimm buchte Bastel- und Kochkurse, nahm an Reisen teil und an Theaterfahrten. Erst kürzlich war sie mit der Vhs im Schlachthof in München und sah bei einer Fernsehaufzeichnung zu. Das abwechslungsreiche Angebot gefalle ihr, sagt sie und begründet: „Das Programm war schon immer recht zeitnah.“ Eine Anregung der Aichacherin: Stadt und Landkreis sollten darüber nachdenken, ob es keine Möglichkeit gebe, die Kursräume auf ein Gebäude zu konzentrieren.

Die Eule als Symbol der Weisheit

Die Eule, Titel und Symbol des Vhs-Programms, geht auf Wilfried Maier, den ersten hauptamtlichen Leiter der Vhs im Kreis zurück. „Sie war für ihn ein Symbol der Weisheit“, weiß Rosi Pöltl, die zusammen mit Maier im Vhs-Büro arbeitete, damals noch im ehemaligen Polizeigebäude in der Martinstraße. Erst 1999 zog die Vhs in die Steubstraße um. Pöltl, die seit kurzem im Ruhestand ist, kann sich noch an lange Schlangen bei der Einschreibung erinnern. Damals gab es noch keinen Computer bei der Vhs. „Die Anmeldung war überwiegend persönlich“, erzählt sie. Anmeldelisten, Statistiken und Buchführung – alles wurde von Hand erledigt. 1990 kam dann die Umstellung auf EDV. Weil die Software Fehler hatte, legten die beiden Vhs-Mitarbeiter eine Nachtschicht ein, um alles auf die Reihe zu bekommen. Relativ schnell gewachsen sei das Angebot, erinnert sich Alois Lechner. Der frühere Schulrat leitet seit fast 40 Jahren die Vhs-Außenstelle in Hollenbach. Besonders gefragt waren in den Anfangsjahren die Sprach- sowie alle möglichen Bastelkurse. Auch bei Vorträgen – vor allem, wenn es sich um Reiseberichte handelte – gab es immer viele Zuhörer. „Das hat ein Stück nachgelassen“, sagt der 72-Jährige.

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Im Laufe der Jahre hat Lechner eine Reihe von „sportlichen Wellen“ miterlebt, die sich in den Kursangeboten niederschlugen. „Es gab immer wieder neue Methoden und Möglichkeiten“, erzählt er. Inzwischen bietet die Vhs in Hollenbach so gut wie keine Sportkurse mehr an, weil das die Sportvereine übernommen haben. Ganz im Sinne der Vhs, die keine Konkurrenz, sondern ein Miteinander möchte.

In manchen Phasen war Kreatives kaum gefragt

An voll besetzte Kurse und Wartelisten erinnert sich Maria Breuer. Die Aichacherin ist seit 30 Jahren Dozentin bei der Vhs. Sie wollte damals neben der Familie etwas machen, „das meiner Berufung entspricht – der Malerei“. Zunächst bot sie Deko- und Bastelkurse an, schwenkte aber schon bald auf Malkurse um. Über die Jahre beobachtete die Künstlerin mehrere Veränderungen. Mal war eher Aquarell-, dann wieder Acrylmalerei gefragt. Es gab auch Phasen, in denen Kreatives überhaupt nicht so gut ging.

Die Zeiten, als Kursteilnehmer wöchentlich Kurse besuchten, sind vorbei. „Jeder ist mit Terminen so beschäftigt, dass er nicht mehr will“, weiß Breuer. Jede Woche einmal in den Kurs zu gehen, sei für die Menschen nicht mehr interessant. Eine Veränderung, die Breuer auch von sich selbst kennt: „Es wurde mir irgendwann zu viel. Ich kam nicht mehr zu meiner künstlerischen Arbeit.“ Grundsätzlich findet Breuer „absolut spannend“, mit Menschen zu arbeiten: „Weil ich immer weiß, wie die Welt sich verändert.“ Es sei interessant, da zu sein, wo das Leben stattfindet.

Beim Weiterbildungsangebot des Bayerischen Volkshochschulverbandes für die Dozenten würde sie sich wünschen, dass mehr Kreatives angeboten wird. „Das wird ein bisschen verkannt“, bedauert Breuer.

Lesen Sie dazu den Kommentar: Volkshochschule im Landkreis bietet populäre Bildung

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