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Natur

04.08.2018

Walderlebnispfad bei Aichach ist wieder offen

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Um die frühmittelalterliche Eisenerzverhüttung geht es bei dieser neuen Station, die direkt am Grubethaus ist. 
Bild: Gerlinde Drexler

Der Walderlebnispfad am Grubet bei Aichach ist wiedereröffnet. 20 Stationen erklären die heimische Tierwelt; eine erinnert an ein dramatisches Ereignis.

Von den schweren Schäden, die der Tornado im Mai vor drei Jahren am Waldlehrpfad im Grubet anrichtete, ist nichts mehr zu sehen. An den verheerenden Sturm erinnert aber eine der neuen Stationen auf dem neu konzipierten Erlebnispfad. Besucher können hier aktiv ausprobieren, welche Kraft ein Tornado entwickelt. Am Freitag wurde der rund zweieinhalb Kilometer lange Walderlebnispfad der Stadt Aichach offiziell eröffnet. Der Rundgang fiel angesichts der Hitze kurz aus. 

Diesem Tag hatten nicht nur die Vertreter der Stadt und die Mitglieder der Grubetfreunde entgegen gefiebert. Auch zahlreiche naturverbundene Bürger kamen zur Einweihung. Obwohl der neu angelegte Rundweg auch vorher schon wieder rege in Anspruch genommen worden war. Erich Hoffmann, Vorsitzender der Grubetfreunde, berichtete von einigen Gruppen von außerhalb des Landkreises, die den Weg bereits erkundet hatten.

Bürgermeister Klaus Habermann sagte bei der Eröffnung: „Über 15 Jahre lang war der Walderlebnispfad am Grubet eine echte Erfolgsgeschichte gewesen“. Sie habe durch den Tornado ein jähes Ende gefunden. Er war überzeugt, dass sich dieser Erfolg fortsetzen wird.

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Welche Kraft ein Tornado entwickeln kann, können Besucher an dieser neuen Station selbst ausprobieren.
Bild: Gerlinde Drexler

An Erlebnisstation können Besucher die Natur mit allen Sinnen begreifen

Der Rundweg führt an über 20 verschiedenen Stationen vorbei, die dem Besucher die heimische Tier- und Pflanzenwelt erklären, und an Erlebnisstationen, die dazu einladen, die Natur mit allen Sinnen zu begreifen. Auf dem rollstuhlgerechten Rundweg können Quiz-Fragen beantwortet werden. Kleine und große Besucher können sich auch körperlich betätigen. Zum Beispiel am Dendrophon, einem riesigen Musikinstrument aus Holzstämmen, das mit einem Hammer zum Klingen gebracht wird. Gerade Kinder sind außerdem von der 1,50 Meter hohen Schmetterlingsfigur mit ihren beweglichen Flügeln bei der neu angelegten Wildblumenwiese beeindruckt.

Dem Besucher die Vielfalt des heimischen Waldes näher zu bringen, war vor rund 20 Jahren die gemeinsame Idee des Forstamtes Aichach, der Grubetfreunde und der Stadt Aichach. Sie bildeten 1998 einen Arbeitskreis und machten sich auf den Weg, um diverse Walderlebnisprojekte zu besichtigen. Habermann erinnerte sich: „Wir wollten nicht nur ein paar Tafeln aufstellen, sondern es sollte wirklich ein Erlebnisweg werden.“

2001 wurde der Walderlebnispfad zu dem schon damals das Rotwildgehege gehörte, eingeweiht. Er habe schnell alljährlich Tausende von Besuchern, darunter Schulklassen, Kindergarten- und Seniorengruppen, Familien und Spaziergänger, angelockt, sagte Habermann. „Für mich persönlich und für viele Mitstreiter, die seit Beginn an dabei sind, ist es ein Herzensanliegen.“

Nach dem Tornado waren viele Stationen irreparabel zerstört

Deshalb war der Schock nach dem Tornado auch groß. Viele Stationen waren irreparabel zerstört, der Baumbestand schlicht „weggeblasen“ worden. Ein erster Rundgang machte 2015 deutlich: Mit ein paar Reparaturarbeiten allein war hier nichts zu heilen. Der Bürgermeister fasste es damals so zusammen: „Wir stehen praktisch an einem Neuanfang, vor ganz neuen Rahmenbedingungen, denen man sich auch konzeptionell anpassen muss.“ Der Arbeitskreis machte sich daran, den Walderlebnispfad neu zu erfinden.

Der Stadtrat stellte die nötigen Gelder von rund 109000 Euro bereit, der Erholungsgebieteverein Augsburg unterstützte die Stadt mit 33400 Euro und die Firma Hochkant setzte das Konzept um.

Beim Durchschneiden des Bandes zur offiziellen Wiedereröffnung des Walderlebnispfades, den die Grubetfreunde betreuen, standen neben Bürgermeister Habermann unter anderem Zweiter Bürgermeister Helmut Beck und Birgit Cischek, Vorstandsvorsitzende der Sparkasse. Die Sparkassenstiftung förderte mit der Firma Alcoa das archäologische Freigelände am Grubethaus. (Kommentar: Der Walderlebnispfad ist eine Bereicherung)

Erinnerung an frühmittelalterlichen Eisenerzabbau

Diese neue Station beschreibt den frühmittelalterlichen Eisenerzabbau am Grubet. Besucher sehen hier zum Beispiel Rennofen für Verhüttungsversuche oder einen Schachtnachbau. Das Konzept dafür erarbeitete und setzte der Archäologe Martin Straßburger um. Zusammen mit seinen Kollegen von der Ludwig-Maximilians-Universität München hatte er mehrere Jahre lang im Grubet geforscht. Die Ergebnisse sind nun auf dem Freigelände plastisch erlebbar nachzuvollziehen.

Bürgermeister Habermann ist stolz auf den Walderlebnispfad: „Er ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal im Sinne von Naherholung und Tourismus für die Stadt. Mit dem Grubethaus und dem erweiterten Lehrbienenstand der Imker sei er „ein echtes Naherholungszentrum“. Nun hofft er inständig, dass der Wettergott es die nächsten Jahrzehnte gut meint.

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