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Kühbach

05.03.2020

Wahl: In Kühbach dreht sich alles um das Herz der Gemeinde

Das Zukunftsprojekt in Kühbach: die Sanierung des Marktplatzes. Das wird eine Aufgabe sein, die der neue Bürgermeister und der neue Marktgemeinderat in Angriff nehmen werden. Bürgermeister Johann Lotterschmid tritt nach 24 Jahren bei der Kommunalwahl nicht mehr an.
Bild: Helene Monzer

Plus 24 Jahre lang hat Hans Lotterschmid die Geschicke Kühbachs gelenkt. Seine Nachfolger dürfen den Marktplatz verschönern. Was künftig sonst noch wichtig ist.

Die Ära Johann Lotterschmid endet am 1. Mai in Kühbach. Seit 1996, also insgesamt 24 Jahre lang, war er Bürgermeister der Marktgemeinde. Diesmal tritt Lotterschmid nicht mehr an. Lange Zeit sah es so aus, als ob es im Markt Kühbach nur einen Anwärter auf seine Nachfolge geben würde. Zweiter Bürgermeister Stefan Schneider von der Wählergemeinschaft Ortsgemeinschaft Kühbach (OGK) hatte seinen Hut schon Mitte vergangenen Jahres in den Ring geworfen. Erst bei den Nominierungsversammlungen gegen Ende des Jahres tauchten mit Hermann Erbe , Gerhard Stegmayer und Karl-Heinz Kerscher drei weitere Kandidaten auf. Kerscher , der ebenfalls für die OGK antrat, warf Schneider bei der Nominierungsversammlung zunächst aus dem Rennen. Schneider gründete kurzerhand die Gruppierung „Gemeinsam für unsere Marktgemeinde Kühbach “ und kehrte zurück in den Ring der Kandidaten.

Ein Thema, das den neuen Gemeinderat beschäftigen wird, ist die Sanierung des Marktplatzes. Das jetzige Gremium stellte dafür bereits die Weichen. Auch über ein anderes Thema wird vermutlich der neu gewählte Rat entscheiden müssen: Das dritte Bürgerbegehren gegen den Neubau der Verbandskläranlage mit der Gemeinde Inchenhofen, für das Werner Böhm gerade Unterschriften sammelt. Mit zwei Bürgerbegehren ist Böhm bereits gescheitert (wir berichteten). Der Kühbacher Gemeinderat lehnte sie jeweils wegen rechtlicher Mängel ab. In mehreren Verfahren vor Verwaltungsgerichten blitzte Böhm mit Klagen gegen die Nichtzulassung ab.

Die Verbandskläranlage der Gemeinden Kühbach und Inchenhofen soll im Sommer in Betrieb gehen. Werner Böhm startete kürzlich das dritte Bürgerbegehren dagegen.
Bild: Gerlinde Drexler

Kläranlage soll im Sommer in Betrieb gehen

Seine Fragestellung für das aktuelle dritte Bürgerbegehren formulierte der Initiator etwas um. Sie lautet nun: „Sind Sie dafür, dass der Markt Kühbach seine in den Kläranlagenzweckverband Paartal entsandten Verbandsräte anweist, eine Einstellung des Baus der Zentralkläranlage in Paar und einen Ausbau der bestehenden Kläranlagen in Kühbach und Paar zu beschließen?“ Die rund acht Millionen teure Verbandskläranlage soll im Sommer in Betrieb gehen.

Um einen Bürgerentscheid beantragen zu können, sind 330 Unterschriften notwendig. Bei den beiden von Böhm bereits initiierten Bürgerbegehren, dem Antrag auf einen Bürgerentscheid, bekam er 2016 und 2017 jeweils rund 450 beziehungsweise 380 Unterschriften.


Die grundsätzliche Entscheidung, den Ortskern zu sanieren und zu entwickeln, traf der Gemeinderat bereits im Herbst. Ausgehend davon, dass am Marktplatz , in der Pfarrstraße und der Schrobenhausener Straße Kanalsanierungen anstehen, entschied sich das Gremium für einen größeren Wurf: Der komplette Ortskern soll über eine städtebauliche Sanierungsmaßnahme abgewickelt werden. Möglichkeiten der Gestaltung sollen Planungsbüros im Rahmen eines Wettbewerbs ausarbeiten. Einbezogen werden sollen neben dem Marktplatz und dem Kirchenvorplatz bis zum Friedhof auch die Pfarrgasse und der Weiher. Ziel der städtebaulichen Maßnahme ist unter anderem, freie Flächen aufzuwerten und die öffentlichen Einrichtungen besser miteinander zu vernetzen. Gefördert wird die Maßnahme mit 50 bis 60 Prozent. Der Gemeinderat stimmte zu, eine Aufnahme in das Städtebauprogramm der Regierung von Schwaben zu beantragen.

Kühbach: Zeitweise provisorisch sanierte Straßen

Für heuer ist die Sanierung der Kanäle in der Ortsmitte des Marktes geplant. Für die Kühbacher bedeutet die Entscheidung des Gemeinderates, dass sie nach Abschluss der Kanalarbeiten in der Ortsmitte eine Zeit lang mit einer provisorisch sanierten Straße leben müssen.

Das Gebäude für die Verwaltungsgemeinschaft der Gemeinden Kühbach und Schiltberg ist zu klein. In Kühbach steht deshalb die Erweiterung des Rathauses an.
Bild: Gerlinde Drexler

Bisher gab es im Gemeinderat mit der OGK, der Bürgervereinigung Unterbernbach (BVU) und den Freien Wählern Haslangkreit (FWH) drei Fraktionen. Das wird sich heuer mit der neu gegründeten Wählergemeinschaft „Gemeinsam für unsere Marktgemeinde Kühbach “ (GMK) voraussichtlich ändern. Die ortsübergreifende Liste nominierte Schneider einstimmig zum Bürgermeisterkandidaten, nachdem er auf der Nominierungsversammlung der OGK gegen Kerscher eine deutliche Niederlage hatte hinnehmen müssen. 17 Bewerber der GMK aus verschiedenen Ortsteilen des Marktes kandidieren für den Gemeinderat.

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