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Jubiläum

21.11.2019

Von der WM bis zum Amoklauf

Diese Utensilien, die am Samstag bei der Feier anlässlich des 60-jährigen Bestehens der BRK-Bereitschaft Pöttmes ausgestellt waren, haben längst ausgedient beim Roten Kreuz.
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Diese Utensilien, die am Samstag bei der Feier anlässlich des 60-jährigen Bestehens der BRK-Bereitschaft Pöttmes ausgestellt waren, haben längst ausgedient beim Roten Kreuz.

Die BRK-Bereitschaft Pöttmes feiert ihr 60-jähriges Bestehen. Seit der Gründung hat sich einiges verändert

Es war ein größeres Aufgebot an Einsatzfahrzeugen des Bayerischen Roten Kreuzes, das am Samstagabend vor dem Rathaus in Pöttmes parkte. Der Grund lag nicht in einer Übung und auch nicht in einem schlimmen Vorfall, sondern ganz einfach daran, dass die BRK-Bereitschaft in diesem Ort mit ihren 80 Mitgliedern im Kultursaal ihr 60-jähriges Bestehen feierte. Dazu waren über 100 geladene Gäste gekommen.

Zu Beginn wurde in der Pfarrkirche St. Peter und Paul ein Gottesdienst gefeiert. Daran nahmen auch die Fahnenabordnungen der Pöttmeser Vereine teil. Dabei erinnerte Pfarrer Thomas Rein an Henry Dunant, der im Jahr 1859 angesichts der Schrecken eines Krieges nach der Schlacht von Solferino das Rote Kreuz ins Leben rief. 100 Jahre später wurde diese Organisation auch in Pöttmes aus der Taufe gehoben. Rein verwies auf die vielen Stunden Freizeit, die Menschen seither für diese Idee geopfert haben, und erinnerte an die toten Vereinsmitglieder: „Die Bereitschaft zu helfen, sollte Schule machen, gerade in der heutigen Zeit. Es kann jeden von uns treffen – sofort.“ Außerdem rief der Geistliche dazu auf, sich entschieden gegen Angriffe auf Rettungsdienste zu wehren.

Als ranghöchste Funktionärin des Roten Kreuzes gratulierte und dankte Brigitte Meyer dem Jubilar. Sie war von 1996 bis 2008 Bürgermeisterin von Merching, ehe sie in den Bayerischen Landtag einzog. Seit sechs Jahre ist Meyer Vizepräsidentin im Bayerischen Roten Kreuz. Meyer ehrte eine Reihe von Rotkreuzlern für ihre Verdienste über viele Jahre hinweg und sagte dazu: „Wir sind die größte Hilfsorganisation in Bayern. Wir haben ein breites Spektrum an Wohlfahrtsaufgaben. Es wird immer schwieriger, Leute zu finden, die sich engagieren.“ Die große Zahl der geehrten Männer und Frauen bringe zum Ausdruck, um welche große Organisation es sich da in Pöttmes handle.

Winfried Liebert, Leiter des Kreisverbandes der Wasserwacht, betonte: „Ich hoffe, dass die Bereitschaft Pöttmes die nächsten 60 Jahre so weiterarbeitet wie bisher.“ Thomas Winter, der stellvertretende Kreisgeschäftsführer des BRK, dankte auch den Familien, die immer wieder auf Rotkreuz-Mitglieder verzichten müssten, und äußerte sich zum Ehrenamt so: „Alles, was ich gebe, bekomme ich zurück.“

Von einem Dienst, der eigentlich unbezahlbar ist, sprach der Pöttmeser Bürgermeister Franz Schindele in seinem Grußwort: „Ihr großes soziales Engagement bereichert unsere Marktgemeinde.“ Durch den Einsatz des Roten Kreuzes würden manche Feste erst möglich. Schindele und Winter hatten dem Geburtstagskind Geld überwiesen.

In einer ausführlichen Chronik hatte Rainer Heinl, der Ehrungsbeauftragte, die Gäste auf eine Zeitreise mitgenommen. Demnach war Pöttmes auch bei vielen Ereignissen außerhalb der Kommune im Einsatz: beim G7-Gipfel in Ellmau, bei der Fußball-WM 2006 in Deutschland und bei der Fußball-EM zwei Jahre später in Österreich, beim Tornado in Affing sowie beim Amoklauf im Olympiaeinkaufszentrum in München. Dem Vortrag von Heinl war zu entnehmen, was sich im Laufe der vergangenen sechs Jahrzehnte beim Roten Kreuz alles verändert hat: die Fahrzeuge, die Anforderungen an die Mitarbeiter und auch die Aufgaben. Im Gasthaus Zum Kreuz fand 1959 die Gründungsversammlung statt, zwei Jahre später gab’s den ersten Sanka. 1965 wurden neue Räume über dem unteren Torbogen bezogen. Im Januar 1978 fand die Rettungswache ihr Quartier im Keller von Josef Neff. Nun wurde nicht mehr von einem Zug gesprochen, sondern von einer Kolonne. 1993 wurde daraus die Bereitschaft. Derzeit steht Petra Sälzer an der Spitze des BRK Pöttmes. Ihr Vertreter heißt Josef Huber. Dr. Edmund Schindele arbeitet als Arzt mit.

Von den Gründungsmitgliedern ist niemand mehr am Leben, stellte Wilhelm Zwergel, der Leiter der Kreisbereitschaft, fest. Bei Hermine Schloßer, deren Mann Franz vor einem Jahr starb, bedankte er sich für dessen großes Engagement mit Blumen. Zwergel versicherte: „Wenn man schaut, was entstanden ist, dann kann man stolz sein.“

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