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Gesprächsrunde

22.05.2015

Wasser kommt weiter aus dem Flachbrunnen

Brunnenhaus in Sägmühl. Hier fließen die Leitungen aus den momentan zwei alten Tiefbrunnen und dem Flachbrunnen zusammen, hier wird das Wasser gemischt und geht dann weiter zum Hochbehälter im Hardhof. Zu sehen ist hier Wasserwart Josef Bair an der UIV- Anlage. Diese wurde eingebaut für die Entkeimung vom Brunnen 3 und hier sind in regelmäßigen Abständen auch Wartungsarbeiten zu erledigen. Wenn, wie befürchtet, die Uranaufbereitungsanlage oder auch die Eisen-Mangan-Filteranlage kommen soll, werden diese Gerätschaften im Lechfeld nahe den Brunnen installiert. Foto: Josef Abt

Der Zweckverband Hardhofgruppe diskutiert mit Vertretern des Landkreises. Die derzeitige Wasserversorgung bereitet vielen Rehlingern Sorge. Dennoch gibt es dazu keine Alternative

Landrat Klaus Metzger hat sein Versprechen eingelöst. Gemeinsam mit Fachleuten hat er ein Treffen arrangiert, um das Rehlinger Trinkwasserproblem zu besprechen. Dabei ging es um den Brunnen zur Trinkwasserversorgung der Gemeinde mit angeschlossenen Ortschaften in dem Zweckverband der Hardhofgruppe.

Hier sind zwei Tiefbrunnen marode und wohl nicht mehr zu sanieren. Deshalb gibt es seit geraumer Zeit einen Flachbrunnen im Lechfeld, der zwar genügend Wasser fördert, aber hoch mit Uran belastet ist. Vor wenigen Monaten war ein neuer Tiefbrunnen im Lechfeld gebohrt worden, der nach ersten Erkenntnissen ausreichend Wasser fördert, auch wenn hier bei Pumpversuchen erhöhte Eisen- und Manganwerte festgestellt wurden. Dieser Nebeneffekt scheint bei den Verantwortlichen des Wasserzweckverbandes weniger problematisch als der erhöhte Uranwert aus dem Flachbrunnen. Das Problem: Zum Flachbrunnen gibt es einen neuen Tiefbrunnen im Lechfeld, der auch ausreichend uranfreies Wasser fördern könnte, doch der Zweckverband darf aus diesem Brunnen nur einen Teil der benötigten Wassermenge fördern. Der Rest muss aus dem Flachbrunnen entnommen und mit dem Tiefenwasser gemischt werden. In Rehling kann man die Vorgaben nicht verstehen: „Verbockt hat die ganze Angelegenheit das Wasserwirtschaftsamt“, lautete eine Wortmeldung aus den Reihen der Verbandsräte. „Und das Landratsamt wird sich hüten, sich jetzt im Nachhinein über solche Festlegungen der Fachbehörden hinwegzusetzen“, hieß es weiter. Als „Unding“ wird in der Bevölkerung immer wieder bezeichnet, dass man Tiefenwasser, das nun ausreichend zur Verfügung steht, nur in reduzierten Mengen fördern darf und dies mit uranhaltigem Wasser mischt. Beim Treffen im Landratsamt waren neben dem Landrat, der Sachgebietsleiterin Gabriele Brugger und einer Juristin in diesem Sachgebiet, Andrea Rindsdorf, auch Rehlings Bürgermeister Alfred Rappel und der Vorsitzende des Wasserzweckverbandes der Hardhofgruppe, Bernhard Jakob, dabei. „Nach einer Stunde waren wir nicht weiter als vorher“, kommentierte Bernhard Jakob das Gespräch. Ihm zufolge würden die Mitarbeiter im Landratsamt „durchaus Verständnis für unser Problem“ zeigen. Dennoch zweifelt der Verband offenkundig daran, dass hier auch der Wille besteht, das Problem zu lösen.

Argumente wie teures Wasserschutzgebiet für die Verbraucher, das wegen des Flachbrunnens ausgewiesen werden müsse oder kostenintensive Uranaufbereitungsanlagen für etwa 250000 Euro änderten am Ergebnis nichts. Der Flachbrunnen bleibt wohl für die Hauptentnahmemenge. Andrea Rindsdorf sagte, dass das Wasserschutzgebiet noch in diesem Jahr ausgewiesen werden solle. Die Verbandsräte drängten darauf, das Thema Entschädigungen für die Landwirte in dem Schutzgebiet schnellstmöglich anzugehen.

Gemäß einstimmigem Beschluss soll der neue „Tiefbrunnen 4“ schnellstmöglich an das bestehende Rohrleitungsnetz angeschlossen werden. Hierfür sind größere Arbeiten erforderlich, unter anderem der Bau eines Brunnenkopfes mit Pumpen, Steigleitung, Armaturen und Rohrleitungen mit Anschluss an die bestehende Leitung zum Pumpenhaus in Sägmühl. Dies alles wird in ein kleines Häuschen eingebaut, das neu errichtet wird. Über den Umfang wurde die Ausschreibung beschlossen, Angebotseröffnung ist für 8. Juni geplant.

Wenn der neue Brunnen an das Leitungssystem angeschlossen ist, kann hinsichtlich der dann zu bestimmenden Wasserqualität das Vorgehen besprochen werden. Dann wird man sehen, ob die erhöhten Eisen- und Manganwerte dieser Tiefenwasser wirklich so hoch sind, wie bei den Förderproben gemessen, oder ob sich die Werte nach unten einpendeln. Im ungünstigsten Fall muss eine Eisen-Mangan-Filteranlage installiert werden. Eine mögliche Uranaufbereitungsanlage soll erst nach einem mehrmonatigen Probebetrieb mit dem neuen Brunnen weiter diskutiert werden.

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