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Veranstaltung

09.09.2017

Von Singles und sozialen Brennpunkten

Tourneeleiter und Moderator der Comedy Lounge Florian Simbeck führte mit viel Wortwitz durch den kurzweiligen Abend.
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Tourneeleiter und Moderator der Comedy Lounge Florian Simbeck führte mit viel Wortwitz durch den kurzweiligen Abend.
Bild: Manfred Zeiselmair

Bei der „Comedy Lounge“ im Canada stehen Florian Simbeck und Newcomer auf der Bühne. Sie sorgen für viel Spaß bei den Besuchern. Am Ende gibt es auch fürs Publikum Applaus.

„Stand-Up-Comedy“ nach amerikanischem Vorbild im altbayerischen Bräustüberl? Passt das zusammen? Und ob! Der Aichacher Stadtteil Obermauerbach ist schon seit Jahren für außergewöhnliche kulturelle Veranstaltungen bekannt. Und mit der deutschlandweit bekannten Comedy Lounge ist es Canada-Wirt Rainer Knauer am Donnerstagabend wieder einmal gelungen, etwas Besonderes in die Provinz zu bringen.

Knauer hatte die Kontakte zu Florian Simbeck geknüpft, der durch „Erkan und Stefan“ bekannt geworden war und bereits mit einem Soloauftritt zu Gast im Canada war. Nun tourt er als Moderator mit der Comedy Lounge durch Bayern und brachte „drei alte Hasen und einen Newcomer“ mit.

Furios legte der Wahlkölner Juri von Stavenhagen im voll besetzten Bräustüberl los. Mit viel Selbstironie berichtete er – zur großen Freude des Publikums – von ersten gescheiterten Bühnenauftritten, dem Aufeinandertreffen mit einem Exhibitionisten im Park und einem Berliner Obdachlosen mit Visitenkarte, der ihn unter mysteriösen Umständen gebissen habe. Juri gab ganz nebenbei zu, dass er „gerne Menschen auf die Palme“ bringe und für ihn „Babys alles andere als schön“ sind.

Jan Preuß als einsamer Single brachte das Beste aus seinem Soloprogramm „Jung, verzweifelt, sucht.“ Er bezog dabei gekonnt das Publikum mit ein und brachte so manchen Besucher vor Lachen zum Weinen. Vielleicht auch, weil seine Kontaktanzeigen „am Rande der Gürtellinie“ angesiedelt waren. Seine Erzählungen vom Flughafen Frankfurt-Hahn und dem anschließenden Flug ins türkische Antalya sorgten sowohl für Erheiterung als auch für so manches Aha-Erlebnis.

Auch Newcomer Toby Käp aus Heidelberg kam bei seinem ersten Auftritt als „hörgeschädigter Schwuler“ trotz anfänglichem Lampenfieber gut beim Mauerbacher Publikum an. Insbesondere als er von der Aktion seiner Mutter erzählte, die 40 Wachsstreifen gekauft hatte, um ihrem Liebling die Rückenhaare zu entfernen.

Falk Schug bot ein gesellschaftskritisches Programm

Mit dem Heidelberger Falk Schug war zum Schluss ein weiteres absolutes Comedy-Highlight geboten. Lebensnah und voller Ironie berichtete der Improvisationskünstler von seinen Erfahrungen als Sozialpädagoge in einer kranken Gesellschaft. Sein Markenzeichen, ein Teddy auf der Latzhose, sorge für ungeahnte Kontakte und mit Fragen wie „Darf ich mal streicheln?“ oder „Quietscht der?“ auch für so manche Verwirrung. Gemeinsam mit dem gut gelaunten Publikum wurden Fragen zu Familienhilfe („Kai Luca ist semi-intelligent und verhaltenskreativ, das heißt auf Deutsch dumm und schwer erziehbar!“) und sozialen Brennpunkten („So was gibt es nicht in Aichach!“) geklärt. Falk Schug erntete mit seinem Auftritt viel Gelächter und stellte schließlich auf seine Frage „Has(s)t Du Kinder?“ eine Sozialprognose mit Therapie in Aussicht. Am Ende eines kurzweiligen Abends wurden Moderator Simbeck, der mit viel Wortwitz und Geschichten von der Oma durch den kurzweiligen Abend geführt hatte, und seine vier Comedians mit großem Applaus verabschiedet. Und sie selbst applaudierten schließlich auch dem Mauerbacher Publikum, das sich mit großer Mitmach-Begeisterung und Humor von seiner besten Seite gezeigt hatte.

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