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06.12.2017

Waldbauern warten auf höhere Holzpreise

Käferbäume müssen jetzt raus aus dem Wald, egal ob mit einem Harvester (Bild) oder mit der Motorsäge. Die Waldbauern warten bei der Holzvermarktung aber derzeit auf bessere Preise. Symbol
Bild: Marcus Merk

Negative Auswirkungen von Sturm „Kolle“ sind auch hier zu spüren. Experte warnt vor Bedrohung durch den Borkenkäfer. Das heißt: Jetzt muss man befallene Fichten einschlagen

Aichach-Untergriesbach Die Waldbauern dürfen in den Wintermonaten die Hände keineswegs in den Schoß legen. Vielmehr sollten sie die Zeit nutzen und Bäume entfernen, die vom Borkenkäfer befallen sind. Dieser Rat wurde bei der Jahreshauptversammlung der Waldbesitzervereinigung Aichach (WBV) im Untergriesbach (Stadt Aichach) wiederholt formuliert.

Ausführlich informierte Hannes Lemme über die Gefahren, die von den Borkenkäfern ausgehen. Der Fachmann von der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft schilderte die zum Teil geradezu explosionsartige Vermehrung von Buchdruckern und Kupferstechern. Lemme forderte die Waldbauern auf, entschieden gegenzusteuern: „Eine befallene Altfichte, die nicht aufgearbeitet wird, kann zum Befall von 20 weiteren Fichten führen.“ Seinen Aussagen zufolge profitierten die kleinen Tiere von den überdurchschnittlich hohen Temperaturen in den vergangenen drei Jahren. Außerdem erklärte der Referent, dass künftig pro Jahr nicht mehr nur zwei Generationen dieser Käfer nachwachsen, sondern dass die dritte Generation zum Regelfall wird. Mit all den Konsequenzen, die er darstellte. Wolfgang Sailer, Leitender Forstdirektor im Land für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), forderte die Waldbesitzer auf, bei der Aufforstung von frei gewordenen Flächen den Rat von Fachleuten einzuholen. Kiefern, Tannen, Douglasien, Lärchen, Buchen, Eichen, Ahorn, Linden und Ulmen sollten gepflanzt werden. Die Jäger bezeichnete Sailer als „unsere Partner“. „Wir müssen dahinter bleiben, die Fichte hat eine schwere Zukunft“, meinte Peter Erhard, der WBV-Vorsitzende. Nur Regenwetter sei Gift für die Käfer.

An seinem letzten Arbeitstag stellte Rüdiger Jacob die Lage auf dem Holzmarkt dar. Die Verhandlungen mit den Sägern nannte er „beinhart“. Die Gespräche seien unterbrochen worden, weil es derzeit seiner Meinung nach keine vernünftigen Preise gebe. Jacob riet zu Geduld. Im ersten Quartal 2018 sei mit höheren Preisen zu rechnen. 88 bis 92 Euro pro Festmeter sollten machbar sein, war Jacob überzeugt. Er berichtete von den Schwankungen im Laufe des Jahres. So habe der Sturm „Kolle“, der am 18. August im Bayerischen Wald wütete, die Preise deutlich fallen lassen. „Was wirklich gut läuft“, so Jacob, „das ist die Eiche, auch die Esche und Lärchenstammholz.“

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Zu Beginn der 65. Jahreshauptversammlung erklärte WBV-Vorsitzender Erhard: „Die Waldbesitzervereinigung Aichach hat dieses Jahr wieder Schlagkraft bewiesen.“ Der WBV konnte 61000 Festmeter Holz vermarkten (siehe Infoartikel), rund ein Viertel dieser Menge entfiel auf Käferholz das deutlich schlechter vermarktet werden kann. Erhard war überzeugt: „Das ist eindeutig auf die klimatischen Verhältnisse zurückzuführen.“ Erhard geht davon aus, dass der Fichtenanteil auch in Zukunft bei mindestens 50 Prozent liegen werde. Ausdrücklich lehnte er eine Flächenstilllegung in den Wäldern ab.

Peter Tomaschko, für die CSU im Landtag, teilte mit, dass mehr ins Waldbauprogramm investiert werde. So soll der Umbau im Jahr von 6000 auf 10000 Hektar ansteigen. 200 zusätzliche Planstellen für Förster sollen geschaffen werden, jeweils 20 pro Jahr. Johann Häusler, für die Freien Wähler im Landtag, wies auf die afrikanische Schweinepest hin. Sollte die in Bayern kommen, sei mit einem Schaden im dreistelligen Millionenbereich zu rechnen, warnte er. Kreisbäuerin Sabine Asum stufte den Wald als Klimaschützer ein, der einen intelligenten Weg in eine CO2-freie Zukunft darstellt. Manfred Losinger vertrat den erkrankten Landrat Klaus Metzger. Er legte dar, wie viel CO2 in einem Festmeter Buchenholz gespeichert werde.

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