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Veranstaltung

24.07.2018

Viele Besucher kommen zum Naturgeisterfest in Pichl

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Silvia Geschwind aus Friedberg, als Mutter Erde unterwegs, ist überzeugt, dass es tatsächlich Naturgeister gibt.
Bild: Albertine Ganshorn

Das zweite Naturgeisterfest lockte trotz Dauerregens viele Besucher auf das Schloss Pichl. Am Wochenende wird das Fest wiederholt.

Eintauchen in die Welt der Naturgeister ist für Schamanin Joan Forster ein großartiges Erlebnis. Das tut sie wie viele andere Besucher auch am Wochenende auf Schloss Pichl bei Aindling. Dort findet trotz Regens das zweite Naturgeisterfest statt.

Joan Forster lässt sich am Sonntag auch von Dauerregen nicht davon abhalten, sich an den 75 Ständen umzusehen. Obwohl ihr Hauptinteresse dem Knochen- und Steinorakel gilt, glaubt sie fest an Heilung durch viele der hier dargebotenen Utensilien. „Egal wie das Wetter ist“, sagt sie, „es ist einfach ein Fest zum Erfreuen der Seele und der Selbstfindung.“ Sie bedauert nur, dass das geplante Heiltrommeln nicht stattfinden kann.

Am Samstag haben noch einige Besucher Gelegenheit dazu, am Boden liegend im Kontakt mit Mutter Erde von dem Magier und Trommelschamanen Gert Thomas behandelt zu werden. Gert Thomas, der nach eigener Aussage auch durch Reiki-Anwendungen schon manches Leid lindern konnte, ist seit Kindertagen davon überzeugt, dass es da noch etwas anderes gibt als die sichtbare Welt. Geistiges Heilen könne aber nicht generell den Arztbesuch ersetzen, sagt er.

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Besucher kommen in Gummistiefeln und Regencapes

Tatjana Markutel, als Wahrsagerin unter dem Namen Alluta bekannt, ist nicht wie mancher andere Teilnehmer in eine Rolle geschlüpft. Sie beschäftigt sich das ganze Jahr über mit Kartenlegen und Wahrsagen. „Ich habe viele Besucher, die mich immer wieder kontaktieren“, erzählt sie stolz. Silvia Gschwind aus Friedberg ist auch im realen Leben überzeugt, dass eine nicht für jeden sichtbare Welt existiert. Heute verkörpert sie „Mutter Erde“.

Dass Schlossherr Georg Brandl und Inge Sommerreisser, für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig und von allen liebevoll „Teammutter“ genannt, die Veranstaltung trotz Dauerregens nicht abgesagt haben, erweist sich als richtig. Mit Gummistiefeln, Regencapes und Schirmen gut ausgestattet, sorgen zahlreiche Neugierige den ganzen Nachmittag für ein munteres Treiben rund ums Schloss. Sommerreisser sagt: „Die Mitwirkenden haben sich so aufs Fest gefreut, so viel vorbereitet, da müssen wir jetzt durch.“

Die Kobolde, Elfen und andere Wesen bestätigen: „Schließlich sind wir alle Naturgeister und als solche ein Teil der Natur.“ Als „Dornschnittchen“ bezeichnet sich Joan Kraft, weil sie heute sowohl Dornröschen als auch Schneewittchen verkörpert.

Schneewittchen und Rotkäppchen zeigen sich von einer neuen Seite

Frau Holle, Rapunzel, Hänsel und Gretel, Rotkäppchens Oma und viele andere Märchenfiguren erleben die Besucher auf dem Märchenpfad rund um den Schlossweiher. Vor allem Familien marschieren an den Märchenstationen entlang und erleben unterschiedlichste Szenen. Ausgedacht hat sich diese die Münchner Wildnispädagogin, die heute als Hexe Mona unterwegs ist. Da verirrt sich Schneewittchen ins falsche Märchen, auch Rotkäppchen, Teufel, Jäger und das Rumpelstilzchen zeigen sich ungewohnt anders.

Am Ende des Pfades staunen Kinder und Erwachsene nicht schlecht, als Rapunzel – ihrer langen Haare überdrüssig – mit dem langen Zopf in der Hand vom Friseurbesuch zurückkommt. Aber wer schnarcht da in Rapunzels Turm? Es ist Schneewittchen, und diesmal genügt kein Kuss, um es zu erwecken. Erst, als alle Besucher ein altes Liebeslied aus der Zwergenwelt singen, wird Schneewittchen wach. Alle amüsieren sich über das unerwartete Ende.

75 Händler sind mit ihren Ständen vor Ort

Hungrig geworden, genießen einige noch unterm Dach im Trockenen die eine oder andere der angebotenen Köstlichkeiten. Manche tanzen im Regen zu den Klängen aus dem Mittelalter, schwungvoll vorgetragen von den Musikern, genannt „Des Geyers schwarzer Haufen“. Unter den Besuchern waren auch welche aus Norwegen, Mecklenburg-Vorpommern, Österreich und der Schweiz. Wer alle Angebote erleben und die Stände der 75 Fieranten erkunden und bestaunen will, merkt schnell, dass dafür ein Nachmittag kaum reicht. Das ist einer der Gründe, warum Hausherr Georg Brandl, heute unterwegs als „Baron von Habenichts auf Gut Elend“, das Angebot nicht weiter ausweiten möchte.

Bei der Abfahrt erleben einige Besucher dann doch noch die Auswirkungen des Dauerregens: Nur mithilfe eines Traktors können sie den aufgeweichten Parkplatz verlassen. Als Dankeschön an alle, die sich trotz Regens auf das Fest eingelassen haben, wollen die Veranstalter das gesamte Fest am kommenden Wochenende wiederholen. Dann soll das Wetter wesentlich günstiger sein. Viele der Akteure haben schon zugesagt.

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