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Blitzmarathon

19.04.2018

Vor allem Lastwagen erwischt‘s

Der Blitzmarathon bei Kühbach Nord begann am Mittwoch ziemlich ruhig, dennoch drückten einige Autofahrer gedankenverloren zu sehr aufs Gas.
Foto: Brigitte Mellert

Die Polizei kontrolliert auf der B300 bei Kühbach 24 Stunden das Tempo. Ein Brummi-Fahrer wird mit dem Streifenwagen zur Bank gebracht

Brigitte Mellert

Aichach/Kühbach „Sie sind ein wenig zu schnell gefahren..!“ Mit diesen Worten empfängt der Polizeibeamte einen Lastwagenfahrer auf dem Parkplatz der Bundesstraße 300 bei Kühbach-Nord. 22 Stundenkilometer war der Mann zu schnell, denn Lkw dürfen auf der Strecke, die an dieser Stelle auf Tempo 80 reduziert ist, nur 60 fahren. Trotz angekündigtem Blitzmarathon lassen sich viele Lastwagenfahrer am Mittwochvormittag durch die Geschwindigkeitsangabe für Autos dazu verleiten, zu sehr aufs Gas zu drücken.

Innerhalb einer Stunde erwischt die Polizei vier Brummis, deren Fahrer sich „gedankenverloren“ – wie die einhellige Erklärung lautet – vom Verkehr mitziehen ließen. Ein teurer Moment der Unachtsamkeit: 98,50 Euro muss der angehaltene Lenker zahlen, der von Kroatien aus unterwegs ist. Aufgrund seines fehlenden Wohnsitzes in Deutschland erfolgt das Bußgeld in Bar. Problem: Der Fahrer hat nicht genug Geld dabei und darf somit im Streifenwagen zur nächsten Bank fahren. Ganz zum Ärgernis des nächsten „Rasers“, wieder ein Laster. 88 Stundenkilometer zeigt sein Tacho an – das wird teuer: 158 Euro und ein Punkt erwarten den Mann, der zwar bereitwillig seinen Geldbeutel zückt. Jedoch fehlt den Beamten das dazugehörige Formular, denn das liegt bei den Kollegen im Streifenwagen auf dem Weg zur Bank. Der Mann nimmt die ungewollte Rast mit Humor und zündet sich erst einmal eine Zigarette an.

Der Blitzmarathon diene zur Ermahnung an die Autofahrer, erklärt eine Pressesprecherin der Polizei, sie seien immer froh, wenn sie möglichst wenige Raser rausziehen. Doch manche scheinen wohl aus ihren Fehlern nicht zu lernen. Denn der nächste Lastwagenfahrer begrüßt die Polizeibeamten mit den Worten: „Schon wieder ein Ticket? Das ist mir letzte Woche schon passiert!“ Nach durchfahrener Nacht wollte der Mann möglichst schnell nach Mainz zurück und ignorierte die vorgeschriebene Beschränkung auf 60 Stundenkilometer. Seiner Laune tut dies aber keinen Abbruch. Mit einem Lachen deutet er auf die Ladefläche seines Lasters, auf dem ein kleines rotes Bobby Car befestigt ist: „Zumindest der kann keinen Strafzettel bekommen.“ Auch vermeintlich gerissene Fahrer, die erst nach der Blitzanlage beschleunigen, werden zur Kasse gebeten. Denn Zivilstreifen fahren zusätzlich auf der B300 und greifen eben jene Temposünder auf. So müssen ein Auto- und ein Motorradfahrer trotz temporär angepasstem Tempo ein empfindliches Bußgeld zahlen.

Auf der Bundes- und Landstraße erwischen sie generell viele Raser, sagt ein Beamter der Zivilstreife. Oftmals abends und früh morgens sehen viele Autofahrer Geschwindigkeitsbegrenzungen höchstenfalls als freundliche Empfehlung und treten entsprechend kräftig aufs Gaspedal, so der Beamte.

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