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Körperschmuck

18.01.2018

Was Ihr über Tattoos wissen solltet

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Chefin Monika Schroll (links) und Piercerin Selina-Marie Zimmermann (rechts) im Tattoo-Studio Mosquito in Aichach.
Bild: Dominik Schwemmer

Tätowieren und Piercen liegen im Trend. Doch wer sich dafür entscheidet, sollte sich das gut überlegen. Worauf ihr achten solltet.

Ruhig und geduldig sitzt das junge Mädchen auf der Behandlungsbank, während Selina-Marie Zimmermann sich vorbereitet. Zimmermann ist Piercerin im Tattoo- und Piercingstudio Mosquito in Aichach. Das junge Mädchen ist hier, um sich ein neues Nasenpiercing einsetzen zu lassen.

Piercings und Tattoos sind längst keine Randerscheinungen mehr, sondern liegen klar im Trend. Monika Schroll, Mosquito-Chefin, erzählt: „Die Kunden sind total durchgemischt. Wir haben viele junge und auch ältere Leute hier bei uns.“ Es kämen sogar auch einige, die über 50 Jahre alt sind, berichtet sie. Eine spezielle Klientel gebe es nicht. Bei Piercings liegen vor allem Septum-Piercings im Trend, so Schroll. Ein Septum ist ein Nasenpiercing, das unter anderem als „Stierring“ bekannt ist. Dabei wird das Piercing durch das Bindegewebe der Nasenscheidewand eingesetzt. Am schmerzhaftesten seien Intim- und Brustwarzenpiercings, so Schroll. „Generell ist es jedoch so, dass Piercen bei jedem unterschiedlich wehtut.“

Tattoos gibt es erst für Volljährige

Ein Piercing kann man sich in Deutschland zwar theoretisch ab 14 Jahren machen lassen. In der Praxis sieht das jedoch meist anders aus. „Bei uns machen wir das bei Minderjährigen nur mit Einverständnis der Eltern“, erzählt Schroll. Und auch dann nur, wenn die Eltern ein klares OK zu einem speziellen Piercing geben. „Ein generelles Einverständnis für ein Piercing akzeptieren wir nicht“, erläutert die Chefin.

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Bei Tattoos tendierten einige Kunden zu großen Bildern an Armen, Beinen und am Rücken. Aber auch bunte, asiatische und Scratch-Style-Motive – Tattoos, die aussehen, als hätte ein Tier die Haut mit seinen Krallen aufgekratzt – seien beliebt. Einen allgemeinen Trend kann Schroll dennoch nicht erkennen. Das liege daran, dass die Kunden meist konkrete Vorstellungen hätten und die Tattoo-Künstler auf gewisse Motive spezialisiert seien. Ähnlich wie bei Piercings ist bei Tattoos das Stechen nicht immer schmerzfrei. „An den Rippen, unter den Achseln und in der Nierengegend kann es sehr weh tun“, erzählt die Studioleiterin. Allerdings sei das von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Ein Tattoo kann man sich in Deutschland bei den meisten Studios ab 18 Jahren stechen lassen, auch so bei Mosquito in Aichach.

Wer sich zu einem Piercing oder Tattoo entschließt, sollte es sich genau überlegt haben und prüfen, ob der entsprechende Körperschmuck zum Beruf passt, empfiehlt die Expertin. Schroll sagt: „Man sollten keine unüberlegten Sachen machen lassen.“ Auch bei der Wahl des Studios gilt es einiges zu beachten: „Ganz wichtig ist die Hygiene und die Sauberkeit“, betont sie. Sie empfiehlt, sich vorab die Studioräume und das Behandlungszimmer zeigen zu lassen: „Dort sollte es auf keinen Fall dreckig oder unhygienisch aussehen.“

Der Aichacher Dermatologe Dr. Elmar Perwein kann Tätowierungen nicht viel abgewinnen. Er warnt: „Tattoos können erhebliche Gesundheitsrisiken hervorrufen.“ Denjenigen, die sich dennoch eines stechen lassen möchten, rät er: „Es ist wichtig, dass im Institut hygienisch gearbeitet wird und Standards eingehalten werden.“ Denn: Farbige Tattoos, gerade jene mit roter Farbe, seien besonders gefährlich, weil sie bestimmte Giftstoffe enthalten, die Allergien hervorrufen können.

Am ehesten solle man sich noch ein schwarzes Tattoo stechen lassen, so der Mediziner. Es sei nicht ganz so gefährlich und für eine spätere Laserentfernung am günstigsten. Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) kann es beim Stechen von Tattoos vorkommen, dass Farbpigmente in tieferliegende Hautschichten und von dort in die Blutbahn gelangen können. Einer neuen Untersuchung des Instituts zufolge wurden Farbpigmente in sogenannter Nanopartikelgröße in Lymphknoten Betroffener gefunden.

Piercerin Selina hat sich nun mit Handschuhen und Mundschutz ausgerüstet. Behutsam geht sie an die Arbeit. Kaum zwei Minuten später ist es auch schon vorbei. Die junge Kundin betrachtet sich zufrieden im Spiegel und ist sichtlich erfreut.

Neue Heimat-Serie ab nächster Woche

Ab nächster Woche beginnt auf der Jugendseite eine neue Serie zum Thema Heimat. Unsere K!ar.Texter treffen Gstanzl-Sänger, Lederhosenträger, Schützen oder Blasmusiker, um diesem abstrakten Begriff „Heimat“ ein wenig näherzukommen. Was bedeutet Heimat für euch? Wo oder wobei ist sie für euch am meisten spürbar? Schreibt uns eine E-Mail an klartext@aichacher-nachrichten.de oder ruft uns an unter Telefon 08251/898137. (pik)

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