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Benefizkonzert

24.12.2019

Weihnachtlich, niveauvoll und ergreifend

Weihnachtlich, niveauvoll und ergreifend
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Die Singrunde Todtenweis gibt den musikalischen Auftakt zur Dorfweihnacht. Der Chor tritt erneut zugunsten der Kartei der Not, Leserhilfswerk unserer Zeitung, auf. Das Abschlusslied verschmilzt mit Glockengeläut

Sanftes, warmes Licht und eine ruhige, erwartungsfrohe Stimmung lagen über dem ganzen Benefizkonzert, in dem sich die Singrunde Todtenweis am Samstag unter Leitung von Ursula Haggenmüller für die „Kartei der Not“, dem Leserhilfswerk unserer Zeitung, präsentierte.

Mit einem kräftigen Advent-Jodler hob der Chor an, dann eine Stimme aus dem Hintergrund: „Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde“, Worte des Propheten Jesaja, Sprecherin Elena Haggenmüller. „Tauet ihr Himmel von oben“, sprachen die Sänger weiter und die musikalische Weihnachtsgeschichte begann gleich mit dem Satz: „Öffnet eure Tore.“ Ein Engel komme nach Nazareth und spreche eine junge Frau an, so Haggenmüller, und die Frauen setzten das „Gegrüßt seist du Maria“ aus Holzkirchen um.

1609 entstand das Volkslied „Und unser lieben Frauen“ und Joh. Eccard schrieb 1592 die fünfstimmige Motette „Übers Gebirg Maria geht“. Beide Sätze vom Chor andächtig und warmherzig umgesetzt. Das Weihnachtsgeschehen ergänzte sich mit dem Lied aus Andernach um 1603 „Es kommt ein Schiff geladen – es trägt ein teure Last“.

Weihnachtlich, niveauvoll und ergreifend

Über Josef, den Zimmermann, wird wenig berichtet, aber er sei ein Sorgender und Kümmerer, so Haggenmüller. Zusammen mit Maria Ettinger und Maria Leopold sang sie den Satz „Nun es nahen sich die Stunden“ zart und dynamisch.

Maria gebar im Stall ihren Sohn und der Chor überzeugte mit dem Satz „Joseph, lieber Joseph mein“ von 1608. Der vierstimmige Kanon „Mache dich auf und werde Licht“, zusammen mit den Zuhörern gesungen, lockerte die ruhevolle Stimmung auf. Sprecherin Elena Haggenmüller las weiter von den Hirten, die auf dem Feld Wache hielten, als der Engel die frohe Verkündigung über die Geburt Jesu aussprach. Ein freudiges und mächtiges „Gloria“ von den Sängern und weiter über die Hirten, die nach Bethlehem gehen wollten, aber nicht wussten, was geschehen war.

Mit dem Hirtenlied „Was soll das bedeuten - dort in dem Stall, das Wunderding sehn“, überzeugten die Sänger. Das Weihnachtslied aus dem 16. Jahrhundert „Quem pastores laudavere“, nach einer Handschrift aus dem Stift Hohenfurt Leipzig, wurde trotz ungewohnter Harmonien gemeistert. „Wia tiefa die Nacht is und heller der Schein“, ein Lied aus Kärnten, gefällig präsentiert. Hans Leopold bat im Gedicht um „A bisserl mehr Glaube, Hoffnung, mehr Liab und Freid, mehr Miteinand, mehr Frieden aber des net bloß in da Weihnachtszeit.“

Das weitere Lied stammt von den Bahamas: „Ein Stern strahlt in der dunklen Nacht“ wurde vom Chor beeindruckend und voller Dynamik umgesetzt. Vor dem letzten Lied sprach die Chorleiterin einen Dank aus fürs Dasein und Zuhören.

Die, die auf der Schattenseite des Lebens stehen, dürften nicht vergessen werden: Die Spende von 650 Euro geht wie jedes Jahr wieder an die Kartei der Not. Großen Applaus gab es für ein niveauvolles, erhebendes und ergreifendes Konzert. Das letzte Lied „Süßer die Glocken nie klingen“ verschmolz mit dem Glockengeläute der Kirche.

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