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Baar

19.07.2020

Vorschlag für neue Kinderkrippe am Zeintl sorgt für Ärger

Die Gemeinde Baar braucht noch eine Kinderkrippe und sucht nach einem passenden Grundstück.
Bild: Simone Schaupp (Symbolbild)

Plus Auf der Suche nach einem Grundstück für den Bau einer Kinderkrippe bringt der Baarer Bürgermeisters einen Vorschlag ins Spiel – zum Ärger einiger Anwohner.

Wütend haben am Donnerstagabend drei Besucher der Baarer Gemeinderatssitzung die Mehrzweckhalle verlassen. Sie „fühlen sich verarscht“ und würden „das nicht mit sich machen lassen“, erklärten sie im Hinausgehen. Was sie so auf die Palme brachte, war eine Information, die Baars Bürgermeister Roman Pekis den Räten zur Kenntnis gab – doch diese Information könnte weiteichende Konsequenzen bedeuten.

In ruhigen Worten hatte Pekis zum Ende der Sitzung sein Dilemma erklärt, dass er sich die Haare gerauft habe, um auf der Suche nach einem Standort für die Kinderkrippe voranzukommen. Pekis: „Es ist kein so leichtes Unterfangen.“ Lange habe er die Flurkarte studiert und nur eine einzige Möglichkeit im Ort ausgemacht, erklärte Pekis.

Kinderkrippe sorgt für Ärger im Gemeinderat Baar

Eben diese Möglichkeit sei ein Grundstück südlich des Baugebiets am Zeintl. Zwischenzeitlich habe er den Bebauungsplan geprüft, mit dem Bauamt und Landratsamt gesprochen und die vorsichtige Tendenz erfahren, dass der Standort seitens der Behörden vermutlich machbar sei, berichtet Pekis.

Was so positiv für viele junge Familien klingen mag, die sehnsüchtig auf eine Kinderkrippe im Ort warten, war für die drei Anwohner, die zur Gemeinderatssitzung gekommen waren, der Grund für mächtig viel Wut im Bauch. Erfahren hatten sie von der Idee des Rathauschefs aus erster Hand, denn wie Roman Pekis erklärte, hat er vor der Sitzung mit den betroffenen Anwohnern gesprochen und ein weiteres, ausführliches Gespräch in der kommenden Woche angeboten.

Baar: Kinderkrippe am Zeintl? – Runder Tisch ist geplant

Doch ginge es nach dem Wunsch der Anwohner, sollte eben dieses Gespräch nicht „am Runden Tisch“ stattfinden, wie Pekis anbot, sondern direkt in der Sitzung. Die Gäste der Sitzung erhielten – nach einer kurzen Abstimmung – Rederecht in der Sitzung und machten dann auch davon Gebrauch: Das Grundstück, das sich Pekis ausgeguckt habe, sei bereits öfter thematisiert worden. Es handle sich dabei um Ausgleichsflächen, die – so die wütenden Anwohner – kostentechnisch auf die Bauherren am Zeintl umgelegt worden seien. Zudem sei ihnen – bevor sie ihre Grundstücke gekauft haben – zugesagt worden, dass der Blick gen Süden unverbaut bliebe. Und nun plane die Gemeinde eine Kita „direkt vor der Terrasse“, erklärte ein Anwohner erbost.

Pekis versuchte, die Situation zu deeskalieren. Er unterstrich abermals, direkt in der kommenden Woche ein Gespräch zu organisieren. Die Anwohner forderten, dass auch andere Gemeinderäte sich am Gespräch beteiligen sollten. Der Rathauschef sicherte Transparenz zu. Andere Gemeinderäte könnten zum Gespräch dazukommen, es werde ein Protokoll geben und sogar einen Handymitschnitt, falls die Anwohner sich das wünschen. Pekis betonte nachdrücklich, dass in der Sitzung weder der passende Ort noch die passende Zeit sei, um das Thema in Ruhe zu sprechen. Zu beschließen sei ohnehin aktuell nichts, denn es gehe nur um Vorgespräche. Zudem erklärte er: „Es wird immer zwei bis drei Leidtragende in der Gemeinde geben; aber letztlich handle es sich um ein Projekt im Sinne des Gemeinwohls.“

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