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Aichach-Friedberg

24.01.2019

Warum die Kühe immer mehr Milch erzeugen

Die Kühe im Landkreis geben immer mehr Milch: In Zuchtbetrieben sind es im Schnitt über 8300 Liter Milch pro Tier und Jahr. In Deutschland werden pro Jahr und Kopf rund 90 Kilo Milch und Milchprodukte verbraucht.
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Die Kühe im Landkreis geben immer mehr Milch: In Zuchtbetrieben sind es im Schnitt über 8300 Liter Milch pro Tier und Jahr. In Deutschland werden pro Jahr und Kopf rund 90 Kilo Milch und Milchprodukte verbraucht.

Die Zahl der Milchviehbetriebe im Landkreis sinkt. Die Zahl der Kühe bleibt konstant, weil der Viehbestand je Hof steigt. Die erzeugte Milchmenge wächst.

Der Strukturwandel in der Milchwirtschaft geht kontinuierlich weiter. Die Zahl der Betriebe im Wittelsbacher Land sinkt, die Zahl der Tiere pro Hof steigt, und die Kühe geben im Schnitt auch immer mehr Milch. Im vergangenen Jahr waren es in dem ehemaligen „Milch-Landkreis“ gerade noch rund 300 Betriebe. Eine Landwirtsgeneration zuvor (1982, also vor 36 Jahren) wurde dagegen noch von 2030 Bauern täglich gemolken. Die verbliebenen Milchviehbetriebe werden im Gegenzug immer professioneller und setzen moderne Technik im Stall ein. Bei der gemeinsamen Mitgliederversammlung des Fleckviehzuchtverbandes und des Milcherzeugerringes Wertingen für den Landkreis Aichach-Friedberg zog Verbandsvorsitzender Georg Kraus im Bauernmarkt in Dasing eine positive Bilanz zu Zucht und Vermarktung. Das extreme Trockenjahr 2018 sei in der Region noch halbwegs glimpflich überstanden worden. In anderen Regionen sei es zu gravierenden Schäden und enormer Futterknappheit gekommen.

Friedrich Wiedenmann, Zuchtleiter des Verbandes und Fachlicher Leiter des Milcherzeugerringes, legte im Jahresbericht Zahlen und Tendenzen zur Leistungsentwicklung und Zuchtarbeit vor (sieh Infoartikel). Der Herdbuchkuhbestand sei mit rund 55000 Kühen in 960 Betrieben fast stabil geblieben. In der Betriebsstruktur seien deutliche Zuwächse in der Herdengröße feststellbar. Erstmals sei in der Region und auch bayernweit die 8000-Liter-Marke in der durchschnittlichen Jahresleistung pro Kuh geknackt worden. Im Landkreis sei 2018 in den Zuchtbetrieben sogar eine durchschnittliche Milchmenge von 8314 Kilogramm pro Kuh und Jahr erreicht worden. Die Steigerung zum Vorjahr betrage 342 Kilo. Dies bei gleichzeitiger Steigerung der Fruchtbarkeits- und Gesundheitsmerkmale und deutlicher Zunahme der Lebensleistung, betonte Wiedenmann. Die Gründe: eine hervorragende Grundfutterqualität aus der Ernte 2017, züchterische Weiterentwicklung sowie optimale Tierhaltung und Tierpflege in den Betrieben.

Milchwirtschaft: Diese Entwicklung ist rekordverdächtig

Laut Wiedenmann geradezu sensationell ist, dass 29 Kühe im Zuchtgebiet die magische Grenze von 100000-Kilo-Lebensleistung überschritten haben. Drei davon stehen in Ställen im Landkreis Aichach-Friedberg: in den Zuchtbetrieben von Helene Mahl (Affing-Aulzhausen), Martin Gschoßmann (Kühbach-Unterschönbach), Werner Hartl (Affing-Haunswies).

Laut Johann Schwarz hat die Auktionsbeschickung in Wertingen mit Bullen und Jungkühen deutlich zugenommen. Beim Stallverkauf von Kühen dagegen seien die Vorjahreszahlen – bedingt auch durch die Herdenaufstockungen bei den Mitgliedsbetrieben – nicht ganz erreicht worden. Der Zuchtviehexport von Kalbinnen und Jungrindern sei nach dem extremen Boomjahr 2017 wieder in normalem Umfang gelaufen. Bei den Zucht- und Nutzkälbern seien die Vorjahreszahlen in allen Kategorien gesteigert worden. Der Bedarf an den Kälbern werde dagegen regelmäßig nicht gedeckt, es bestehe also noch erhebliches Potenzial.

Das Hauptreferat hielt Stephan Treitinger von der Fresser-EG Kirchheim. Er stellte die Qualitätsanforderungen an ein Nutzkalb aus der Sicht des Käufers dar. Der Referent kauft regelmäßig Kälber am Wertinger Markt. Er sei mit der angebotenen Qualität hochzufrieden. Besonders lobte er, dass der Zuchtverband Wertingen frühzeitig das Enthornen vorangebracht habe und nunmehr Marktführer mit einem Angebot von fast 100 Prozent enthornten Kälbern sei. Dringend forderte Treitinger eine Auftriebssteigerung, also mehr Rinder auf dem Markt.

Wiedenmann ging auf die Neuerungen in der Milchleistungsprüfung ein: Aktuell wird das „LKV-Shuttle“, ein hoch technisiertes Gerät zur Probenahme in Betrieben mit automatischen Melksystemen, in die Praxis eingeführt. Bei der Weiterentwicklung des EDV-Herdenmanagers wurde ein Frühwarnsystem für Stoffwechselerkrankungen anhand der Analyse der Milchproben entwickelt, das dem Landwirt wertvolle Hilfestellung bietet.

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