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Buchvorstellung

15.11.2018

Von Täufern, Demagogen und der JVA

Das Foto zeigt die Autoren: (von links, stehend) Verena Gawert, Professor Klaus Wolf, Wolfgang Brandner, Barbara Kink, Franz Josef Merkl und Peter Sailer; (sitzend) Michael Schmidberger, Landrat Klaus Metzger, Gerlinde Raab (die ihren erkrankten Mann vertrat) und Georg Großhauser.
Bild: Erich Echter

Der 17. Band der Serie „Altbayern in Schwaben“ ist jetzt erschienen. Acht Autoren beschreiben darin Wissenswertes und Interessantes über Menschen, Gebäude, Natur und Geschichte des Wittelsbacher Landes

Stolz präsentierte Landrat Klaus Metzger jetzt den 17. Band der Buchreihe „Altbayern in Schwaben“ im Landratsamt. Acht Autoren berichten darin über ein historisches Schloss, die Täuferbewegung, Prediger und Demagogen, Reformatoren, Theaterverzeichnisse und widerspenstige Geistliche. Der Landrat sagte über das Werk: „Es gibt Einblicke in die reiche Geschichte des Landkreises mit Schwerpunkten in Friedberg, Schorn und Aichach.“ Metzger dankte dem Redaktionsteam mit Wolfgang Brandner an der Spitze und Hubert Raab, Michael Schmidberger und Georg Großhauser vom Landratsamt. Musikalisch umrahmt wurde die Buchvorstellung von den drei Quetschendatschi-Musikanten.

Besonders zu erwähnen ist die Forschungsarbeit von Franz Josef Merkl aus Gansheim über die Geschichte der Aichacher Frauen-Justizvollzugsanstalt zwischen 1933 und 1945. Es geht um unmenschliche Vorgänge inhaftierter Frauen im Dritten Reich. Eine unrühmliche Rolle spielt in den Beiträgen ein Arzt, der sich mit Zwangssterilisation beschäftigte.

Über die ehemalige Schorner Burg und das jetzige Schloss geben die Forschungsarbeiten von Helmut Rischert Aufschluss. Man findet Übersetzungen von über 800 Jahre alten Urkunden. Beschrieben werden ehemalige Besitzer und die Familie von Herman, die heute im Besitz des Schlosses ist.

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Über die Täufer im Landkreis Aichach-Friedberg beschreibt die Fürstenfeldbruckerin Barbara Kink die bayerische Täuferbewegung, die im reformatorischen Aufbruch eine Protest- und Frömmigkeitsbewegung war. Täufer sind Anhänger einer radikalreformatorisch-christlichen Bewegung, die im zweiten Viertel des 16. Jahrhunderts in den deutsch- und niederländischsprachigen Teilen Europas entstanden ist und die nicht selten als der linke Flügel der Reformation bezeichnet wurde.

Der Aichacher Professor Klaus Wolf berichtet im Band über eine schillernde Figur aus den Zeiten der Reformation. Unter dem Titel „Balthasar Hubmaier – Professor, Prediger, Demagoge und Wiedertäufer aus Friedberg“ beschreibt er den Weg, angefangen vom Judenhasser bis hin zu den radikalen Wiedertäufern. Hubmaier wurde als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt und seine Frau später in der Donau ertränkt.

Die Friedbergerin Verena Gawert beschreibt ebenfalls das Leben eines Reformators: „Caspar Huberinus – Leben und Werk des Reformators aus Stotzard“. Der Geburtsort von Huberinus wird verschiedentlich genannt. Ein Mal ist es Stotzard (heute Teil des Marktes Aindling), dann wieder Wittelsbach. Auf dem Gebiet der volkstümlich-theologischen Literatur war er der erfolgreichste Schriftsteller seiner Zeit im Hohenloher Raum.

Der Friedberger Hubert Raab beschreibt einen wortgewaltigen Pfarrer aus Baindlkirch. Er wurde 1774 in Baindlkirch geboren, wurde 1799 zum Priester geweiht, Kaplan seiner Heimatgemeinde und übernahm drei Jahre später die Pfarrstelle. Er soll eifrig und zielstrebig gewesen sein. Seine Aktionen wie der Bau der Schule oder der neuen Kirche waren von Widerständen begleitet. Durch seine Erfolge aber hatte er viele Neider. Er wurde sogar vom Pfarrer aus der Nachbarpfarrei angezeigt, weil er angeblich den innerstaatlichen Frieden gefährdet haben soll.

Gerhard Mayer aus Friedberg zeigt in seinem Beitrag auf, an welchen Seen im Landkreis Wildgänse verschiedener Arten ihre Brutstellen haben. Die meisten Gänsearten waren ursprünglich im nördlichen Landkreisgebiet nicht heimisch und sind Einwanderer aus Asien, Nord- und Osteuropa. Der Text gilt als wichtiger Beitrag über die heimische Flora und Fauna.

Der Schiltberger Michael Schmidberger zeigt in seinem Beitrag auf, dass das Theaterspiel im Wittelsbacher Land einen hohen Stellenwert hat. 2017 wurden von 30 aktiven Bühnen 33 Produktionen geboten.

Der Band „Altbayern in Schwaben 2018“ ist im örtlichen Buchhandel erhältlich oder beim Landratsamt, www.lra-aic-fdb.de/hier-leben/kultur/altbayern-in-schwaben

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