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Pfingstwallfahrt

22.05.2018

Wallfahrer pilgern zum „Bayerischen Herrgott“

Die Pilger aus dem Aichacher Stadtteil Walchshofen kamen mit 47 Personen nach Inchenhofen und waren damit die größte Gruppe.
Bild: Erich Echter

Über 2500 Menschen kamen zum Hochfest des heiligen Leonhard am Pfingstmontag nach Inchenhofen. Dekan Stefan Gast musste im Festgottesdienst improvisieren.

Zu seinem Hochfest am Pfingstmontag bescherte der heilige Leonhard den Wallfahrern ideales Wetter. Zahlreiche Wallfahrergruppen aus der Region pilgerten zum „Bayerischen Herrgott“ nach Inchenhofen. Nachdem in den beiden zurückliegenden Jahren die Gruppen merklich geschrumpft waren, konnte man am Montag relativ starke Wallfahrerzüge ausmachen. Insgesamt kamen 36 Gruppen. Mit 47 Pilgern waren die Wallfahrer aus dem Aichacher Stadtteil Walchshofen die stärkste unter ihnen. Insgesamt über 2500 Wallfahrer kamen gestern nach Inchenhofen.

Ein Novum war, dass Dekan Pfarrer Stefan Gast den Festgottesdienst zunächst allein zelebrierte. Abt Johannes Schaber aus Ottobeuren, der schon 2015 beim Hochfest in Inchenhofen war, stand längere Zeit im Stau und kam deshalb erst später hinzu. Für den organisatorisch geübten und stimmgewaltigen Dekan Stefan Gast kein Beinbruch. Er hielt statt Schaber die Predigt. Dabei ging er auf den Katholikentag in Münster ein und leitete gekonnt zum heiligen Leonhard über.

Zum „Bayerischen Herrgott“, wie St. Leonhard im Volksmund auch genannt wird, wallfahrten nicht nur Katholiken aus dem Wittelsbacher Land. Sondern die Pilger kamen an den Pfingsttagen auch aus dem Freisinger und Dachauer Raum. Der Dekan und seine Helfer hatten alle Hände voll zu tun. Ab 4.30 Uhr war Gast auf den Beinen. Darum dass die Gastpfarrer die richtigen Messgewänder bekommen, die Wallfahrer eingeläutet werden, die Ministranten in Schwung kommen und die Wallfahrer bei den Gottesdiensten begrüßt werden, kümmerte er sich selbst. Er zelebrierte auch den ersten Wallfahrergottesdienst um 6 Uhr. Die meisten Gruppen stammten aus dem Raum Junkenhofen, Hilgertshausen und Petershausen. Immer wieder dankte Gast den Wallfahrern und sagte: „Schön, dass ihr die Tradition aufrechterhaltet.“

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Vor den Gottesdiensten war in der Sakristei viel Parteiverkehr. Die Wallfahrtsführer gaben bei Maria Kaltenstadler Messen für ihre Gemeinde auf. Eine große Hilfe am Tag der Erzbruderschaft war Pallotinerpater Alois Mäntele, der verschiedene Aufgaben übernahm. Darunter das „Beichtsitzen“. Damit die Wallfahrer aus- und eingeläutet wurden, bezogen am Kriegerdenkmal mit Blick auf die Aichacher Straße Jonas Sedlmeir sowie Florian und Johann Hartmann Stellung. „Wir sind seit 5.45 Uhr hier. Es soll keine Wallfahrergruppe übersehen werden“, sagten sie.

Der bestbesuchte Wallfahrergottesdienst begann um 7 Uhr. Hier trafen sich die Wallfahrer aus Obergriesbach, Zahling, Griesbeckerzell, Unterschneitbach, Sulzbach, Ober- und Untermauerbach, Edenried, Klingen, Ecknach, Oberbernbach, Taiting, Laimering, Rieden, Weilach, Peutenhausen, Gachenbach und Thalhausen. Den Gottesdienst zelebrierten die beiden Ruhestandsgeistlichen Monsignore Thomas Gerstlacher und Geistlicher Rat Gabriel Vollmann. Für Gerstlacher war es das erste Mal beim Hochfest des heiligen Leonhard. Er hatte die Oberbernbacher Wallfahrer auf dem Weg nach Inchenhofen begleitet. „Die fünf Kilometer kann ich schon noch mitgehen“, sagte er schmunzelnd.

Die meisten Pilger aus dem Raum Friedberg und Dachau waren schon in aller Herrgottsfrüh auf Achse. Die Unterumbacher zogen nach 10.30 Uhr in Inchenhofen ein. „Seit 4 Uhr früh sind wir unterwegs“, sagte ein Pilger.

Die Motive der Wallfahrer waren verschieden. Der Bauernheilige wird nicht nur von Landwirten verehrt, die um eine gute Ernte bitten. Auch andere Pilger danken ihm. Zum ersten Mal kam der Edenrieder Walter Mittermüller als Pilger nach Inchenhofen. „Gerade in den Morgenstunden kann man die innere Ruhe finden. Die Vögel erwachen, die Ruhe, die der erwachende Tag ausstrahlt, ist wie eine Andacht“, sagte er. Der Aichacher Helmut Baumann erinnerte sich an die Zeit, als er noch in seinem Heimatort Eurasburg wohnte. Damals ging er noch als Bub mit zur Wallfahrt. Seit 13 Jahren pilgert er mit den Ecknachern zum heiligen Leonhard.

Der Walchshofener Peter Wolf kommt seit 40 Jahren nach Inchenhofen. „Ich wallfahrte wegen der Tradition und meines Glaubens zum heiligen Leonhard“, sagte er. In den Gasthäusern nahe der Kirche stärkten sich die Wallfahrer mit Bier und „Kreuzwürsten“ für den Rückweg. Pfarrer Gast wollte seine Pilger nicht nur im Gotteshaus willkommen heißen. Im Gasthaus begrüßte er einige Pilger per Handschlag. Auch für die Kinder in Inchenhofen ist die Pfingstwallfahrt immer etwas Besonderes. Sie baten die Wallfahrer am Straßenrand um „Guazln“.

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