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15.02.2008

Vom Rektor zum Rentnerkönig

Ein unverwechselbares Original, ein Mensch mit vielfältigen Interessen, ein Rektor mit Ecken und Kanten.

Der gestrige Tag war für Dufey der Einstieg in den schulischen Ausstieg. Schon am Vormittag hatten ihn die Schüler auf einen Thron gesetzt und zum Rentnerkönig gekürt. Seinen letzten Schritt aus der Schule verewigten sie in Beton. Nach dem Vorbild von Hollywood soll Dufey so einmal seinen festen Platz in der Schule bekommen.

Der Abschiedsreigen zog sich fast den ganzen Tag hin. Im Pfarrzentrum versammelten sich Ehrengäste und Wegbegleiter des Schulleiters durch seine 40 Jahre im Schuldienst. Landrat Christian Knauer, der die Laudatio hielt und dem angehenden Ruheständler die Urkunde überreichte, hatte schon als Student den Lehrer Dufey kennengelernt.

Er sei ihm als junger, dynamischer Lehrer empfohlen worden, erinnerte sich Knauer. Aufgeschlossen gegenüber Neuem erlebte er den Rektor dann auch als Landrat. "Er zögerte nie, die schulpolitische Entwicklung voranzutreiben." Die Hauptschule war Vorreiter bei den Praxisklassen, der Ganztagsbetreuung und ganz aktuell bei der Ganztagsschule.

"Er war ein Macher und ein Problemlöser", sagte Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann. Der hatte ihn als Rektor mit vielen Kanten und Ecken erlebt, als einen, der sich selbst nicht schont, aber immer konstruktiv und kooperativ ist. Nicht verstehen kann Habermann, warum das Kultusministerium für die 620 Schüler starke Hauptschule keinen Nachfolger bestimmt hat. Wo sich doch der Kultusminister die Rettung der Hauptschulen auf die Fahnen geschrieben habe.

Ein unverwechselbares Original ist Dufey für Konrektorin Christine Helfer. Besonders sein Ausspruch "Ich kann das am besten", wenn es um die Reparaturen von defekten Geräten ging, wird ihr unvergessen bleiben. Fast immer hätte er die Reparaturen auch erfolgreich zu Ende gebracht, schmunzelte sie.

Gerhard Haunschild, Direktor des Deutschherren-Gymnasiums erinnerte an die Vorliebe Dufeys für lateinische Sprichwörter sowie seine offene und zielstrebige Art, wenn es darum ging, ein Ziel zu erreichen. "Langweilig war es mit ihm nie", sagte Haunschild.

Schüler und Lehrer hatten ein umfangreiches Programm zum Abschied des Schulleiters ausgearbeitet. Verschiedene Tänze und musikalische Einlagen gehörten dazu. Der Sketch "Terminsache Taufe" spielte auf den schier unabkömmlichen Rektor an und in einem Extrablatt hatten die Lehrer mit einem Augenzwinkern Stationen Dufeys zusammengefasst. Ein Videoclip zeigte Szenen aus seinem Leben.

Der scheidende Rektor selbst hatte bis jetzt noch gar nicht die Zeit für großartige Reflexionen. Er blicke mit ein bisschen Wehmut zurück, aber auch mit einem Gefühl der Erleichterung, weil nichts Größeres passiert sei, sagte er. 40 Jahre Schuldienst - die spannen sich von seinen Anfängen in der ungeteilten Dorfschule bis hin zur High-Tech-Schmiede Geschwister-Scholl-Schule.

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