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Aichach-Friedberg

28.02.2018

Warum Ökologischer Ackerbau auf dem Vormarsch ist

Derzeit liegt auf den Äckern noch Schnee – doch schon bald beginnen die Feldarbeiten. Im Landkreis wirtschaften derzeit 60 Bauern ökologisch. Im Bauermarkt in Dasing wurde vor Kurzem über die Umstellung von konventioneller auf ökologische Landwirtschaft informiert.

Die Verbraucher kaufen immer häufiger Bio. Im Wittelsbacher Land produzieren inzwischen rund 60 Landwirte biologisch und nachhaltig. Welchen Vorteil haben diese Bauern?

Allein in Bayern werden rund 250000 Hektar Land ökologisch bewirtschaftet, Tendenz steigend. Im Landkreis Aichach-Friedberg gibt es derzeit circa 60 Biobetriebe. Bei der Umstellung von konventioneller Landwirtschaft auf biologische gibt es jedoch einiges zu beachten. Um Bauern, die umstellen möchten, zu helfen, veranstaltete das Amt für Landwirtschaft Kaufbeuren vor Kurzem eine Informationsveranstaltung im Bauernmarkt Dasing. Der langjährige Öko-Ackerbauer Josef Niedermaier aus Ottmaring (Stadt Friedberg) brachte viel Erfahrung zum Treffen mit. Diese motiviert laut Agraringenieurin Claudia Schatz, es selbst zu versuchen: „Man muss bereit sein, eine Herausforderung einzugehen, um einen Schritt in Richtung nachhaltige und langfristige Bewirtschaftung zu gehen.“ Das wird ihr zufolge auch finanziell honoriert, etwa durch Förderprogramme. So erhalten Bauern laut Fachzentrum ökologischer Landbau bei einer Neuumstellung 350 Euro pro Hektar Land und jedes darauf folgende Jahr 273 Euro pro Hektar. Außerdem gibt es einen Kontrollkostenzuschuss.

Der staatliche Berater für Öko-Landbau, Franz Högg, ist der Meinung, dass sich Bauern durch eine Umstellung auf Bio für die zukünftigen Entwicklungen wappnen könnten. Strengere Vorgaben bei der Anwendung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln, sinkende Getreidepreise oder die Verschärfung des Wettbewerbs machen es Landwirten zunehmend schwerer. Bio sei jedoch nur eine Möglichkeit, so Schatz. Andere Wege seien beispielsweise eine regionale Produktion und Vermarktung, die Teilnahme am bayerischen Kulturlandschaftsprogramm oder die Bildung von Erzeuger-Verbraucher-Kooperationen.

Der Bauer Gerhard Stegmeir aus Schrobenhausen sieht in der Umstellung vor allem eine Alternative zum „Wachstums-Wahnsinn“, wie er es nennt. Die junge Generation ist seiner Meinung nach offen für Bio, weshalb er die Umstellung gemeinsam mit seinem Sohn anpackt. Laut Högg wird der Bioanteil in Deutschland noch weiter zunehmen, was unter anderem mit den gesellschaftlichen Vorstellungen zusammenhängt. „Bio-Erzeugung kann nur im Rahmen einer steigenden Nachfrage wachsen“, erklärt der Berater für Öko-Landbau. Ihm zufolge können sich auch kleinere Betriebe die Umstellung leisten. Auch für den Landwirt Max Winter aus Neu-Ulm sind die Fördergelder ein attraktiver Anreiz für die Umstellung. Für ihn sprechen aber auch gesellschaftlich-politische Gründe, wie der Einsatz kritischer Pflanzenschutzmittel oder Gentechnik, für eine alternative Bewirtschaftung. Diese seien letztendlich auch der Beweggrund vieler Verbraucher, Bio-Erzeugnisse zu kaufen.

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