1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Wasser und Abwasser sind zu billig

Rat II

13.09.2019

Wasser und Abwasser sind zu billig

Sechsstelliges Minus: Gemeinde Todtenweis zahlt ordentlich drauf

Bei der örtlichen Rechnungsprüfung in Todtenweis für 2017 wurden auch die Einnahmen und Ausgaben der Bauschuttdeponie gegenübergestellt. Da ergab sich ein Defizit von 4000 Euro. Franz Färber verteidigte in der Sitzung des Gemeinderats dieses Ergebnis: „Das machen wir für unser Bürger.“ Klar zum Ausdruck kam daneben, dass die Gemeinde bei den Wassergebühren ein Minus von über 50000 Euro zu verkraften hatte und bei den Abwassergebühren gar von 168000 Euro. Richard Eberle, der Zweite Bürgermeister, plädierte bereits vor einer generellen Neukalkulation für eine Anhebung der Preise. Bürgermeister Konrad Carl forderte „schleunigst eine Neuberechnung“. Außerdem wurde im Bericht die Sanierung der Wasserleitungen in der Schulstraße und in Burgstraße als dringend dargestellt.

um Container Nicht zum ersten Mal wurde Ärger über die Arbeitskräfte der Firma Durach geäußert, die in den dort aufgestellten Containern leben. „Der Zustand ist absolut nicht zufriedenstellend“, sagte Bürgermeister Carl und beklagte, dass die Leute dort am Wochenende mit ihren Festen sehr viel Lärm erzeugen, offensichtlich auch bis drei und vier Uhr morgens. Laut Bürgermeister hätten die Container im Werksgelände integriert werden sollen, was bislang aber nicht geschehen sei. Nun habe die Genehmigungsbehörde im Landratsamt das Unternehmen zu einer Stellungnahme bis Oktober aufgefordert. Der Bürgermeister schließt nicht aus, dass die Angelegenheit in eine Beseitigungsklage mündet.

wegen Lechstahlwerk Wenn eine Gemeinde beabsichtigt, ihren Flächennutzungsplan zu ändern, werden die Nachbarn beteiligt, weil es so Vorschrift ist. In aller Regel fällt die Antwort kurz aus: keinerlei Bedenken. In Meitingen steht die Erweiterung der Lechstahlwerke an. Und damit erklärt sich der Bürgermeister von Todtenweis keineswegs auf die Schnelle einverstanden. Carl verwies auf rote Wolken, die man nachts sehe: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass alle Schadstoffe filtriert werden. Was kommt raus, was kommt bei uns an?“ In der Vorlage für den Gemeinderat heißt es dazu weiter: „Die Interessen der Bürger und des Naturschutzes wurden nicht entsprechend gewichtet.“

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

an Planer Der Planer, der den Auftrag für die Sanierung der Sanitäranlagen in der Grundschule erhalten hat, muss davon ausgehen, dass er mit Todtenweis künftig nicht mehr zusammen arbeiten wird. In dieser Richtung legte sich jedenfalls der Bürgermeister fest. Er beklagte, dass die Ausschreibung für die Sommerferien 2019 viel zu spät erfolgt sei. Somit müssen die dringend erforderlichen Arbeiten ins Jahr 2020 verlegt werden.

Bekommt Todtenweis einen Dorfladen? Ein schwieriges Thema, wie sich bei der langen Debatte über die Vergabe einer Machbarkeitsstudie darüber zeigte. Am Ende stand ein Abstimmungsergebnis von 8:5 dafür. Mit dem Förderbescheid vom 25. Juni 2018 steht fest, dass die Gemeinde dafür maximal 6600 Euro zu erwarten hat. „Wir haben einen Bäcker, wir haben viele Hofläden“, meinte Michael Hofberger. „Es macht eigentlich keinen Sinn.“ Carl entgegnete: „Vielleicht sagt eines Tages die Bevölkerung. Ihr seid’s ja nicht in der Lage.“ Dritte Bürgermeisterin Petra Wackerl sprach von einem wichtigen Kriterium für den Ort. Bis man ein neues Rathaus oder Mehrzweckgebäude baue, würden Jahre vergehen. Peter Haberl meinte, man könne einen Hofladen ja im Laufe der Jahre auch verlegen und gab die Richtung vor: „Wir müssen Geld in die Hand nehmen.“ (jeb)

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren