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Gemeinderat Aindling

12.09.2019

Wasser wird teurer in Aindling - Bürgermeister stimmt dagegen

Der Wasserpreis in Aindling wird erhöht.

Die Erhöhung der Gebühr in der Marktgemeinde Aindling ist aber nur ein Zwischenschritt. Bürgermeister Josef Settele stimmt dagegen.

In welchem Umfang soll in der Marktgemeinde Aindling der Bezug von Wasser verteuert werden? Leicht gemacht hat sich die Entscheidung über diese Frage der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag gewiss nicht. Am Ende stand eine Anhebung der Verbrauchsgebühr von 80 auf 95 Cent je Kubikmeter mit Wirkung zum 1. November. Auch die Grundgebühren werden erhöht – in ähnlichem Umfang.

Voraussichtlich in zwei Jahren werden in Aindling in einer Neukalkulation Tarife festgelegt, die dann für längere Zeit Bestand haben sollen. Diesmal ging es mehr um eine Art Zwischenlösung. Josef Settele stimmte gegen die Anhebung um 15 Cent. „Ich möchte schon wissen, wie wir von den Schulden runterkommen“, sagte er. Seiner Ansicht nach beläuft sich das Defizit beim Wasserwerk auf 270000 Euro. Daher, so Settele, sollte man um mindestens 30 Cent raufgehen. Josef Gamperl widersprach und versicherte, in den Jahren von 2012 bis 2017 habe es stets ein Plus im Haushalt gegeben.

Karl-Andreas Gamperl rechnete vor, dass eine vierköpfige Familie bei einem Jahresverbrauch von 150 Kubikmeter Wasser bei einer Anhebung von 15 Cent künftig im Jahr eine zusätzliche Belastung von 23 Euro bewältigen müsse: „Das ist zu verkraften.“ Helga Holland meinte: „Wir sollten dem Finanzamt das Geld nicht in den Rachen schmeißen.“ Dazu käme es, wenn man Gewinne erwirtschaften würde. Gertrud Hitzler, die Zweite Bürgermeisterin, betonte: „15 Cent sind absolut in Ordnung.“ Die neue Satzung für die Wasserversorgung löste erwartungsgemäß keine größeren Debatten aus, ehe sie beschlossen wurde. Geklärt werden muss, ob es für Bach (Todtenweis) und Appertshausen (Petersdorf) Zweckvereinbarungen mit den jeweiligen Gemeinden gibt.

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Das sind die weiteren Themen im Aindlinger Gemeinderat

Die Sanierung und die Erweiterung der Mittelschule Aindling hat diverse Gremien schon wiederholt beschäftigt. Am Dienstag sprach auch der Marktgemeinderat in diesem Ort noch mal darüber. „Ich bin hochzufrieden“, erklärte Bürgermeister Tomas Zinnecker, als er die Entscheidung des Landratsamtes in Aichach kommentierte, der zufolge für dieses Projekt kein Bebauungsplan erforderlich ist. Er präsentierte die aktuellen Pläne und betonte, das Untergeschoss werde von der Regierung von Schwaben als förderfähig anerkannt. Der Pausenhof ist im Westen der Schule vorgesehen. Die Kostenberechnung geht von gut zwölf Millionen Euro aus. Weil oft genug in der Vergangenheit große Maßnahmen finanziell aus dem Ruder gelaufen sind, wollte Josef Gamperl als Dritter Bürgermeister wissen, wie verlässlich dieser Betrag einzustufen sei. Darauf scherzte Tomas Zinnecker: „Man reiche mir eine Glaskugel.“ Damit wollte er zum Ausdruck bringen, wie schwer es erscheint, die tatsächlichen Preise für ein Vorhaben, das sich über Jahre hinziehen wird, schon vorherzusagen, ehe die ersten Bauarbeiter anrücken.

Josef Settele wehrte sich vehement dagegen, dass ein Ausgleich von 923 Quadratmetern erforderlich sein werde, gut zehn Prozent mehr als an Fläche bebaut werde. Zinnecker verwies darauf, dass der Schulverband offiziell als Bauherr in Erscheinung tritt: „Vielleicht müssen wir nicht alle Bäume wegmachen.“ Dann würde wohl auch die Ausgleichsfläche kleiner ausfallen. Helga Holland machte sich Sorgen um die Stellplätze für Fahrräder. Settele rechnete ihr vor, dass morgens um 9 Uhr an der Schule allenfalls 15 Räder zu sehen seien. Und der Bürgermeister erinnerte daran, dass 90 Prozent der Kinder, davon ein großer Teil aus Affing, mit dem Bus ankommen. Der Marktgemeinderat erklärte sich schließlich einstimmig einverstanden mit den Plänen; Peter Reich und Benjamin Schröter fehlten entschuldigt.

Die Aindlinger Feuerwehr verfügt über ein Fahrzeug, das im Jahr 2001 gekauft worden ist. Bei Reparaturen stellte sich heraus, dass noch weitere Arbeiten erforderlich sind. Insgesamt fielen Kosten von 12600 Euro an, dazu kommt noch die Mehrwertsteuer. Zinnecker sah in dem Fall eine Dringlichkeit gegeben, er erteilte daher den Auftrag, den der Gemeinderat nun nachträglich absegnete. Das Fahrzeug stand bereits in Ulm, als sich abzeichnete, dass die Arbeiten umfangreicher als zunächst gedacht ausfallen würden. Michael Balleis informierte über Details und meinte: „Die Feuerwehr Aindling geht davon aus, dass das 30 Jahre läuft.“

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