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10.01.2021

Warum die Energiewende an einem Wendepunkt steht

Der Landkreis Aichach-Friedberg "exportiert" seit Jahren Strom.
Bild: Marcus Merk (Archivfoto)

Der Landkreis Aichach-Friedberg "exportiert" seit Jahren Strom. Ab dem neuen Jahr drückt die erneuerbare Stromerzeugung den Preis für alle Verbraucher.

Wer Anfang des Jahrtausends angekündigt hätte, dass im Landkreis in knapp zehn Jahren genauso viel Strom mit Sonne, Biomasse, Wasser- und Windkraft erzeugt wie verbraucht wird, den hätten damals viele Menschen für verrückt erklärt. Wie soll das gehen? Es geht! Im nördlichen Teil des Wittelsbacher Landes ist es sogar noch viel schneller gegangen. Wendepunkt war das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das ab dem Jahr 2000 die Stromerzeugung aus regenerativen Quellen fördert.

Ab Januar 2020 fallen die ersten Anlagen aus der EEG-Förderung heraus

Jetzt, 20 Jahre später, stehen wir wieder an einem Wendepunkt. Ab Januar fallen die ersten Anlagen, alle die 2000 gebaut wurden, aus der für zwei Jahrzehnte garantierten Förderung heraus. Das heißt, für jede Kilowattstunde Solar- oder Biogasstrom, die noch bis Jahresende zu lukrativen Konditionen eingespeist werden kann, gibt es ab dem neuen Jahr zum Teil nur noch zwei oder drei Cent. Nicht alle Altanlagen werden weiter betrieben, ein großer Teil aber bestimmt. Die Eigentümer werden auch versuchen, möglichst viel vom eigenen Strom zu verbrauchen. Das geht aber nur zu einem Teil. Der Rest des günstigen Stroms fließt weiter ins Netz. Das spielt zunächst auf dem Strommarkt noch keine große Rolle, weil noch nicht so viele Anlagen betroffen sind. Doch jedes weitere Jahr fallen dann weitere Altanlagen aus der Förderung heraus und in einigen Jahren wird dieser Anteil Druck auf die Strompreise machen – zum Vorteil für alle Verbraucher.

Lesen Sie dazu die Analyse: Wie viel Strom wird in Aichach-Friedberg durch Sonne, Wind und Wasser erzeugt?

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14.01.2021

>> Ab dem neuen Jahr drückt die erneuerbare Stromerzeugung den Preis für alle Verbraucher. <<

Das stimmt doch einfach nicht...

https://www.welt.de/wirtschaft/article224386200/Energiewende-Deutsche-zahlen-die-weltweit-hoechsten-Strompreise.html

>> Die Strompreise im Basistarif sind nach übereinstimmenden Angaben der Vergleichsportale Check24 und Verivox auf einen neuen historischen Höchstwert geklettert. Mit 33,77 Cent pro Kilowattstunde ist Elektrizität im Basistarif teurer als jemals zuvor. <<

>> Im Gegenteil: „Bei den Strompreisen ist Deutschland nach wie vor Weltspitze“, sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.

Mitverantwortlich dafür ist das Beihilfe-Regime zur Förderung von Ökostrom-Produzenten. Die haben nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Anspruch auf eine fixe Vergütung für Grünstrom, unabhängig vom eigentlichen Wert der Kilowattstunden. <<

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