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Aichach

19.02.2020

Weiberfasching: Wo steigen die größten Partys rund um Aichach?

Drei junge Damen, die beim Weiberfasching in Baar dank selbst gefertigter Besteckgarnitur einiges Aufsehen erregten.
Bild: Vicky Jeanty (Archivbild)

Plus Viele Frauen feiern am lumpigen Donnerstag so ausgelassen wie sonst nie. Zu den Partys kommen hunderte Besucher. Mancherorts sind Männer unerwünscht.

Wenn Frauen, die sonst selten weggehen, bis 3 Uhr ausbleiben. Wenn Frauen tanzen und die Männer sie bedienen. Wenn der Mann das Weite sucht, wenn er eine Frau mit Besen sieht. Dann ist Weiberfasching. Am lumpigen Donnerstag herrscht wieder Ausnahmezustand in vielen Gaststätten, Vereinsheimen und anderen Partyorten im Landkreis. Was macht den besonderen Reiz aus? Wir sprechen mit Veranstaltern und Teilnehmern. Eine interaktive Karte gibt´s außerdem.

Eine der größten Partys veranstaltet der SV Baar in der örtlichen Mehrzweckhalle. Zugelassen sind hier Männer und Frauen. Insbesondere bei vielen Jugendlichen kommt die Feier gut an. Barbara Rindt ist Schriftführerin beim SV Baar und kassiert den Eintritt. Es sei den ganzen Abend ein Kommen und Gehen, berichtet sie. In den vergangenen Jahren reisten die Besucher oft mit Bussen aus den Landkreisen Augsburg und Donau-Ries an. Es werden über 1000 Besucher erwartet. Trotz der geschlechtlichen Vermischung ist der Frauenanteil laut Rindt höher. Schließlich müssten auch einige Männer zu Hause auf die Kinder aufpassen, sagt sie. Und fügt hinzu: „An diesem Abend sieht man auch mal Frauen, die man sonst nie sieht.“ Vielleicht lockt auch das Männerballett der Fußballer zusätzlich Neugierige an. An die 30 Helfer, schätzt Rindt, machen den Baarer Weiberfasching zu einem Erfolg.

Laimering: Der ganze Gasthof Asum ist eine Partyzone

Eine weitere Großveranstaltung, die bereits ausverkauft ist, findet im Landgasthof Asum im Dasinger Ortsteil Laimering statt mit ebenfalls etwa 1000 Besuchern. Der Abend sei der Höhepunkt des Faschings und eine Art Mythos, erklärt Gastwirt Karl Asum. Fast die gesamte Wirtschaft verwandle sich in eine große Partyzone – Stühle und Tische werden ausgeräumt. Beim Bäckerwirt in Dasing wird der Lumpenball gefeiert. „Früher hieß es bei uns auch Weiberfasching, aber es darf jeder rein, deshalb Lumpen“, erklärt Helmut Huber vom Veranstalter Dasinger Hütte. Trotzdem dürfen die „Weiber“ am lumpigen Donnerstag eher über die Strenge schlagen als die Männer.

Auf eine Mischung aus Party, Tanzen und Einlagen setzt der Stotzarder Frauenbund beim Weiberfasching im Gemeinschaftshaus, zu dem auch Männer kommen. Das Einzigartige bei derartigen „Bällen“ ist, dass Jung und Alt zusammen feiern. Dabei treffen 16-Jährige auf 80-Jährige. So ist es auch in Stotzard. Auch wenn die Jungen oft zwischen mehreren Partys hin- und herwechseln, wie Agnes Brandmeir erzählt. Die Frauenbund-Vorsitzende vermutet, dass dieser Abend auch aus einem Grund etwas Besonderes ist: „Die Frauen können mal tanzen ohne dass sie warten müssen, bis ein Mann sie auffordert.“

Weiberfasching in Kühbach: Männer sind nicht erlaubt

Beim Weiberfasching im Kühbacher Sportpark sind erst gar keine Männer zugelassen – mit Ausnahme des DJs. Wie Martina Hofmann vom Organisationsteam erläutert, geht es den meisten Frauen darum, einmal unter sich zu sein – mit den Freundinnen loszuziehen und Spaß zu haben – ohne Männer.

Ein Blickfang jagt den anderen. Der Baarer Weiberfasching ist bekannt für die tollen Kostümierungen.
Bild: Vicky Jeanty

Auch beim Weiberfasching der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) im Aindlinger Pfarrheim lassen viele Frauen den Alltag und die Sorgen hinter sich. Männliche Gäste sind nur die Geistlichen und der Mann hinter der Theke. Sieglinde Paula ist KAB-Ortsvorsitzende. Sie freut sich, dass die Frauen am lumpigen Donnerstag besonders lustig sind. Deshalb wird auch viel gelacht und geschunkelt.

Griesbeckerzell: Vorfreude auf die ausgefallenen Kostüme

Ebenfalls „nicht so will“ geht es beim Weiberfasching in Griesbeckerzell zu, wie Norbert Bachmann sagt, Präsident der Faschingsgesellschaft Zell ohne See. Das Programm mit DJ und Gardenauftritten biete etwas für jedermann, auch wenn das Publikum unter 30 nicht so stark vertreten sei. Bachmann freut sich besonders auf die meist ausgefallenen Kostüme der Besucher.

Aichach: Männer müssen sich in Acht nehmen

In Aichach müssen sich die Männer am lumpigen Donnerstag vor den Aichacher Hexen um Marianne Breitsameter, die fast 50 Jahre bei der Stadt gearbeitet hat, in Acht nehmen. Seit über 20 Jahren sind die Frauen mit den aufwendig gestalteten Masken unterwegs und suchen Geschäfte, Gaststätten, Seniorenheime, den Bürgermeister und den Landrat heim. Wer schief schaut oder auch nicht, bekommt die Krawatte abgeschnitten oder „den Besen drauf“, erzählt Breitsameter. Interessant ist, sagt sie, dass Männer sofort „Abwehrhaltung“ einnehmen, wenn sie einer Hexe begegnen. Am Weiberfasching sicher keine schlechte Idee.

Lesen Sie dazu den Kommentar von Redakteurin Evelin Grauer: Warum nur ein Mal im Jahr?

Vor der Riesenparty waren die Hexen noch in unserer Redaktion zu Gast - ein Video davon gibt es hier:

Die Hexen haben die Redaktion der Aichacher Nachrichten besucht.
Video: Sebastian Richly
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