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Anwalting

03.02.2010

Vom Seitenaltar ist nur Asche übrig

Nur ein Häuflein Asche hat das Feuer vom Seitenaltar in der St.-Andreas-Kirche im Affinger Ortsteil Anwalting übrig gelassen. Der entstandene Schaden wird auf mindestens 50.000 Euro geschätzt. Die Brandursache ist noch völlig unklar.Von Martin Golling

Affing-Anwalting. Nur ein Häuflein Asche hat das Feuer vom Seitenaltar in der St.-Andreas-Kirche im Affinger Ortsteil Anwalting übrig gelassen (wir berichteten bereits kurz). Der entstandene Schaden wird auf mindestens 50 000 Euro geschätzt. Die Brandursache ist noch völlig unklar. Laut Kriminalpolizei gibt es dazu bislang keine Erkenntnisse.

Gegen 18.45 Uhr war am Dienstag der Brand bemerkt worden. Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Anwalting, Gebenhofen, Affing und Rehling mit etwa 70 Mann, wie Siegfried Escher, Vorsitzender der Anwaltinger Feuerwehr und gestern Einsatzleiter, informiert. Zum Brandort eilten auch die Wehren aus Aulzhausen, Mühlhausen und Gersthofen, die allerdings nicht mehr eingreifen mussten.

Das Ausmaß des Schadens ist noch nicht klar. Durch die starke Rußentwicklung dürfte auch die Kirchendecke in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Schwierig macht die Schadensschätzung laut Polizei die Tatsache, dass es sich um einen historischen Altar handelt.

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Gegeißelter Heiland

"Die Hauptfigur war der gegeißelte Heiland, eine sehr wertvolle Figur", urteilt gestern der Anwaltinger Pfarrer im Ruhestand, Jakob Zeitlmeir. In einem vergoldeten Rundbogen über dem Altar sah auch noch der heilige Wendelin aufs Kirchenvolk herab. "Er wird wohl bis in den Spätherbst hinein warten müssen, bis zu seinen Füßen wieder Gläubige in St. Andreas die heilige Messe miterleben können", glaubt Zeitlmeir.

Die Kirche ist gestern gesperrt. Drinnen forschen Brandspezialisten der Kripo Augsburg nach der Ursache. Martin Linder gehört zu ihnen. Auf einer Leiter stehend, klopft er eines der Kabel, die hinter dem Altar verliefen, aus der Wand. Kollege Martin Hofmann hat vorher die Neonröhre inspiziert. Verdächtig? "Dazu dürfen wir nichts sagen", so die beiden Kripo-Beamten.

Auch die Orgel ist kaputt

Ein Blick ins Kircheninnere lässt für die ohnehin anstehende Innenrenovierung viel Arbeit erahnen. "Die Orgel ist auch kaputt, hat Max Strobl gesagt", zitiert Jakob Zeitlmeir den Organisten. Der Geistliche spricht von "Glück, dass eine Abendmesse anstand", so habe Mesner Christian Meyr den Brand frühzeitig bemerken können.

Pater Dominikus Kirchmaier OP will nun mit der Dorfgemeinschaft und der Feuerwehr reden, damit die Gottesdienste bis zur Wiederherstellung der Kirche im neuen Gemeinschaftssaal stattfinden können. Das Allerheiligste hatten beide, Pater Dominikus und Jakob Zeitlmeir, noch aus der völlig verqualmten Kirche in die Notsakristei gerettet.

Ohne Eingreifen der Feuerwehren wäre der Brand sicher schlecht ausgegangen, denn es müssen bereits erhebliche Temperaturen im Inneren geherrscht haben. So sind am sechs Meter entfernten Hochaltar alle Kerzen geschmolzen.

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