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Psychiatrietage

07.04.2017

Warum ein Beratungsgespräch helfen kann

Das Team des Sozialpsychiatrischen Dienstes stellte ein Beratungsgespräch nach: (von links) Beraterin Julia Posch, Vater Konrad Gamperling, Mutter Sabine Graf und Tochter Christiane Zemann.
Bild: Brigitte Glas

Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe stellen Mitarbeiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes der Caritas Aichach-Friedberg die Situation vor Publikum nach

Die Tochter leidet an Depressionen und kommt mit ihrem Alltag nicht mehr klar. Die Mutter lässt sie sofort wieder ins Elternhaus einziehen, was zu Spannungen mit dem Vater führt. Eine Besserung der Krankheit der Tochter zieht das allerdings nicht nach sich. Was sollen sie jetzt tun? Mit dieser Frage hat sich das Team des Sozialpsychiatrischen Dienstes der Caritas Aichach-Friedberg im Rahmen der Psychiatrietage beschäftigt.

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Der Weg zur Beratungsstelle wäre ein erster Schritt. Wie ein systemisches Beratungsgespräch abläuft, an dem nicht nur der Betroffene teilnimmt, sondern auch sein Umfeld, demonstrierte das Team in einem Rollenspiel.

Der Fall war ausdrücklich konstruiert, Ähnlichkeiten wären rein zufällig gewesen. Christiane Zemann spielte die Tochter, die Stress im Beruf hatte, Depressionen bekam und dadurch noch mehr überlastet war. Fakt ist: Sie ist seit Monaten krankgeschrieben. Ihre Mutter (gespielt von Sabine Graf) kennt das Krankheitsbild von ihrer Mutter und holt die Tochter zu sich. Der Vater (Konrad Gamperling) fühlt sich überrumpelt und ist entsprechend ungehalten. Alle drei werden nun beraten von Julia Posch. Martin Poloczek unterbricht das „Beratungsgespräch“ mit Publikum immer wieder für weiterführende Erläuterungen. Den Zuhörern wird schnell klar, wie der Sozialpsychiatrische Dienst arbeitet.

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Die Mitarbeiter helfen bei psychischen Belastungen wie Ängsten, Depressionen, Zwangsvorstellungen, Schlafstörungen, Verfolgungsgefühlen, Selbstwertproblemen und Überforderungserlebnissen. Auch dann, wenn jemand wegen solcher Störungen oder Erkrankungen in persönliche, familiäre, berufliche oder soziale Schwierigkeiten gekommen ist.

Sie helfen auch, wenn die psychische Erkrankung eines Angehörigen, Bekannten oder Kollegen zum Problem wird. Im vorgestellten konstruierten Fall handelte es sich um das Erstgespräch. Es galt klarzustellen, dass es keine Schuldfrage gibt. Alle Beteiligten vereinbarten das weitere Vorgehen, das so aussehen sollte, dass sich die Tochter einem Facharzt vorstellt und die Eltern zu einer Paarberatung gehen. Dann wolle man weitersehen. Was an diesem Abend klar wurde: Im Fall der Fälle sollten Betroffene ohne Scheu oder gar Angst eine Beratungsstelle aufsuchen.

Insgesamt waren die Organisatoren mit dem Verlauf der diesjährigen Psychiatrietage zufrieden. Sylvia Schwab und das Team zählten bei jeder der sieben Veranstaltungen mehr als 50 Besucher. Sowohl Interessierte als auch Angehörige, Betroffene und Fachpersonal seien jedes Mal dabei gewesen.

Die beliebtesten Programmpunkte seien der Filmabend in Aichach und die Ausstellung in der Fachoberschule in Friedberg gewesen. Der Verein „Kennen und Verstehen“ geht gleich in die Planung der nächsten Psychiatrietage in zwei Jahren.

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